Dienstag, 30. November 2010

Definition Satanismus

Definition Satanismus

Viele Meinungen über Satanismus

Im Internet stößt man auf viele Meinungen was Satanismus ist. Es scheint gar so das es einen Prototypen oder ein Idealbild eines Satanisten gibt und das jeder gute Satanist nur diesen Bild folgen muss um sich zu vervollkommnen. Die Frage, was muss ich tun um ein Satanist zu sein, ist schwachsinnig und widerstrebt, ja es negiert vollständig den Satanismus Begriff. Es gibt keine Vervollkommnung für einen Satanisten. Er lebt ohne Zwang sein Ich. Das einzige was er verfolgt ist sein eigener Wille. Egal wie dieser aussieht und wohin er ihn führt.


Das Gemeinschaftsgefühl

In der anerzogenen Natur der Menschen steckt der Wunsch viele Gleichgesinnte auf seiner Seite zu haben und dadurch ein Gefühl der Stärke oder der Macht zu haben.


Doch was sollte es einen Satanisten interessieren, ob andere genauso denken wie er selbst. Für ihn gibt es nur einen Mittelpunkt und einen Grund seiner Existenz und das ist sein Wille.


Vorstellungen über Satanismus

Warum sollte er erforschen wollen was Satanismus  eigentlich ist, um danach sein Leben darauf auszurichten. Viele Lehren und Vorstellungen gibt es von verschiedensten Personen. Jedoch kommen dazu immer andere die sagen wenn du es so und so machst bist du kein Satanist, du musst stattdessen so und so machen. Die Vorstellungen ein Satanist muss sich mit Magie, Rituale, Blut und Dunkelheit beschäftigen und dazu noch von Grund auf böse ist weit verbreiten und von vielen Satanisten anerkannt. Nur wenige überlegt sich wo diese düsteren Vorstellungen denn überhaupt herkommen, nämlichen von den Feinden, die nicht wollen das der Mensch frei lebt. Von den Religionen.
Luzifer Morgenstern

Satanismus ohne Satan

 Und die sogenannten neuen areligiösen Vereinigungen [Link zu Satanismus ohne Satan], die den ganzen Tag rum meckern, wie die Religion die Menschheit und die Natur zerstört hat, jedoch gleichzeitig ihren Jüngern vorhält wie sie sein müssen und welche Lehren sie verfolgen sollen, sind nicht besser. Bei diesen geht es auch nur darum zu zeigen das sie viele sind und dadurch Macht und Stärke repräsentieren und natürlich wissen sie auch ganz genau was die Wahrheit ist



Satanistische Gruppen

Ein Satanist vereinigt sich nicht mit anderen weil er glaubt das es Gleichgesinnte. Der einige wahre Satanist in so einer Gruppe kann nur der Oberste sein. Der der seinen Willen den anderen aufdrückt. Die anderen sind nur verirrte, die früher oder später einen anderen religiösen Richtung oder Gruppe auf den Leim gegangen wären oder die im laufe der Zeit noch feststellen werden was echte satanische Stärke ist.

Bilder von Satanisten


Solche Vereinigungen dienen einen Satanisten zur wenn sie durch die Teilnahme Fähigkeiten, egal welcher Art, erwerben können. Jeder der verbreiten will du musst dich vervollkommnen, dich verändern spricht doch nur davon das man sich selbst verleugnen soll. Der Grund dahinter ist meist einer oder eine Gruppen die dadurch Reichtum oder Macht erhalten wollen. Ein Satanist folgt nicht der Masse und er glaubt nicht die Lügen anderer.

Satanismus lustig

Satanisten verfolgen ihre eigenen Ziele

Es scheint mir manchmal so als wollten oder denken einige, alle Satanisten sollten Freunde sein. Den die verfolgen ja das selbe Weltbild. Dem ist aber nicht so, jeder Satanist verfolgt seine eigenen Ziele. Eine Verbrüderung im Geiste kann nicht statt finden, da der Satanismus eine individuelle Religion oder Weltsicht ist. Der eine lebt dabei seine Perversionen aus und der andere versucht die Welt zu verbessern. Der eine will sein Glück finden, der andere sucht philosophische Weisheit, der andere unbegrenztes Wissen.



Ein Satanist will niemanden Bekehren um mit ihm seine Sicht der Dinge zu teilen, höchstens um seinen gegenüber zu manipulieren. Aber auch nur wenn es zur Erfüllung seines Wollens dient. Das Leben der anderen Menschen ist dem Satanisten egal, es sei den seine innere Wahrheit sagt ihm etwas anderes. Nur sein eigenes Leben und Handeln ist wichtig für ihn. Eine feste konstante ist er in den Zeiten strömen und er sieht alles andere an sich vorbei rauschen. Festhalten will er sich nur an seinen eigenem Selbst, da der Rest nur Trugbilder sind die ihn verwirren.

Satanismus Rituale

Satanismus und die Religionen

Ein Satanist lehnt nicht zwangsläufig Religionen ab. Er würde ihr niemals mit dem Herzen folgen, kann sie aber dennoch für nützlich halten. Er hasst oder lehnt nur Dinge ab, die ihm bei der Ausführung seines Willens behindern. Jeder andere Hass ist für ihn nur ein Zeichen seiner eigenen Schwäche. Hass ist eine Auslebung von Angst. Doch warum sollte ein Satanist in seinem eigenen Selbst und Universum Angst haben. Das negative Schicksal welches ihn ereilt nimmt er zwar bis zum letzten nicht hin, jedoch akzeptiert er die Gesetze die es verursachen. Wenn er es kann und will, wird er diese Gesetzmäßigkeiten gegen anderen Richten.

Ein Satanist sieht sich nicht über, unter oder neben anderen Menschen. Er ist nicht besser, schlechter oder anders als die anderen. Wie soll er es auch wissen können. Jeder folgt seinen eigenen Gesetzen, mit mehr oder minder Erfolg. Außerdem glaubt er auch nicht an eine höchste Instanz, nach der er sich richten kann.


Die Frage was ist richtig oder wahr, hat keine Antwort. Das klügste was ein Mensch machen kann ist seiner eigenen Wahrheit zu folgen und dies tut der Satanist und zwar Kompromisslos.


Traditioneller, moderner und gnostischer Satanismus

Die Einteilung zwischen traditionellem, modernen oder gnostischen o.ä. Satanismus verstehen viele als unterschiedlichem Glauben an und die einen versuchen die anderen davon zu überzeugen was wahr und was falsch ist. Diese Diskussionen sind kein Bestandteil des Satanismus und zeugen weder von wissen noch vom verstehen des satanischen Gedankens. Es geht immer nur darum das der Mensch sich nicht von außen knechten soll und stattdessen sein eigener Herr ist. Alles weitere sind nur Thesen und Dogmen denen man nicht folgen kann, da man sie nicht selbst geschaffen hat. Jeder geht seinen eigenen Weg und findet so sein eigenes Ziel. Was dieses Ziel ist und wie man dort hin gelangt ist von Person zu Person unterschiedlich. Den Weg eines anderen zu gehen oder dessen Ziel zu verfolgen ist eine Leugnung des eigenen Lebens und vor allem des eigenen Verstandes.

sexy Satanistin nackt

Luzifer als Vorbild

Der erstgeborene Engel Luzifer begann den Weg seines Vaters zu verlassen. Seinem eigenen Ziel wollte er auf seinem eigenen Weg gehen. Die Religion verspottete ihn dafür und hielt ihn für einen abtrünnigen und Verräter. Sie wünschten ihm Qual und daher erfanden sie die Hölle, wohin sie ihn dann stürzten. Dies war auch eine Warnung für all jene die das selbe tun wollten. Luzifer aber qualt sich nicht, sondern ist in einem Universum, welches er sich selbst geschaffen hat und lebt dort nach seinem eigenen Willen, genauso wie es sein Vater tut.

Mittwoch, 8. September 2010

Worte zum Monotheismus

Worte zum Monotheismus

Die Götter waren wie die Menschen fehlerhaft

Mag sein das es einige Menschen zur damaligen Zeit nicht gefiehl das die Götter genauso von ihren Trieben und Lüsten gesteuert waren wie die Menschen. So z.B. Im Olymp oder in Asgard, wo es Intrigen und Verrat, aber auch Liebe und Freude gab. Die Menschen und die Götter ähnelten sich sehr. Wie sollten die Menschen der Antike sich ihre Götter auch anders Vorstellen. Soetwas wie eine Reliquienverehrung gab es nicht. Genausowenig wie ein Buch welches die absolute Wahrheit enthalten soll.

Der nur gute oder böse Gott

Ein Gott der nur böse oder nur gut ist war fern der Vorstellung der alten Priester. Alle Götter waren individuell verschieden. Genauso wie alle Menschen. Auch in der Natur findet sich nichts was absolut böse oder gut ist.

Natürlich ein Gott, welcher Erdbeben und Überschwemmungen bringt ist nicht gut für den Menschen. Jedoch ist er damit kein böser Gott. Schließlich macht er das wofür er da ist und das mit gutem Grund, sowie Auswirkungen für die Natur. Seine Kräfte erscheinen zuerst zerstörerisch, doch langfristig erschafft er neues. Die Erdbeben bringen und verteilen neuen Boden. Zerstören das Alte und auch Kranke. Die Überschwemmungen spült dieses weg und macht den Boden fruchtbar für das neue.

Das Verhältnis der Menschen zu den Göttern war praktisch gehalten. Je nach nutzen wurden die Götter angebetet. An der Küste bat man einen Sturmgott für eine milde Prise und einem Meergott für viele Fische im Netz. Auf dem Festland wurden andere Götter um Hilfe gebeten. So die Götter die für ausreichend Regen und eine gute Ernte sorgten. In Zeiten des Krieges griffen die Menschen dann widerrum zu anderen Göttern. So rehabilitierte sich so mancher Gott für eine gewisse Zeit von einem bösen zu einem guten Gott.

Satanische Vereinigungen

Warum glauben Menschen an Götter?

Der Grund warum die Menschen an Götter glaubten ist der selbe wie heute. Obwohl die Wissenschaften uns heutzutage viel über unser Universum und seine Zusammenhänge erklären können, wissen wir doch immer noch nicht "wer und wo wir sind" und "was wir hier wollen". Also was ist mein Bewusstsein, mein Selbst. Wie und warum unterscheide ich mich zu den anderen Dingen dieses Seins und wo befinde ich mich. Gibt es andere Ebenen der Existenz? Gibt es Orte fernab von dieser, wo es ein anderes Sein mit anderen Selbst-Bewussten Subjekten, aber auch Objekten gibt?

Auf die Frage des "Warum der Dinge" kann keiner eine echte Antwort geben. Wahrscheinlich gibt es auch nicht nur eine Antwort, sondern viele die am Ende nichts erklären.

Durch schreitet man einen Schleier so steht man vor dem nächsten und das Ziel ist nicht weiter zu gehen. Doch der Suchende kann es daher niemals finden.

So wie ich oben beschrieb das manche bösen Götter sich zu guten rehabilitierten wenn es die Zeit erforderte, so änderten und entwickelten sich die Götter.

satanische Symbole

Der Mensch änderte sich und mit ihm die Götter

Der Mensch änderte sich. Er wurde sesshaft oder wanderte. Machte Erfindungen, änderte seine Kultur und soziales Leben. Mit ihm so wandelte sich auch der Götterhimmel. Einige gewannen an Wichtigkeit, andere wurden vergessen.

Der Gott der besser ist als alle anderen zusammen

Irgendwann begannen einige Menschen zu denken ein Gott sei besser als alle anderen. Sei der Ursprung von allem und man solle nur noch ihn anbeten. So z.B. In Äqypten wo der Pharao ein dekret erließ worin es verboten war allen anderen Göttern zu huldigen mit Ausnahme von Ra, dem Sonnengott. Uneigennützig war diese Handlung nicht von ihm. Den er hielt sich selbst für die Verkörperung des Ra.

Wie bei allen monotheistischen Religionen dient die Anbetung nur eines Gottes und damit auch die Befolgung seiner Regeln, zur dämonisierung und verfeindung der anderen. Alle die nicht diesem Gott folgten sind ausgeschlossen aus der Gemeinschaft. Sie können verfolgt und bestraft werden. Eine Art Menschlichkeit und Gleichberechtigung werden diesen nicht zugeschrieben, weil es aussenstehende sind.

Gott anbeten und seine Regeln befolgen

All jene die diesen einen Gott anbeten und seine Regeln befolgen, welche von den Priestern verfasst werden, sind in der Gemeinschaft. Für jene heißt es Dienen und Glauben. Damit sie nicht den Gedanken bekommen die Gottesgemeinschaft zu verlassen wird ihnen erzählt das sie im Hierseits und im Jenseits dafür büßen müssen.

Mit dem einreden der Menschen man müsse einer, ihm vorgegebenen Wahrheit folgen, sonst drohe ihm eine Strafe, wird er versklavt. Den ihm drohen schon für Kleinigkeiten unendliche und unvorstellbare Qualen. Selbst wenn er nur seinem eigenen Instinkt folgt.

Die Hebräer in Ägypten

Als die Hebräer aus Ägypten auszogen nahmen sie vielleicht die Idee des monotheistischen Gottes, des nur einen Gottes mit. Die Hebräer waren kriegerisch, weil ihr Volk ständigen attacken von anderen Völkern ausgeliefert waren. Ihnen gehörte kein Land. Eine gemeinsame Zunkunft als Volk schwer zu erzielen ohne ein Flecken Land, wo sie leben können und ohne Regierungsform, welche sich für ihre Interessen einsetzt. Eigentlich hatten die Hebräer sich trennen und sesshaft werden können in dem Land sich auch immer sind und dort hätten sie sie Sprache und Kultur übernommen. So dass sie von diesem Volkskörper übrenommen worden wären. Was die Hebräer aber einigte war ihr Glaube an ihren einen Gott. Sie hielten sich wie schon die Ägypter für einzigartig, für auserwählte. Darum erhielten sie ihre Kultur.

Die Hebräer glaubten an einen kriegerischen Gott, der es erlaubte die anderen Fremden Völker zu berauben und sie zu unterdrücken. Sie schafften es, wie viele andere Völker zur damaligen Zeit, ihre Interessen mit dem Schwert zu verfolgen. Sie waren erfolgreich und erfüllten sich ihr Traum vom eigenen Land. Was sie in ihren Glaube den anderen überlegen machte war ihr einer kreigerischer Gott. Alle Hebräer folgten nur seinen Gesetzen. Darum hatten diejenigen das Recht in der Hand, welche kriegerische Ziele verfolgten. Während jene mit friedliebenden Gedanken ihre Ziele nicht erreichen konnten, weil diese nicht im Sinne des Gottes sind. Also konnte mit dem Glaube an diesen einen kreigerischen Gott teile der eigenen Gemeinschaft unterdrückt werden, damit die Pläne von wenigen erzielt werden können.

Bilder von bösen dunklen Engeln Dämonen

Wer bestimmt die Eigenschaften von Gott?

Wer bestimmt welche Eigenschaften ein Gott hat? Natürlich die Priester. Sie bestimmen die Dogmen die zu befolgen sind, aus den Eigenschaften die der Gott, nach ihrer Auffassung, hat.

Ein kriegerischer Gott ist jedoch kein absolut guter bzw. Böser Gott. Er ist zwar nur einer doch er hat viele Eigenschaften. Viele Götter und ein Got mit vielen Eigenschaften breiten ein Problem. Besonders für diejenigen, welche ihr Wort für das jenes Gottes verkaufen wollen. Ein jeder Mensch kann die Aussage der vielen Götter, wie auch das des einzelnen, anders interpretieren. Jeder kann die Regeln und Eigenschaften für sich selbst erklären. Das ist baer nicht ewünscht, den die Priester wollen das ihre Dogmen auch so ausgeführt werden wie sie es wollen. Daher muss der Gott nun nur noch gut sein.


Dieser Gedanke von dem einen, rein guten Gott ist wider der Natur. Er ist zwar brauchbar um dessen Anhänger, wie Schafe, zu unterdjochen. Aber er kann den Menschen nicht mehr helfen nach der Wahrheit zu suchen. Den die Frage "wer wir sind" und "wo wir uns befinden" kann mit diesem Gott nicht mehr geklärt werden. Er ist so wirklichkeitsfremd geworden das man seine Wege nicht mehr verstehen kann. Alles was er tut ist unbegreiflich, keiner kann ihn nachvollziehen. Damit kann man aus ihm keine Erklärung erhalten, sondern nur noch Fragen stellen. Das macht ihn für den Menschen unberechenbar. Das sollte ja eigentlich kein Problem sein. Denn der Gott ist ja das "reine Gute". Trotzdem geschehen den Menschen nicht nur gute Schicksalsschläge. Nicht zu vergessen das es in der Natur vor bösem nur so wimmelt. Dieser Gott ist dem Menschen nicht mehr nützlich. Statt eine Hilfe zu sein, verwirrt er seine Anhänger. Trotzdem hält man bis heute an diesen einen guten Gott fest. Der zwar der Schöpfer und Herrscher dieser Welt ist, aber sie nicht vom übel befreit. Stattdessen schiebt er sein versagen denen zu die er erschaffen hat. Nämlich dem Menschen.


Montag, 12. April 2010

Gnostische Religionen

Die Gnostische Religion

Was ist gnostizismus?

Die Gnostische Lehre befasst sich mit der absoluten Zweiheit der gesamten Schöpfung. In ihr stehen sich seit Ewigkeit die gute und die böse Welt gegenüber. Es gibt aber auch die Lehre der gemilderten Zweiheit. Bei ihr ist die Welt des Bösen nicht ewig. Sondern sie kehrt am Ende der Zeiten bekehrt zur Gottheit zurück.

Die gemilderte Zweiheit

Die erste Religion der gemilderten Zweiheit ist die Religion des Zarathustra. Viele sehen in Zarathustra einen Vorläufer des Christus, der in Persien, dem heutigen Iran, lebte. Nach der Lehre des Zarathustras bekämpfen sich seit Ewigkeiten zwei Prinzipien.

Ahura- Mazda

Das erste Prinzip ist das des Lebens und der Fruchtbarkeit und das des Todes und der Zerstörung. Diese Lehre heißt Ahura- Mazda oder Ormuzd (= Herr der Weisheit).

Ahriman

Das zweite Prinzip heißt Ahriman. Er ist der Zerstörer und das Böse. Sein Symbol ist die Finsternis und die Macht. Er ist ein Lügner und verführt die Menschen zum Bösen.

Nach der iranischen Lehre hat Ahura-Mazda, Himmel und Erde vollkommen erschaffen. Es ist ihm aber nicht ganz gelungen. Denn Ahriman hätte ihn bei der Arbeit gestört. Der Mensch steht hier zwischen Gut und Böse. Die verstorbenen menschlichen Geister, die für das Gute eingetreten sind, kommen in den Garodema, in das Haus der Lieder, in dem Ahura-Mazda wohnt. Die bösen Menschen aber bleiben auf der Erste, dem Haus der Lüge und werden hier wiedergeboren, solange, bis sie sich zum Guten bekehrt haben.


Kampf zwischen Ahura-Mazda und Ahriman

Der Kampf zwischen Ahura-Mazda und Ahriman, zwischen Gut und Böse, dauert 12.000 Jahre. Dann kommt der Retter Sayosat. Er wird den Menschen den Heimweg zu Ahura-Mazda zeigen. Alle Menschen kehren dann heim und auch der bisher böse Ahriman bekehrt sich jetzt zur Guten Gottheit.

Diese Religion ist einfach und klar. Was man jedoch heute im „Zendavest“, der heiligen Schrift des Iran, findet, zeigt nur noch ein entstelltes Abbild der alten Lehre. So wird darin den Menschen befohlen, dass sie alle schädliche Tiere und Pflanzen, besonders aber die „Schlangen als Feinde Gottes“ vernichten sollten. Hier findet man den Einfluss der jüdisch-christlichen Bibel, die rein Jhvh-istisch ausgerichtet natürlich Sofia oder die Schlange der Erkenntnis verabscheute. In Ahura-Mazda findet man die Gottheit der Gnostiker und in Ahriman den satanischen Archon dieser materiellen Welt. Garodema oder das Haus der Lieder ist die Himmelswelt der Gottheit, die Erde oder das Haus der Lügen ist der Planet Erde bzw. das gesamte materielle Weltall.

Die absolute Zweiheit

Die im Sinne der absoluten Zweiheit denkenden Gnostiker halten es allerdings für ganz unmöglich, dass sich das seit Ewigkeit existierende böse Prinzip zur Guten Gottheit bekehren könnte. Sie glauben, dass sich Gut und Böse wie Antimaterie und Materie zueinander verhalten und sich bei Berührung gegenseitig zerstören würden.

Interessant ist, dass Zarathustra den Menschen das Kommen des Christus voraus gesagt hat. Er nennt ihn den Retter Sayosat. Als Befreiungszeit wird die biblische Zeit von 12.000 Jahren genannt. Natürlich muss man eine solche Zeitangabe nicht wörtlich nehmen. Man kennt ja aus der hinduistischen Esoterik die Zeitdauer der Tage und Nächte und auch der Jahre Brahmas (12.000 Götterjahre sind 4.320.000 Menschenjahre ). Auf jeden Fall werden nach der iranischen Lehre am Ende alle Menschen befreit.


Mani oder Manes

Die zweite, ganz speziell zweiheitliche Bewegung ist die des Persers Mani oder Manes im 3. Jahrhundert nach Christus. Mani wurde im Jahre 216 geboren und war Babylonier von Geburt. Mit weißer Haut und blonden Haaren. Zuerst gehörte er zur Religionsgemeinschaft der Mandäer, einer puritanischen (reinheitsfanatischen) Sekte, zu der auch schon sein Vater gehört hatte. Hier erlernte er die Meditation (= Erkenne der Wahrheit durch Versenkung in sich selbst) und hier erkannte er auch seine religiöse Berufung.
Mit 24 Jahren hatte Mani seine große Erleuchtung. Er verließ nun seine bisherige Weltanschauung. Er sah sich von nun an als Erben von Buddha. Zarathustra und Christus an. Er reiste nach Indien und erlangte hier die Weisheit der Brahmanen. Im Besitz der Vollkommenheit kehrte in seine Heimat zurück und predigte hier seine neue Lehre.

Mani hat mehrere Bücher geschrieben. Aber die ihm feindliche römisch-christliche Kirche vernichtete alle seine Werke. Was er geschrieben hat, kennt man nur aus den Streitschriften seiner römisch-katholischen Gegner.

Manischäismus

Als Religion hat der Manischäismus absolut nichts mit der Religion der römischen Kirche zu tun. Wie die Katharer lehrte Mani die beiden Prinzipien: das Gute und das Böse. Mani trat für die Zweiheit ein. „Seit Uranfang oder seit aller Ewigkeit bekämpfen sich beide Prinzipien, bis am Ende das Gute über das Böse siegen wird.

Mani erkannte Christus als das „Licht der Welt“ an. Für ihn gab es nur einen geistigen Christus keinen körperlichen und schon gar keinen Gekreuzigten. Die jüdischen Propheten lehnte er wegen ihrer Irrtümer ab. Er fand im Dekalog (=10 Gebote) nicht den Kult der lichten Gottheit, sondern den einer dämonischen Vielgötterei.

Aber, wie gesagt, kennt man Manis Weltanschauung nur von seinen schärfsten Gegnern. Auf jeden Fall war der Manischäismus eine gnostische Religion. Mani hatte sich mit zwei anderen Gnostikern verbunden: mit Marcion und mit Bardesanes, deren Weltanschauung ebenfalls zweiheitlich ist. Der Manischäismus war zugleich eine Gotteslehre ( Theogonie) wie auch eine Weltentstehungslehre (= Kosmogonie). Er enthielt eine weltumfassende Wissenschaft von den göttlichen und den teuflischen Dingen. Alles Wissenswerte der beiden Welten wurde geschildert.

In die Welt geworfen

Der Manischäer betrachtete sich „als in die Welt geworfen“. Er ist ein Fremder auf dieser Welt. Denn er gehört zu den höheren, kosmischen Wesen. Er lebt in dieser Welt im Exil. Er fühlt in sich ein tiefes Heimweh nach seiner Urheimat, von der er entführt worden ist: „Du kommst nicht von hier, deine Wurzel ist nicht von hier, dein Ort ist der des Lebens.“

Man hat hier eine Vorwegnahme, vielleicht sogar einen der Ursprünge des Katharertums. Die neue Religion genoss von Anfang an den Schutz des persischen Königs Schapur I und konnte sich ohne Schwierigkeiten auf Perien und über seine Grenzen hinaus bis nach Klein-Asien und Afrika verbreiten.

Verfolgung der Manischäer

Nach dem Tode von Schapur I aber wurden die Manischäer verfolgt. Die Macht war auf eine andere Herrscherfamilie übergegangen, in die Hände des sassanistischen Dynastie. Der neue Monarch Bahram I hasste Mani und seine Lehre. Mani wurde gefangen genommen und gefoltert. Bei lebendigem Leibe wurde ihm die Haut abgezogen. Mani starb nach 25-tägiger Folter am 26.2.277.

Der Manischäismus wurde in der Folge zu der am meisten verfolgten Religion der Weltgeschichte. Trotzdem breitete er sich immer weiter aus. Von Klein-Asien gelangte er nach Ägypten und verdrängte hier das römische Christentum. Im 4. Jahrhundert hatte er das ganze, damals bekannte Afrika erobert. Alle Länder am Mittelmeer wurde nach und nach manichäisch. Im 5. Jahrhundert beginnt der römische Stuhl in Rom deutlcih zu wackeln. Daher lässt die römische Kirche von nun an die Manischäer blutig verfolgen. Die Blutbäder dauern bis zum 6. Jahrhundert. Dann befinden sich die Manischäer im Untergrund. Denn wenn sie jetzt noch überleben wollten, durften sie sich nicht mehr als Manischäer zu erkennen geben.

Das Manischäertum im Untergrund

Aus dem Untergrund-Manischäertum entwickelt sich im 8. Jahrhundert die Religion der Paulizianer Armeniens. Es handelt sich um eine gnostisch-manischäische Kirche. Sie unterscheiden einen bösen Gott als Urheber der sinnlichen Schöpfung und des Judentums und einen guten und vollkommenen Gott. Im Gegensatz zur römischen Kirche verwerfen sie die Verehrung der Heiligen, der Bilder, das Mönchstum, die Hierarchie sowie alle sinnlichen Formen des Kultus. Ihren Bibelglauben stützen sie vorzugsweise auf die Paulinischen Briefe, wonach man die Paulizianer genannt hat. Sie selbst nannten sich Christen. Ihr Stifter Konstantin wirkte seit 660 in Kibossa in Armenien, bis er 684 auf Befehl des kaiserlichen Beamten Simeon gesteinigt wurde. Der gleiche Simeon bekehrte sich in der Folge zum Paulizianismus und trat selbst an die Spitze der Bewegung. Im Jahre 690 wurde er lebendig verbrannt. Die Verfolgungen dauerten jahrhundertelang. Im Jahr 970 wurden diese Christen vom Kaiser Tzimisces nach Trakien verbrannt. Hier mussten sie die Reichsgrenzen bewachen. Aus ihnen gingen zu Beginn des 10. Jahrhunderts die Bogumilen hervor.

Der Bogumilismus

Der Bogumilismus beginnt im Jahre 935 mit Bogumil. Ob es sich dabei um eine wirkliche Persönlichkeit gehandelt hat, weiß man nicht. Denn Bogumil heißt einfach „Gottesfreund“. Wie alle anderen zweiheitlichen Lehren ist auch die der Bogumilen verfälscht worden. Die meisten der heutigen Bücher sprechen von einem „mystischen Asketismus“, der die Bogumilen zur „Apatheia“ ( Bewegungslosigkeit“, einer höheren Bewusstseinsstufe geführt hätte.

In der Anfangszeit des Bogumilismus gab es einen Popen (= Priester) namens Bogumil. Er gehört als Priester niederen Ranges zur orthodoxen, christlich-bulgarischen Kirche. Diese Kirche war in ihrer Intoleranz und ihrer Selbstüberheblichkeit genau so schrecklich wie das damalige Raom selbst. Der Prälat Cosmas redete gar nicht erst mit den Bogumilen, sondern er bekämpfte sie von Anfang an mit Feuer und Schwert.

Die bogumilische Lehre

Die bogumilische Lehre ist zweiheitlich. Man findet in ihr eine Anlehnung an Zarathustra, an die Frühgnostiker und an die Manischäer. In Konstantinopel wird die neue Lehre als manischäische und paulizianische Häresie bezeichnet. Da die römische Kirche im 10. Jahrhundert jedoch einen brutalen Kampf gegen die Messaliner, Manischäer und die Paulizianer führt, gelingt es den noch vielerorts unbekannten Bogumilen sich dennoch auszubreiten.

Logik und Erkenntnis

Der Bogumilismus ist auf Logik und Erkenntnis aufgebaut. Darin ist ihm die offizielle Kirche nicht gewachsen. Im 10. Jahrhundert lösen sich immer mehr orthodoxe Christen aus ihrer Kirche. Sie verzichten auf die „christliche“ Messe und den Segen unwissender Priester. Vor allem die Klöster werden bogumilisch. Von Askese ist hier keine Spur, denn die Bogumilen lieben die Liebe und die Freude körperlich wie seelisch und geistig.

Allerdings kennen die Bogumilen nicht die absolute Zweiheit, wie man sie bei den manischäern und Katharern gefunden hat. Für diese beiden Weltanschauungen sind das Gute und das Böse urweltliche und ewige Mächte. Der Bogumile hält jedoch das Böse nicht für eine absolute Macht. Das Böse ist nur ein Phänomen oder Ereignis, das aus dem Guten hervorgegangen sei und das infolgedessen vereint werden könne. Da das Böse nicht ewig ist, kann es vernichtet werden. Ihre Weltanschauung, die auch bei einigen katharischen Gruppen des Mittelalters wieder auftauchte, nennt man die „gemilderte Zweiheit“.

Allerdings waren nicht alle Bogumilen dieser Anschauung. Die bogumilische „Kirche von Dragowischtitza“ blieb bei der absoluten Zweiheit. Bei ihr besteht die Urwelt bereits aus zwei Welten, der Guten Welt der Guten Gottheit und der bösen Welt des bösen Gottes.

Die meisten Bogumilen aber gehörten zur gemilderten Richtung. Sie glaubten an den Sieg des Guten über das Böse. Diese Anschauung ist mehr dem Volksdenken angepasst. Hier findet das Volk einen Weg zur Zerstörung des Bösen. Nach ihrer Lehre hat die Gottheit zwei Söhne: Jesus und Satan. Satan ist der Schöpfer der irdischen Welt.

Über die irdische Welt ist die irdische Macht gestellt. Sie geht von Satan aus. Will man Satan bekämpfen, dann darf man diese Macht nicht anerkennen. Im Buch „Die Vision des Jesaias“ heißt es: „Diese Welt hier stammt vom Bösen. Hier wohnt die Macht des Bösen und des Krieges, eine Macht, die nicht ewig dauern wird.“ Diese Macht findet für den praktisch denkenden Bogumilen ihren Ausdruck in den Machthabern von Staat und Kirche. Diese Einstellung ängstigt den Kirchenfürsten Cosmas und den König Boril von Bulgarien. Sie bangen um ihr Geld und ihren Besitz. Daher werden die Bogumilen von diesen Machthabern so heftig verfolgt. Man nennt sie Manischäer und bekämpft sie mit den bewährten Mitteln der Verleumdung und der Verbrennung.

Offizielle Kirche ist eine satanische Einrichtung

Zuerst zeigten die Bogumilen, dass die offizielle Kirche mit ihren erstarrten Riten und ihrer Hierarchie eine satanische Einrichtung ist. Sie zeigen, dass die Kirche den Menschen weltfremd mache, dass sie die Menschheit in eine Schafherde verwandele. Die Bogumilen nennen die Kirche „den Herodes“, der die Wahrheit tötet, die geboren werden wollte.

Bogumilen reinigten die Bibel

Da die Bogumilen ein Buch brauchen, auf das sie sich berufen können, reinigen sie zuerst die Bibel. Sie verwerfen die moralischen und sittlichen Vorstellungen von Scham und Keuschheit des Alten Testamentes, die die Menschen der satanischen Macht dienstbar machen. Sie führen die guten Vorbilder der Ehe von Lot mit seinen beiden Töchtern an und das von David an, der ein sexuelles Verhältnis mit seiner Magd hatte und überhaupt das Vorbild der Ehe naher Blutsverwandter bei den alten Ägyptern. Auch das Neue Testament erkennen sie nicht voll an. Sie zitieren die Texte der Evangelien mit bestimmten Auslassungen, während sie die Liebe in allen ihren guten Formen betonen.

Moses wird nicht ganz abgelehnt. Aber man soll nicht „Diener des toten Buchstabens eines alten Gebotes sein: Der Buchstabe tötet, der Geist aber belebt.“ Die Bogumilen nennen das Gesetz des Moses „Kamelwolle“, die genau so unrein und verwirrt sei. Sie nennen den Weg des Moses den „engen Weg“, während sie den Weg zur Befreiung des Menschen den „breiten Weg“ nennen. Für sie steht Satan hinter den Mächten dieser Welt und sein Antichrist sitzt als Papst in Rom. Er ist mit dem ungerechten Zustand auf dieser Welt einverstanden. Er sagt bei Moses: „Ich bin es, der den Reichen und den Armen geschaffen hat“. Ferner lobt Moses den Krieg: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Der Krieg aber nützt nur den Reichen, während die Armen als Schlachtvieh hingemordet werden. Beim Exodus der Juden stiehlt Moses Gold und Silber, verkündet aber für das dumme Volk: „Du sollst nicht begehren deines nächsten Hab, Gut, Weib oder Kind!“ Dass die Frau in einem Atemzug it Hab und Gut genannt wird, zeigt das Untermenschliche der mosaischen Weltanschauung. Die Bogumilen nennen Moses „den vom Teufel missbrauchten Menschen.“ Sie sagen: „Moses ist der Böse, eine Verkörperung des Satan.“

Keine heiligen

Die Bogumilen erkennen auch die Heiligen der Kirche nicht an. Sie fragen, wer sie eigentlich heilig gemacht hätte? z.B. Augustinus, der seine manischäischen Freunde aus Gewinnsucht verraten hat oder Hieronymus, der sich selbst kastrierte? Was ihn von jeder Selbstbefriedigung abschnitt oder die Inquisitoren, die in Christenblut gewatet haben? Warum sollten die Bogumilen gerade die Bibelauslegungen solcher Untermenschen als richtig anerkennen? Der kirchliche Prälat Cosmas aber verdammt die Bogumilen, weil sie eine eigene Auslegung gefunden hätten. Er sagt: „Wer nach seiner Weise die evangelischen oder apostolischen Worte auswechselt und sie nicht so annimmt, wie sie von den heiligen Männern gemacht worden sind, der sei verflucht!“

Offizielle Kirche ist unlogisch

Nicht nur Cosmas, sondern auch Eutemie von Arenien und Zigabene regen sich über die logische Übersetzung z.B. des Matthäus-Evangeliums auf. Im Gegensatz zu der offiziellen Kirche erklären sie das Unlogische nicht mit Sprüchen aus dem Alten Testament, sondern lassen es einfach weg. Nachdem die Bogumilen die Schrift gereinigt hatten, beschäftigten sie sich mit der Säuberung des kirchlichen Kultes. Sie verwerfen das Kreuz, den Kult der „heiligen Jungfrau“ und den des menschgewordenen Gottes. Für sie ist Maria keine Jungfrau, sondern eine Frau, die einen Mann geliebt hat, da sie von ihr geschwängert worden ist und ihm ein Kind geboren hat. Für sie ist Maria eine ganz normale Frau, die ein uneheliches Kind geboren hat. Denn der Vater des Jesuskindes sei ein römischer Legionär aus dem germanischen Volke gewesen. Die Bogumilen verwerfen die Heiligenbilder oder Ikonen, die Heiligkeit der Reliquien: „Sie sind nicht heilig, sondern sie bestehen aus ganz gewöhnlicher Materie.“ Die Bogumilen verwerfen ferner die Taufe mit Wasser, den Wunderglauben, die letzte Ölung, die Kommunion als Speisung mit dem Blut und dem Leib Jesu und die Beichte. Sie glauben weder an das Fegefeuer noch an eine Hölle. Sie glauben: „Es gibt keine andere Hölle als die Erde.“ Einen Himmel hielten sie auch für unnütz, denn der Mensch wird wiedergeboren in einen neuen Körper bis zu seiner Heimkehr zur Gottheit. Eine Auferstehung am jüngsten Tag mit allen Leibern, die die Menschen je besessen habe, erscheint ihnen absurd. Ein jüngstes Gericht gibt es auch nicht, denn das könnte nur ein böser Gott veranstalten. Wenn die Menschen aber zur Guten Gottheit heimgekehrt sind, hat der Böse keine Macht mehr.

Beschuldigung der Bogumilen als Heiden

Die Orthodoxen beschuldigen die Bogumilen des Heidentums, weil sie weder an eine Auferstehung im Fleisch noch an ein jüngstes Gericht glauben. Die Kirche will, dass die Menschen glauben, ehe sie die Wahrheit erkannt haben, ja sie sind dagegen, dass die Menschen überhaupt etwas erkennen. Die Bogumilen aber wollen erst erkennen und dann erst glauben. Damit beweisen sie, dass sie echte Gnostiker sind. Sie sind Erkennende durch innere Einsicht oder Versenkung in ihre Gute Gottheit. Dieses Erkennen ist keine Mystik, da dieses Erkennen von jedem Menschen guten Willens gesteuert und erlernt werden kann.

Kultur und verherrlichung des Kreuzes

Auch der Kultur des Kreuzes wird von den Bogumilen abgelehnt. Für die orthodoxen Christen ist das Kreuz das Symbol der Kreuzigung ihres Heilandes auf Golgotha, von dem sie behaupten, er sei für die Sünden der Menschen gestorben. Für die Bogumilen ist diese Vorstellung absurd. Denn sie sagen, dass Christus wie sein Vater – Mutter reiner Geist ist, der bekanntlich nicht sterben kann. Also machen die Bogumilen kein Kreuzzeichen und stellen keine Kreuze auf ihre Gräber. Die Bogumilen empfinden vor dem Kreuz eine ausgesprochene Abscheu. Wie viele Menschen sind sinnlos am Kreuz zu Tode gefoltert worden! Soll man das Kreuz al Marterinstrument deshalb anbeten? Die Bogumilen sagen: “Wenn dein Vater an einem Baum gefesselt ermordet worden ist, wirst du deshalb diesen Baum anbeten und sein Abbild als etwas heiliges betrachten?

Was ist der Unterschied zwischen den Heiligenbildern und den Götzenbildern

Die Bogumilen fragten: „Was ist der Unterschied zwischen den Ikonen (= Heiligenbildern) und den Idolen (= Götzenbildern)?“ Und die Antwort lautete: „Keiner!, denn beide bestehen aus toter Materie.“ Damals wurden in der Kirche nicht nur Bilder von Heiligen, sondern auch von Kirchenfürsten, Königen und reichen Spendern angefertigt und nach Rang und Würden an den Kirchenwänden befestigt. Der Prälat Cosmas sagte damals: „Wer nicht in Furcht und Liebe die göttlichen Ikonen küsst, den treffe das Anathema (= Fluch).“ Ein solcher Fluch bedeutete damals die Ausstoßung aus der christlichen Kirche, die Verfolgung, die Tötung und den Verlust des Vermögens, das an die Kirche fiel. Da die Bogumilen weder die Bilder von den Heiligen noch die von den Fürsten und Spendern küssen wollten, wurden sie verflucht. Die Kirche aber wurde sehr reich dabei.

Christus war kein Gott

Für die Bogumilen war Christus kein Gott. Er war ein einfacher Mensch, der mit seiner Geliebten Maria Magdalena zusammen gelebt hatte. Nach der Kirche, sei Maria Magdalena auch die Ehebrecherin gewesen, von der das Evangelium spricht. Weil diese Maria eine Dirne gewesen sei, hätte sie auch von Jesus keine Kinder bekommen. Aber die Bogumilen lehrten das ganze Gegenteil: jesus hat es keineswegs interessiert, ob Maria Magdalena eine Dirne gewesen sein. Er hat sie zu seiner Frau genommen und sie hat ihm 2 Kinder, einen Jungen und ein Mädchen geboren.

Keine Kirchen und Kathdralen

Ferne verwarfen die Bogumilen die gewaltigen Kirchenbauten ihrer Zeit. Sie sagten: „Eine materielle Kirche ist nicht gut, denn man kann in ihr nicht beten. In ihr selbst nur Dämonenpriester. Sie haben sich Rang und Würde angemaßt. Die Wahre Kirche dagegen besitzt keine Prunkbauten und kein materiellen Güter.“ Sie nennen die christlichen Priester „Tempeldiener, Pharisäer, Menschen mit doppeltem Gesicht, Heuchler, leidenschaftliche Säufer und Fresser auf Kosten des armen Volkes.“ Gerade das alles stößt den einfach gesinnten Bogumilen ab. Er braucht weder Kirchen noch Klöster. Wenn er beten will, geht er in die freie Natur oder bei schlechtem Wetter in eine Wohnung.

Unter den Bogumilen gab es Vollkommene, Gläubig und Hörer. Aber es gab keinen Abstand zwischen diesen Gruppen, die eine einzige Einheit bildeten. Es gab also keine hierarchische Struktur bei ihnen wie in der römischen Kirche. Durch die Handauflegung oder das Konsola mentum wurde man „Vollkommener“, konnte also die Priesterfunktion ausüben. Es gab noch andere solcher Funktionen: Apostel, Alte und Meister. Es gab auch Bischöfe, ohne dass diese über den anderen Angehörigen gestanden hätten. Sie hatten einfach die Funktion, selbst Priester zu weihen. Der älteste Bischof wurde bei ihnen „Papst“ genannt. Er war aber nur der „Primus inter pares“ (=der Erste unter Gleichen).

Erde ist von Satanael erschaffen

Nach bogumilischer Ansicht ist diese Erde von Satanael geschaffen worden. In seinem Namen regieren die Fürsten dieser Welt. Entsetzt stellen die Pfaffen Satanaels nun fest, dass die Bogumilen „keine Kinder wollen“. Man hat das so verstanden, als wenn sie für eine allgemeine Enthaltsamkeit oder gar Keuschheit eingetreten wären. Das darf man aber nicht falsch verstehen, denn sie waren durchaus für die Fortpflanzung. Sonst wäre ihre Lehre ja auch ausgestorben. Die Bogumilen waren nur gegen die wahllose Fortpflanzung, wobei nach dem Wunsch der Kirche alle 9 Monate ein geboren werden sollte, das von Geburt an zum Leibeigenen der weltlichen und kirchlichen Fürsten bestimmt war. Die Bogumilen hatten den revolutionären Grundsatz aufgestellt: „Keine Kinder für die Reichen!“

Ablehnung von Kriegsdienst

Als echte Christen lehnten die Bogumilen den Kriegsdienst und den Krieg ab. Dabei machten sie nur eine Ausnahme: Sie verteidigten ihre Heimat, wenn diese von fremden Mächten angegriffen wurde. Als zu Beginn der 13. Jahrhunderts von den französischen Feudalherren und von Rom ein neuer Kreuzzug zum heiligen Land aufbricht, wird er na den bulgarischen Grenzen aufgehalten. Schon lange haben die Kreuzfahrer in früheren Jahrhunderten die Länder, durch die sie zogen, gebrandschatzt. Seit die Bogumilen sich in Bulgarien ausgebreitet haben, wollen sie diese europäischen Räuber nicht mehr durch ihr Land ziehen lassen. Bei Andiaopol werden die Kreuzfahrer von Bulgaren vernichtend geschlagen. Der 4. Kreuzzug gegen die Ungläubigen konnte nicht stattfinden.



Die Gnosis

Die Gnosis

Was bedeutet Gnosis?

Gnosis bedeutet Erkenntnis und der Gnostiker ist der Erkennende. Die Gnosis ist nicht einfach ein geistiger Strom im Schoss des Christentums, wie man es häufig lesen kann. Sie ist eine Bewegung von ursprünglichen Gedanken. Sie folgt einer der ältesten Bestrebungen der Menschheit. Ihre Wurzle mit der Sofialegende soll aus nördlichen Quellen in die jüdische Geheimlehre gelangt sein und hier verändert worden. So sehen die Juden in der Schlange etwas Böses. Für die nördlichen Menschen dagegen ist die Schlange das Symbol der Weisheit und man spricht in Indien noch heute von „Schlangen der Weisheit“, wenn man heilige oder weise Menschen meint.

Erscheinung der Gnosistiker

Die Gnosis ist viel verfolgt worden und mancher Wundert sich über ihr regelmäßiges Wiedererscheinen in Krisenzeiten. Das ist aber der typische Sofia Impuls, der nach Katharsis-gnostischer Anschauung der Gnosis zu immer neuen Wiedergeburten verhilft. Die Gnosis ist für den Adepten der Weisheit, d.h. Für den wissenden Esoteriker, die Quelle der guten Religion und ihr Untergrund. Die Gnosis zeigt sich lange vor Christus, dann zu seinen Lebzeiten und danach. Sie führt zur geistigen Aufwärtsentwicklung der Menschen durch die „vollkommene Erkenntnis“.

Wie gelangte die Gnosis zum heutigen Europäer? Sie ist mit der Religion der Brahmanen Indiens verwandt und mit Indien haben, wie man es bei Mani gesehen hat, immer Kontakte bestanden. Wer in den Staaten des Mittelmeerraumes nichts mehr lernen konnte, der reiste nach Indien, wo die alte Überlieferung noch lebendig geblieben war. In den anderen Ländern der Alten Welt wurde die Gnosis von der Römischen Kirche systematisch vernichtet.

Die älteste Überlieferung des Gnostizismus

Die älteste Überlieferung der Gnosis aber kommt von Atlantis. Dieser Erdteil befand sich nach Aussage von Plato jenseits der Säulen des Herkules, also im heutigen Atlantik bei Gibraltar. Dieser Kontinent ging nach und nach unter. Der letzte Rest verschwand vor langer Zeit und hat wahrscheinlich zum Sintflutbericht der Juden geführt. Nach Katharsis-gnostischer Anschauung förderte Jhvh die Vernichtung von Atlantis, weil sie dort wohnenden Menschen auf dem Erkenntnisweg sehr weit fortgeschritten waren und direkt vor ihrer endgültigen Befreiung standen. In der bekannteren Esoterik und Theosophie dagegen wird berichtet, dass es hier zu harten magischen Kämpfen zwischen den weißen und schwarzen Magiern gekommen sei, in deren Folge der Kontinent untergegangen sei.

Gnosis in Griechenland

Die Gnosis hat in Griechenland ihre beste geistige Entwicklungsmöglichkeit gefunden. Das Wort „Gnosis“ ist ein griechisches Wort, das mit „Erkenntnis“ übersetzt wird. Griechenland suchte wie der Orient die Erkenntnis, während das spätere Christentum Roms die Gnosis ganz ablehnte und an ihre Stelle einfach den blinden Glauben setzte.


Pythagoras und die Gnosis

Der erste und bekannteste Gnostiker war Pythagoras. Er war nicht nur Mathematiker und Physiker, sondern ein echter Philosoph. Seine Lehre enthält versteckte ägyptische Elemente. Pythagoras hatte alles in Griechenland zu Erkennende bereits erreicht. Daher reiste er nach Ägypten und wurde hier in die höchsten Mysterien eingeweiht.

Im Persischen-ägyptischen Krieg wurde Pythagoras gefangen genommen. Als Gefangener gelangte er nach Babylon. Hier studierte er in der Heimat der babylonischen Astarte oder Liebesgöttin alle damaligen asiatischen Religion und erkannte ihre gemeinsame Abstammung von einer Ur-Religion oder Ur-Erkenntnis.

Nach seiner Rückkehr nach Griechenland weihte er die griechischen Priester in die ägyptischen Mysterien ein und erhob den Pythonissentempel von Delphi zum gnostischen Zentrum Griechenlands. Hier wurde die Lehre der Weisheit unter ihren göttlichen Aspekte von Isis-Astarte-Aphrodite an die Adepten weiter gegeben. Als Pythagoras kurze Zeit nach der Gründung dieses Heiligtums mit 30 Schülern den Tod fand, war seine Lehre durch diese weisen Pythonissinnen für alle Zeit gesichert.

Pythagoräische Schule

Die pythagoräische Schule bestand noch 2 Jahrhunderte lang nach dem Tod ihres Gründers. Seine zahlreichen Schriften befanden sich in der Bibliothek des Seraphäums in Alexandrien. Hier wurden sie im 4. Jahrhundert von den römischen Christen unter Kaiser Theodor vernichtet, weil sie sich nicht im Einklang mit der katholischen Lehre befänden.

Plato

Der Athener Plato ergriff nach Pythagoras die Fackel der Erkenntnis. Durch einen Schüler des Pythagoras namens Argytas erhielt er eine Originalhandschrift des Meisters. Hieraus machte Plato den „Timäus“, der eine Zusammenfassung der pythagoräischen Philosophie darstellt. Aufgrund dieser Erkenntnisse gründete Plato die Akademie von Athen.

Das Wissen des Plato ging später in die Schule von Alexandrien über, deren Hauptvertreter Plotin gewesen ist. Ihm folgte im 4. Jahrhundert sein Schüler Jamblicus. Dieser versuchte, die Gnosis des alten Ägypten wieder zu beleben. Dabei scheiterte er allerdings, weil das römische Christentum inzwischen schon zu stark geworden war.

Die Kirche und die Verfolgung der Gnostiker

Damals erstickte Rom alle Erkenntnis. Rom stellte den blinden Glauben über das Wissen. Die Gnostiker, die überleben wollten, flüchteten in die römische Kirche. Sie wurden also Christen. Allerdings brachten sie ihre gnostische Weltanschauung mit. Diese sickerte unmerklich in die christliche Lehre ein und ist teilweise auch heute noch darin enthalten. Man denke an das „kyrie eleison“ (= Herr, erbarme Dich) in katholischen Messritualen! Kein Katholik kann eine vernünftige Erklärung für das Vorhandensein oder die Bedeutung dieser griechischen Worte geben. Die Gnosis begann nun, den blinden Glauben zu verdrängen. Entsetzt stellte Rom das fest und begann nun den Kampf gegen die Gnosis in ihren eigenen Reihen.

Die syrische Gnosis

Es gab eine syrische Gnosis, die durch Simon Magus, Saturnin und die Ophiten vertreten wurde. Außerdem gab die alexandrinische Gnosis, in der man Basilides, Valentin mit seinen Schülern, Karpokrates u.a. findet. Sie alle brachten ihre gnostische Lehren in das junge Christentum ein und befruchteten es mit echter Erkenntnis. Bald jedoch galt ihre Weltanschauung in Rom als „ketzerisch“ oder „häretisch“. Z.B. behaupteten sie, dass Christus zwar eine göttliche Wesenheit gewesen sei, dass er aber keinen materiellen Körper, sondern nur einen Scheinleib besessen habe. Diese Lehre wurde von Rom verdammt.
In der syrischen Gnosis findet man im 2. Jahrhundert hebräische und vorderasiatische Einflüsse, die das Licht der Gnosis verdunkeln. Die alexandrinische Gnosis ist dagegen eine reine Lichtreligion, die von Griechenland und Ägypten beeinflusst wird. Diese beiden Gnosis formen verwerfen das Alte Testament, die Gesetze des Moses und seinen skrupellosen Dekalog. Denn dieser Moses verlangt die sklavische Unterwerfung an der Stelle von Erkenntnis.

Die christliche Gnosis

Die christliche Gnosis schließt sich direkt an die vorchristlich Mystik an. Beide haben gemeinsame Symbole. Die wichtigsten sind die Schale und das Buch, die die Offenbarung überliefern. Man findet hier den „Kult der Großen Mutter“ oder „des weiblichen Prinzips“. Das „Evangelium der Eva“ und besonders die „Pistis Sofia“ sind hebräisch vollständig erhalten geblieben. Sie stellt eine Art von Volkswissen dar, das sich von der Gnosis der Eingeweihten deutlich unterscheidet. In der Pistis findet man zum ersten Mal jene irdisch-satanischen Dämonen, die später den Kern der jüdischen Kabbalah bilden werden.

Körperlichen Liebe ist gnostisch

Die Haltung zur körperlichen Liebe ist gnostisch. Marcion empfiehlt nur eine solche geschlechtliche Vereinigung, die nicht zur Zeugung führt. Denn das sich Fortpflanzen würde bedeuten, dass göttliche Seelen in materielle Körper eingeschlossen werden. Dieser Gnostiker erlaubt durchaus die Ehe, aber nur eine solche Ehe, die nicht von der Materie beherrscht wird.
Diesen gnostischen Schrecken vor der Fortpflanzung findet man später bei den Minnesängern des 13. Jahrhunderts wieder. Ihr Ziel war der Liebesdienst oder die Höfische Liebe. Diese sollte ausschließlich der Aufwärtsentwicklung des Menschen, nicht aber der Zeugung dienen.


Luziferische Gnosis

Dann gibt es eine „luziferische“ (= lichtbringende) Gnosis und die Gnosis der Ophiten (= Schlangenverehrer). Sie besitzen die urweltliche Erkenntnis der Sofia. Bei ihnen wird die Schlange der Bibel als Botschafterin der Guten Gottheit, ja sogar als die Gottheit selbst bzw. ihr Wort angesehen. Nachdem der irdische „Schöpfer“ Eva und Adam an diese Welt gefesselt hatte, brachte ihnen Luzifer (oder Sofia, die Schlange) das Wissen von Gut und Böse, d.h. die göttlich machende Gnosis durch die wollüstige Liebe. Luzifer ist bei diesen Gnostikern also nicht der böse Satan wie bei den übrigen Christen, sondern die Lichtbringerin Sofia, die Tochter der Guten Gottheit.

Sonntag, 11. April 2010

Die Weltanschauung der Katharer


 Die Weltanschauung der Katharer

die Katharer und ihre Religion, Glaube

Die Katharer

Die Katharer (= die Reinen) sind eine Glaubensbewegung des 11. Jahrhunderts. Zum größten Teil breiteten sie sich im Süden Frankreichs aus. Sie selbst nannten sich „veri christiani“ die wahren Christen oder „boni homines“ gute Menschen. Diese Abkehr vom herkömmlichen katholischen Glauben, führte dazu das sie durch Kreuzzüge und Inquisition vernichtet wurden. Die Katholische Kirche nannte sie die „Katzen Satans“ (= Kätzer, Ketzer).Die Verbreitung der Katharer

Das woran die Katharer glaubten und wo sie pflegten zu beten, wurde von der Katholischen Kirch vernichtet und die meisten Aufzeichnungen ihrer Kultur wurde von der Kirch geschrieben. Damit sind diese Quellen natürlich nicht Glaubenswert, da sie aus Verhöhnungen und Verfälschungen bestehen.

Gott ist Geist

Die Katharer glaubten Gott ist Geist. Seit Ewigkeiten ist er die vollkommene Liebe. Er ist in sich vollkommen, unveränderlich, ewig und gerecht. Nichts Böses und nichts Vergängliches kann in ihm sein, noch von ihm kommen. Infolgedessen können seine Werke nur vollkommen, unveränderlich, voller Liebe, gerecht und gut sein wie der Gott selbst.

Welt voller Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Veränderlichkeit

Nun aber haben die Katharer festgestellt, dass unsere Welt den Werken Gottes wenig entspricht. Sie sehen diese Welt voller Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Veränderlichkeit. Sie sagen, dass die Grundsubstanz oder die Materie dieser Erde vergänglich, unvollkommen, veränderlich, voller Übel und Leid sei. Hier gäbe es keine Ewigkeit, sondern nur den Tod für alle Lebewesen.
Die Materie dieser Welt ist also unvollkommen. Die Gottheit aber ist die vollkommene Liebe. Die Geschöpfe dieser Welt werden nur geboren, um nach einem mehr oder minder leidvollen Leben zu sterben. Die Gottheit aber ist das ewige Leben.
Gemäß diesen Behauptungen sahen die Katharer einen deutlichen Widerspruch zwischen der Vollkommenheit Gottes und der Unvollkommenheit der Materie dieser Welt. Vollkommenheit und Unvollkommenheit aber seien nicht ineinander vereinbar.
Unvollkommenes kann aber nicht von etwas Vollkommenen verursacht sein. Daher können die irdische Welt und die irdischen Geschöpfe nicht von einem vollkommenen Gott erschaffen worden sein.
Kommt diese Schöpfung von Gott? Weshalb hat er sie dann nicht vollkommen erschaffen? Hat er sie vollkommen erschaffen wollen, es aber nicht tun können? Dann ist Gott nicht allmächtig und selbst nicht vollkommen.
Wenn Gott diese irdische Welt vollkommen erschaffen konnte, es aber nicht hat tun wollen, so wäre das grausam, hätte das nichts mit vollkommener Liebe zu tun.
Aus dem Gesagten schließen die Katherer, dass Gott diese irdische Welt nicht erschaffen habe. Sie unterscheiden sich mit dieser Feststellung von der üblichen esoterischen Auffassung, nach der die Menschen gerade durch diese Unvollkommenheit der Welt in die Lage gesetzt werden, sich von Leben zu Leben zum Gottmenschentum und zur Gottheit selbst hin zu entwickeln. Eine Welt der Vollkommenheit aber würde ein Stehenbleiben für immer bedeuten. Die Weltanschauung dieser Spätgnostiker entspricht also nicht der heute üblichen esoterischen Lehre.

Die irdische Welt ist nicht von Gott

Diese irdische Welt wäre also nicht von Gott, sondern von seinem Gegenpol, dem Archon oder auch Satan erschaffen worden. Die Katharer berufen sich darin auf den Anfang des Johannes_Evangeliums, den sie folgendermaßen übersetzten:

"...Durch das Wort ist ALLES geworden, (=die Welt Gottes)...
und ohne das Wort ist NICHTS geworden, was gemacht ist (=die Welt der Finsternis oder Satans)"

Hier ist die Lehre vom Dualismus oder der Zweigeteiltheit des Kosmos. Nach dieser Lehre stehen sich seit Uranfang oder schon immer und ewig zwei entgegengesetzte Welten im Kosmos gegenüber: Die Welt Gottes und die Welt Satans.
Die Welt Gottes entspricht dem Wesen Gottes: sie ist vollkommen. Die Welt Satans dagegen ist unvollkommen, vergänglich und voller Leiden. So wie das Wesen Gottes die Liebe ist, so ist das Wesen Satans das Leid.
Die Katharer haben die Materie Satans dam Geist Gottes gegenübergestellt. Dabei sind sie der Überzeugung, dass Satan selbst auch Geist sei.

Gott der Schöpfer, Satan der Nachahmer

Gott wird als der eigentliche Schöpfer dargestellt, Satan dagegen als der Nachahmer Gottes. Als Gott in seinem Weltall seine gute und vollkommene Schöpfung begann, wollte auch der Archon in seinem Weltall etwas Ähnliches beginnen. Gott hatte seine Welt in sieben Himmel eingeteilt. Infolgedessen schuf Satan auch sieben Ebenen von unterschiedlicher Beschaffenheit, in denen die Materie von Ebene zu Ebene immer feiner wird.
Beide Schöpfer hätten nun Sonnensysteme und Milchstraßen geschaffen. Beide hätten sie ihre Planeten mit Pflanzen und Tieren bevölkert.

Die Menschen

Als nun Gott nach seinem Bild Menschen erschuf, hätte Satan auf der irdischen Welt das Gleicher versucht. Es sei ihm aber nicht gelungen, selbstbewusste Menschen- und Tierwesen zu erschaffen. Aus der Erde seiner Welt hätte er nur lebensunfähige Ungeheuer erschaffen können, die er dann immer wieder vernichtet hatte.
Voller Neid sah Satan hinüber zum Reich Gottes. Alle Nachahmungen brachten ihn nur immer neue Enttäuschungen, denn der Welt Satans fehlte eine bestimmte Substanz, die Geistsubstanz Gottes, aus der allein selbstbewusste Menschen und Tiere entstehen können. Satan fehlte die Liebe und die Freude, die die Essenz der menschlichen und tierischen Geistseele ausmachen.

Krieg der Himmel

Da Satan nicht glaubte, dass Gott ihm freiwillig Geistseelensubstanz zur Verfügung stellen würde, beschloss er, sie sich mit Gewalt zu holen. So kam es zum "Krieg der Himmel", über den es in fast allen Religionen ausführliche Berichte gibt. Auch der berühmte "Engelssturz" wird hier ganz anders als üblich interpretiert. Die Grundanschauung entnehmen die Katharer der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes.

"Siehe, ein Drache, ein Drache, feurig und gewaltig groß, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde.“

Die Heimkehr des Drachen

Für die Katharer ist also die Offenbarung keine Zukunftsschau, sondern der Bericht ihrer Erkenntnislehre.
Die Heimkehr des Drachen sah einem Sturz ähnlich, denn er der Drache und sein Dämonenschwanz wurden aus den Himmeln Gottes als Fremdkörper ausgestoßen und in ihr eigenes materielles Weltall zurückgestürzt Nach der katharischen Version, die man auch bereits bei den Manischäern findet, werden nicht himmlische Engel gestürzt, sondern der Archon Satan und sein kriegslüsternen Scharen.
Jetzt fragt man sich natürlich warum Gott nichts unternommen hat, um dieses Drittel seiner gestohlenen himmlischen Sterne zurück zu erobern? Darauf wird geantwortet: "Gott ist so gut, dass er nur die Waffen der Barmherzigkeit und der Liebe zur Verfügung hat. Gott ist nur im Guten allmächtig und auch nur dort schaffen was er will. Gott kann kein Übel wollen und nichts Böses tun. Daher leistet er dem Bösen bei seinem Einbruch in den Himmel auch keinen Widerstand.

Der Archon machte aus den selbstbewussten Geistwesen und später aus der ganzen Geistsubstanz vor allem die Geister der Menschen, dann der Tiere, der Pflanzen und aller Lebewesen. Die ersten Menschen waren Eva und Adam. Aus irdischer Materie schuf Satan nun irdische, tierische Körper. Er schläferte zwei Geistwesen ein. Diese versetzte er in zwei Materiekörper, hauchte sie an, wodurch sie unauflöslich für sehr viel Leben in den Körpern gefesselt wurden.
Man kennt ja eine ähnliche Geschichte aus der Bibel, wo JHVH den ersten Menschen erschafft. Nach der Darstellung der Katharer ist der "Hauch" nicht die unsterbliche Seele, sondern nur eine Fessel des unsterblichen göttlichen Geistwesens.


Eva und Adam

Als die beiden Geistwesen Eva und Adam erwachten, sahen sie sich in irdischen Körpern eingesperrt. Diese Körper waren aus so dichter Materie, dass sie von ihrer Umwelt fast nichts wahrnehmen konnten. Durch die Materiefessel und den festen Körpern waren Eva und Adam sehr behindert. Sie konnten die Welt Satans nicht mehr verlassen. Ihre Körper waren wie die der heutigen Menschen aus vergänglicher Materie geformt, deren Vergänglichkeit sie eines Tages zum Tode führen würde. Aber es ist nur der Körper, der stirbt, nicht aber das göttliche, unsterbliche Geistwesen. Das Geistwesen wird nach dem Tode des Körpers nicht frei und kann nicht in seine geistige Heimat zurückkehren. In Satans Fesselgewänder gehüllt muss es auf Satans Welt bleiben und da die Gesamtzahl der Geistwesen (ein Drittel der himmlischen Sterne) begrenzt ist, wird ein Geistwesen, dessen Körper gestorben ist, bald von Satan zu einer neuen Verkörperung in einem anderen, neu geborenen Körper gezwungen. In diesem neuen Körper das Leiden des Lebens immer wieder erneut erfahren, denn die Schmerzen des Körpers werden auch die Schmerzen des Geistkörpers sein. Mit diesem Körper wird es „die Geistseele“ altern, wird es sich dann zu immer neuen Verkörperungen in anderen, neu geborenen Körpern gezwungen sehen.

Die katharische Sicht zeigt sich hier sehr unterschiedlich von der biblischen. Eva ist hier nicht die „Männin Adams“. Sie ist kein Ableger von Adam, ist nicht aus seiner Rippe gemacht, ist nicht seine Tochter wie die Eva der Bibel. Eva ist ein selbstständiges Wesen, das zugleich mit Adam entstanden ist. Daher ist diese Eva bei den Katharern auch nicht Adam untergeordnet.

Seid fruchtbar und mehret Euch!

Satan oder Jhvh oder der Archon hatten zu den beiden ersten Menschen gesagt:

 „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ In ihre irdischen Tierkörper hatte der Archon von Anfang an den Fortpflanzungstrieb eingebaut, der sich zu immer neuen, unbewusst erlebten geschlechtlichen Vereinigungen zwang deren Resultat immer mehr Kinder waren. Durch den Archon wurden immer mehr neue, aus dem „Sternendrittel“ stammende Geistwesen durch diese unfreiwillige Fortpflanzung in menschliche Körper eingeschlossen. Schon bald bevölkerte sich diese Welt mit immer mehr Menschen, Tieren usw. Durch Leid, Krankheit, Unwetter usw. trat der Tod ein, so dass die Menschen, Tiere und Naturgeister nur immer kürzere Zeit leben konnten. Eva und Adam sollen noch 900 Jahre gelebt haben. Die Menschen des Mittelalters hatten nur eine Lebenserwartung von 30 Jahren, während es in der heutigen Zeit etwa 90 Jahre sein dürften.

Da behauptet der Schriftsteller, der SS-Oberst Otto Rahn in seinem Bch „Der Kreuzzug gegen den Gral“ durch Kain sei der Tod in die Welt gekommen. Schon die Frau Blavatzky schrieb um 1875 dass Abels vergossenes Blut das eines jeden jungen Mädchens gewesen sei das entjungfert wird denn Abel ist und war ein Mädchenname.

Die ersten Menschen

Die ersten Menschen lebten nach den Aussagen der Bibel in einer Welt, die heute das „Paradies“ genannt wird. Dieses „Paradies“ hatte der Archon der Gotteswelt nachempfunden und nachgeahmt. Er hatte es geschafft, um die menschlichen Geistwesen die Himmelswelt Gottes vergessen zu lassen. Und das gelang dem Archon schon bei Eva und Adam, die durch ihre schweren Materiehüllen ohnehin kaum in der Lage waren, allzuviel von ihrer Umwelt wahr zu nehmen. Sie lebten, aßen und tranken von den Früchten des Paradiesgartens. Sie pflanzten sich unbewusst fort, vermehrten sich immer mehr. Die Kinder Eva überquerten die Grenzen des Paradieses und besetzten die ganze Erde, d.h. Das ganze materielle Weltall. Dabei folgten die Kinder unbewusst dem Beispiel ihrer Eltern und vermehrten sich ständig, ohne dass ihnen ihr Tun irgendwelche Schmerzen gemacht hätten. Sie waren ja noch reine Gefangene, die man in Materie wie in einen dicken Panzer eingeschlossen hatte. Wenn sie als Geistwesen denken konnten, besaßen sie keine Möglichkeit, ihrem Denken Ausdruck zu verleihen. Ihre tierischen, archonten ähnlichen Körper folgten dem Vermehrungsgebot, ohne dass ein Einfluss seitens der göttlichen Geister erfolgen konnten.
Bei diesen ersten, unbewusst gezeugten Kindern Evas und Adams handelt es sich nicht um Kain und Abel, denn diese wurden schon bewusst gezeugt. Es geschah in einer Zeit, als die ersten Menschen durch die „Schlange“ (= die erste Erlöserin aus der Welt Gottes) bereits die erste Gnosis (=Erkenntnis) gewonnen hatten. Wenn man in der Bibel liest, Kain sei „nach der Tötung Abels“ zu einem anderen Volk gegangen und hätte sich hier eine Frau genommen, dann stammt diese von Kindern ab, die Eva und Adam nicht oder noch unbewusst gezeugt hatten.
Weder die Katharer, die Manischäer oder sonstige Gnostiker geben einen Zeitpunkt an, bis zu dem dieser unbewusste Zustand gedauert hat. Die Wissenschaft ist aufgrund von Knochenfunden der Ansicht, dass die ersten Menschen plötzlich vor 2 oder 4 Millionen Jahren auf der Erde erschienen seien. Hängt das Bewusstwerden mit einer Formveränderung zusammen? Waren die ersten Menschen das Ergebnis einer plötzlichen Mutation, d.h. Einer sprunghaften Veränderung einer Affen oder schweineähnlichen Tierart? (Anmerkung: Das Schwein nach dem Anatomen Prof. Dr. Sieve wegen der 278 Muskeln am Hinterbein, die auch das menschlich hohen Intelligenzgrad).

Körperliche Verwandtschaft zu den Tieren

Die ersten Menschen haben eine körperliche Verwandtschaft zu den Tieren dieser Welt, denn auch ihr Körper ist der eines Säugetieres, Nicht mal von der Gehirnbildung her unterschieden sich die Tiere von Anfang an von den Menschen. So unterscheidet sich auch das Selbstbewusstsein der Menschen nicht von dem der Tiere.

Was man früher und heute in der Erde gefunden hat, das sind die Reste der Fehlschöpfungen des irdischen Archons, den Rest jener Ungeheuer, als der Archon den Versuch machte, Menschen und Tiere ohne den göttlichen Geist herzustellen oder hat der Archon diese Reste auch bewusst vernichtet, damit keine Spuren seiner Schande zurückblieben. Schon die mittelalterlichen Menschen sahen in den Knochen der vorsintflutlichen Saurier Rest von Fehlentwicklungen bei der Erschaffung von Menschen und Tieren. Und diese Menschen des Mittelalters kannten bereits die Kohle, die ja nur ein Überbleibsel früherer Baumfarnwälder ist. Also hatte es schon vor der Erschaffung des Paradieses völlig anders aussehende Großpflanzen gegeben, als es die heutigen Bäume sind.
In den Höhlen, in denen diese Katharer im Mittelalter in der Verfolgungszeit teils lebten, teils ihre religiösen Feiern abhielten, hatten die Gläubigen Höhlenzeichnungen mit ganz anders gestalteten Menschen gesehen. Daraus schloss man, dass auch die menschliche Körperform sich von der Schöpfung an sehr verändert hatte, denn die im menschlichen Körper wohnende Geistseele hat die materielle Körperform der eigenen geistigen Form angepasst.
Diese Feststellung widerspricht der Bibel, die behauptet, dass sich der Mensch von der Erschaffung an nicht mehr verändert hätte. Die heutige Wissenschaft aber beweist heute, dass sich die menschliche Form seit dem Co-magnon-Menschen und dem Neandertaler deutlich verändert hat.
Der Zustand der unbewusst erlebten Paradieses durch die ersten Menschen dauerte nur bis zu dem Zeitpunkt der ersten Erkenntnis.

Die erste Erkenntnis oder Erlösung

Die Gottheit hat niemals den fruchtbaren Raub vergessen, den der Archont oder der satanische Drache begangen hatte. Inzwischen hatte die Gute Gottheit die Himmelswelten so vollkommen wiederhergestellt, wie sie vor dem Krieg in den Himmeln gewesen waren und der „Hüter der Schwelle“ würde weitere Einbrüche verhindern. Nun begann die lichte Gottheit, an die Befreiung der verschleppten Geistwesen zu denken. Daher sandte die Gottheit ihre Tochter Sofia (=die Weisheit) hinunter in die materielle Welt des Archonten. Sofia sollte den in den Menschen gefangenen Geistwesen den Weg der Befreiung zeigen. Sofia brachte mit ihrem Abstieg in die materielle Welt ein großes Opfer, denn das Leben eines göttlichen Lichtwesens ist in der dunklen Welt des Archonten furchbar.

Welt des Archons

Natürlich ist die Welt des Archons, also die materielle Erdwelt, nicht ganz dunkel, denn auch hier gibt es Sonnen, die die Dunkelheit aufhellen. Aber ihr Licht ist nur veränderte Dunkelheit gegenüber dem Licht der Guten lichten Gottheit. Der besseren Unterscheidung dieser beiden Lichtarten wegen sprechen die Gnostiker und die Katharer von „Gotteslicht“ oder auch von „Überlicht“. Die Gottheit selbst ist das Gotteslicht und die Menschen haben das gefangene Gotteslicht in sich. Es ist das menschliche göttliche Ego oder Selbstbewusstsein.
Die Tochter der Gottheit heißt Sofia oder Weisheit. Sie umkleidet sich für ihren Aufenthalt in der Welt des Archon mit einem Scheinkörper, damit sie sich hier bewegen, also hier handeln kann. So bekleidet dringt sie nun in das Paradies ein und gelangt zu den ersten Menschen, zu Eva und Adam. Die erste Erlöserin wird in der Bibel eine „Schlange“ genannt, weil sie sich schlangen gleich in die materielle Welt eingeschlichen hätte. Sie wird in der Bibel als teuflisch und böse geschildert. Darin sehen die gnostischen Katharer den satanischen Einfluss in der Bibel, die ein gutes und göttliches Wesen verteufelt. Die heutigen Menschen, denen die entstellte Paradieslegende erzählt wird, glauben noch immer, die Schlange sei ein böses Wesen gewesen, das die ersten Menschen zur Sünde verführt hätten. Da der Archon selbst teuflisch ist, kann Sofia es gar nicht sein.

Die Ophiten

Diese Feststellung ist rein gnostisch. Sie erinnert an die Ophiten oder Schlangenverehrer, die die Schlange deshalb angebetet haben, weil sie gegen Jhvh opponiert hätten. Für die Ophiten ist die Schlange sogar die Gute Gottheit selbst.
Der Archon Jhvh muss eine Befreiungsaktion von Seiten der Gottheit geahnt haben. Daher hatte er Eva und Adam verboten, die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ zu pflücken und zu essen. Jhvh hatte den Menschen die Todesstrafe angedroht, wenn sie sein Gebot oder Verbot übertreten würden. Aber Leid und Tod sind auf dieser materiellen Welt ohnehin schon in die Materie und die materiellen Körper einprogrammiert. Durch dieses Gebot oder Verbot wollte sich der Archon nur seiner ewigen Herrschaft über die Menschen versichern, denn alle Menschen, die noch nicht vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen haben, sind unwissend, blind und unfähig zur Selbstbefreiung.

Die Frucht vom Baum der Erkenntnis

Was ist das nun für eine „Frucht“ die am „Baum der Erkenntnis“ wächst? Ist es ein Apfel, wie es die Dichter und Maler dargestellt haben? Ist es eine Feige, und war der Baum der Erkenntnis ein Feigenbaum? Oder bedeutet das „Essen der Frucht“ etwas Geistiges? Ist die „Frucht“ nur ein Symbol?

Die Bibel hat den Menschen diesen Punkt verschwiegen. Die Antwort findet man zum Teil in den jüdischen Geheimlehren und in der gnostisch-katharischen Lehre. Hier findet man folgende Anschauung:
Bei der „Frucht“ handelt es sich nicht um eine Frucht. Beim „Baum der Erkenntnis“ handelt es sich nicht um einen Baum. Diese Frucht kann man weder pflücken noch essen. Die Frucht ist nur ein Symbol. Die Frucht ist das Symbol für den wollüstigen Geschlechtsverkehr, bei dem die körperliche Fortpflanzung ausgeschlossen bleibt. Der Baum der Erkenntnis ist der Gummi- der Feigenbaum, aus dessen Saft die Gnostiker und die Katharer das erste Empfängnisverhütungsmittel der Welt herstellten. Man könnte es mit einem Schutzmittel oder der heutigen Pille vergleichen. So wie heute die katholische Kirche und ihr Papst die Pille verbieten, so verbot schon der alttestamentarische Jhvh den Menschen die „Frucht“. Wenn die Gnostiker und die Katharer hier von „wollüstigem Geschlechtsverkehr“ sprechen, dann meinen sie nicht nur, dass die Wollust eine angenehme Freude sei. Für sie ist die Wollust nicht Selbstzweck, sondern sie ist es, die die Menschen über die „Erkenntnis“ zur Befreiung führt. Die Erkenntnis ist nicht nur das Wissen um Gut und Böse. Nach gnostischer Anschauung befreit diese Befreiung die Menschen als göttliche Wesen von den Fesseln Satans. Denn der Geschlechtsverkehr in allen seinen guten Formen wie auch die Selbstbefreiung öffnen die Tore im Gefängnis des menschlichen Körpers, durch die die Menschen den Heimweg zur göttlichen himmlischen Heimat antreten können. Das ist übrigens der besondere Sinn des 18. Grades, das diesbezügliche Geheimwissen der Einweihung zur Anwendung zu bringen.

Sofia erscheint im Paradies

Sofia, die Tochter der Gottheit, erscheint also eines Tages im Paradies bei Eva und Adam, als sich der müde Jhvh gerade zu einem Mittagsschläfchen hingelegt hat. Die Gelegenheit ist also günstig. Sofia spricht mit Eva, erzählt ihr von der „Frucht vom Baum der Erkenntnis“, die klug mache. Eva wehrt sich zuerst, erwähnt das Verbot durch ihren sogenannten „Schöpfer“, will nicht essen, hat Furcht vor dem angedrohten Strafe. Aber Sofia verkündet Eva, dass sie nicht sterben werde, sondern dass sich selbst wieder göttlich werden wird: „Ihr werdet Götter werden“. Durch das „Essen der Frucht“, durch die „Wollust“ also, werdet ihr wie Gott. Mit „Gott“ meint Sofia hier nicht den „schöpferischen“ Archon Jhvh, sondern die wahre Gottheit, deren Tochter Sofia ist. Durch die Kraft der Gottheit gelingt es Sofia, Eva und Adam zu überzeugen, die nachdem sie durch die „Frucht“ die Empfängnis ausgeschlossen haben, sich sogleich ans „Essen“ machen, also eine reine Wolllustvereinigung durchführen.

Noch während sie in den ersten Wonnegefühlen erbeben, öffnen sich ihre geistigen Augen. Eva und Adam erkennen einander als göttliche Wesen, als Götter, wie es ihnen die „Schlange“ verheißen hat. Die erste Öffnung in der satanischen Körperfessel hat sich bei ihnen durch die Wollust eröffnet. Nach der esoterischen Anatomie der gnostischen Katharer befindet sich die Öffnung in der Gegend der Geschlechtsorgane beider Partner. Hier befindet sich der Hauptsitz des göttlichen Geistwesens, des Bewusstseins oder des Ego. Durch die wollüstige Liebe und ihren Höhepunkt treten beide Geistwesen miteinander in Kontakt.

Gotteslicht

Gleichzeitig mit dieser Kontaktaufnahme öffnet sich bei beiden Partnern ein göttliches Schwingungszentrum, das freies Gotteslicht in die Körper aufnehmen kann. Dieses freie Gotteslicht bewirkt die endgültige Befreiung. Dieses Gotteslicht wird Eva und Adam und auch allen anderen Menschen durch Sofia übermittelt. Freies Überlicht unterliegt nicht der satanischen Fessel, und es kann vom Archon nicht beeinflusst werden. Freies Gotteslicht stärkt das in den Menschen als Geistwesen gebundene Gotteslicht und bewirkt mit ihm zusammen die „Durchlichtung“ der Körper des Menschen. Je mehr freies Gotteslicht die Menschen in sich aufnehmen, desto dünner wird die Fessel Satans. Eines Tages ist die Fessel so aufgelichtet, dass sich das göttliche Geistwesen befreien und zu Gott heimkehren kann.
Daraus ergibt sich aber auch, dass der Archon-Gott-Jhvh die Wollust in den Religionen der Menschen als „Todsünde“ verboten hat. Fortpflanzen soll sich der Mensch. Er soll es aber wie ein bewusstloses Tier tun, das nur den Trieb, nicht aber die wollüstige Liebe kennt. Vom Standpunkt des Archons aus ist es sehr verständlich, dass er den Menschen die wollüstige Freude verbreitet, denn sie befreit die Menschen aus dem Zyklus der Wiedergeburten.

Bekenntnis zur Wollust

Bei diesen Gnostikern findet man etwas Einmaliges: Die Bekenntnis zur Wollust. Sie glauben nicht an die Gnade irgendeines „Gottes. Sie erkennen die Welt, benutzen ihre Kräfte, um zu ihrer himmlischen Gottheit heimzukehren.

Als Eva und Adam nun den Höhepunkt der Wollust überschritten hatten, wurden sie sich ihrer Schutzlosigkeit bewusst. Denn mit der Erkenntnis von Gut und Böse hatten sie begriffen, das ihr sogenannter „Schöpfer“ in Wirklichkeit ihr größter Feind und Sklavenhalter war.
Die Katharer behaupten, dass die Bibel falsch übersetzt oder bewusst gefälscht worden sein, wenn es darin heißt, dass Eva und Adam sich geschämt und sich deshalb Feigenblätter vor die Geschlechtsorgane gebunden hätten und dass sie vor Jhvh in ein Versteck im Wald geflohen seien. Die Feigenblätter sind nur das sind nur das Symbol für die Empfängnisverhütung und das Verbergen ist die positive Folge ihrer Erkenntnis über den bösen Charakter Jhvhs.
Man weiß, mit welcher Wut Jhvh die Menschen aus seinem Pardies vertreibt, wie er sie verflucht, in einem Jammertal zu leben und wie er auch die „Schlange“ verflucht, die von nun an nur noch auf der Erde kriechen und Erde fressen sollte.
Diese verschlechterten Lebensbedingungen erschweren nun das Leben der Menschen, die nun Not und Krankheit kennen lernen. Dennoch können sie von nun an durch die Erkenntnis den Weg der Aufwärtsentwicklung gehen, der ihnen vorher versperrt war.

Sofia die Erlöserin

Für die gnostischen Katharer ist Sofia die Erlöserin. Sie bleibt bei den Menschen. Sie zeigt ihnen Mittel und Wege, das Jammertal der Erde langsam zu einer Basis für den geistigen Aufstieg zu entwickeln. Sofia schützt die Erkennenden, während Jhvh einen „Weltuntergang“ nach dem anderen sendet oder das Feuer auf Sodom und Gomorrha herunter regnen lässt. Aber die von Sofia geschützten Menschen überleben wie Lot und seinne Töchter, die sich durch die körperlich-seelische Liebe aufwärts entwickeln und zur Befreiung gelangen. Die esoterische Praxis, die sich auf Lot und seine Töchter bezieht, nennt man Seidr. Kinder, die aus einer solchen Liebesbeziehung geboren werden, werden wie ihre Eltern Seidris genannt. Sie sind Vollkommene, denn sie sind befreit. Wenn sie aber noch hier in der materiellen Welt bleiben, dann weil sie freiwillig bereit sind, anderen Menschen auf dem Weg der Befreiung zu helfen.
Die Befreiung erfolgt nach katharischer Ansicht entgegen dem Schicksal oder Karma. Während die meisten Esoteriker der Meinung sind, dass das Karma selbst verschuldetes Schicksal darstelle, sind die Gnostiker davon überzeugt, dass es ihnen vom Archon auferlegt wird, damit sie sich nicht aufwärts entwickeln und befreien können. Nur durch ErkenntnKatharer auf dem Scheiterhaufenis, Liebe und Freude und enge Zusammenarbeit mit Sofia kann so viel freies Gotteslicht aufgenommen werden, dass eine Befreiung von den Fesseln der Materie erfolgt.

Katharer lehnen das übliche Kirchentum ab

Die gnostischen Katharer lehnen das übliche Kirchenchristentum ab. Sie demaskieren die römische Kirche, sie versuche, aus den Menschen Schlachtvieh zu machen. Sie versuche weiterhin, durch die zehn Gebote und die tausend von ihnen abgeleiteten Kirchengebote die Menschheit noch weiter zu verdummen.

Doch der Weg der Aufwärtsentwicklung durch Erkenntnis, Liebe und Freude hat seine Schwierigkeiten. In der Zeit vor etwa 2000 Jahren befindet sich die Menschheit im Feudalismus. Wenige Adlige herrschen diktatorisch über die wenigen Freien und die weitaus zahlreichen Sklaven. Wo bleibt da für die große Volksmassen der Weg der Freude und der Liebe? Außer den wenigen Herrschenden kann niemand der geistig-seelisch-körperlichen Liebe und Wollust hingeben. Die Menschen sind so versklavt, dass sie nicht mal ihre Liebespartner selbst wählen können. Der Weg der Erkenntnis ist damit so ziemlich versperrt.

Samstag, 10. April 2010

Helena Petrowna Blavatsky


 Helena Petrowna Blavatsky

Blavatsky´s Leben

 Helena (eigentlicher Geburtsname Jelena von Hahn) Petrowna Blavatsky (1831-1891), Tochter des russischen Generals Peter von Hahn, gilt in Esoterikerkreisen als die Sphinx des 19. Jahrhunderts. Über ihr abenteuerliches Leben wurde viel geschrieben. Ihre Mutter Helena de Fadeyev entstammte einem alteingesessenem russischem Adel und war eine bekannte Romanautorin. Sie starb jedoch bei der Geburt von Helena´s Schwester Vera.
Den Rest ihrer Kindheit verbrachte sie bei den Großeltern, sie lebte zeitweise in Saratow, Odessa und in Sankt Petersburg: Der Großvater war hoher Regierungsbeamter in den neu entstandenen Provinzen des russischen Großreichs und wechselte öfters den Standort.
Helena war zwar von rascher Auffassungsgabe, suchte sich aber dem Zwang von Unterrichtsstunden nach Möglichkeit zu entziehen. Lieber reitete sie durch die Steppe oder verlor sich in ihren Phantasien. Ihre Schwester Vera schrieb später: „ Sie trug zwei deutliche unterschiedene Naturen in sich, so dass man dachte, es wären zwei Wesen in einem Körper. Das eine schadenfroh, streitsüchtig und hartnäckig, in jeder Weise lasterhaft. Das andere zum Mystischen und Metaphysischen neigend, gleich der Seherin von Prevorst“. Als Seherin von Prevorst bezeichnete man Friederike Hauffe, welche Stimmen und Lichterscheinungen erschienen und eintreffende Geschehnisse voraus sagen konnte.
Der geringste Widerspruch konnte bei Helena leidenschaftliche Ausbrüche bewirken, die in Schüttelkrämpfen endeten. Aufgrund besessenheitsartige Erscheinungen wurde mehrfach Exorzismus angewendet.
Helena zeigte von Kindheit an nicht nur ein oft extrem zwiespältiges Wesen, sondern war auch stark medial veranlagt. Schon als Zwölfjährige begann sie automatisch zu schreiben und verfasste Stöße von Manuskripten, die angeblich von einer gestorbenen Deutschrussin stammten. Als Kind von fünf Jahren hatte Helena mit Bildern und Briefen jener Dame gespielt und mag auch manches über sie gehört haben. Nach Jahren stellte sich jedoch heraus, dass die Frau noch lebte.
Fast alle, die später mit Helena in Berührung kamen, kennzeichnen ihr Wesen als „männliche Seele in einem weiblichen Körper“. Dieser männliche Wesenszug blieb während ihres ganzen Lebens vorherrschend.
 

Flucht vor die Ehe und Reise durch die Welt

Im Alter von siebzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren Staatsrat Blavatsky, dem sie sich als Frau jedoch verweigert haben will. Nach ihrer Hochzeit floh sie, als Schiffsheizer in Matrosenkleidung, nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Von dort aus erklärten sie ihrem Vater kategorisch, dass sie unter keinen Umständen zu ihrem Mann zurückkehren wolle. So ließ man sie dann ziehen. In Begleitung wechselnder Freundinnen reiste sie über Ägypten und Griechenland nach Paris. Dort wollte ein Magnetopath sich ihrer paranormalen Fähigkeiten bedienen. Helena Blavatsky aber war anderen Sinnes und begab sich über London nach Nordamerika, das sie angeblich durchreiste um die Geheimnisse indianischer Medizinmänner und des Voodookultes zu studieren.
Nach zehnjähriger Abwesenheit kehrte sie 1858 nach Russland zurück und tauchte bei ihrer mittlerweile verheirateten Schwester Vera auf deren Landgut in Rugedowo bei Pleskau, an der Grenze zu Estland, auf. Dort war sie infolge ihrer medialen Veranlagung bald gesellschaftlicher Mittelpunkt, zumal das Interesse am Spiritismus damals hoch war. Es kam jedoch bei Helena Blavatsky zu erheblichen psychischen Störungen und sie reiste zur Erholung in den Kaukasus. Dort, bei ihren Großeltern, traten ihre Persönlichkeitsstörungen erneut auf. Das sich manifestierende „Spalt-Ich“ gab sich als Mann aus. In diesem „Mann“ meinte sie später einen Sendboten ihrer „Meister“ erblicken zu dürfen.
Nach ihrer Genesung widmete sie sich eine Zeitlang geschäftlichen Interessen und ging 1863 nach Italien, wo sie unter Giuseppe Garibaldi gekämpft haben und in der Schlacht von Mentana verwundet worden sein will.

Über den Zeitraum von 1848 bis 1872 hat Helena Blavatsky keine klaren Angaben hinterlassen. Angeblich soll sie versucht haben nach Tibet einzureisen.

Blavatsky in den USA

Im Juli 1873 traf Helena in den USA ein. Dort lernte sie im folgendem Jahr, in einem Spiritistenzirkel, den Journalisten Henry Steel Olcott kennen, der fortan ihr treuer Begleitet wurde. Offenbar erkannte er ihre außerordentliche Medialität und gründete mit ihr den spiritistischen „Mirackle-Club“. Infolge einiger Betrugsaffären kam aber der Spiritismus zu jener Zeit in den USA in Verruf und so wurde dieser Kreis am 17.4. 1875 umbenannt in „Theosophical Society“, Theosophische Gesellschaft.

Studium okkulter Literatur

Während der folgenden zwei Jahre studierte sie okkultistische Literatur und verfasste das Werk „Isis entschleiert“, das 1877 erschien. Dieses Buch fand Anerkennung teils auch bei Nichttheosophen, obwohl oder vielleicht gerade weil es eine kirchen- und wissenschaftsfeindliche Tendenz aufweist. Der wegen seiner Fachkenntnisse und Objektivität geschätzte deutsche Parapsychologe General Josef Peter schrieb: „Ich gebe zu, man mag mit manchen Folgerungen dieser Blätter nicht einverstanden sein, dies hindert jedoch nicht, dass das fesselnd geschriebene Werk tausend Anregungen gibt.

Blavatsky selbst schrieb an ihre Angehörigen, man solle sie wegen der „Isis“ nicht loben, denn sie empfinde das nicht als Arbeit. Wenn ich gehalten bin zu schreiben, sositze ich nieder und gehorche. Dann schreibe ich leicht über alle Dinge wie Metaphysik, Psychologie, Philosophie, Religionsgeschichte, Zoologie, Naturwissenschaft oder was es sei. Ich lege mir niemals die Frage vor: Kann ich über diesen Gegenstand schreibe? Oder: Bin ich dieser Arbeit gewachsen? Ich sitze einfach nieder und schreibe. Warum? Weil etwas, das alles weiß, mir diktiert.

Blavatsky´s Visionen

In einem anderen Brief heißt es, sie würde in einer Art ständiger Bezauberung leben: mit Visionen und Gesichtern, bei offenen Augen und im Normalzustand, ohne jede Trance oder Schlafzustände. Dabei spricht sie zuweilen von ihrem „inneren Ich“, von ihrem „erleuchteten Selbst“, wird dann aber wieder unsicher und schreibt schließlich alle Urheberschaft den „Meistern“ zu.
Diese Meister beginnen nunmehr eine immer stärker hervortretende Rolle im Schaffen Helena´s zu spielen und wurde schließlich zu „Mahatmas“ (=große Seele). Während der Niederschrift von „Isis entschleiert“ traten sie erstmalig auf und zwar ganz auf spiritistische Weise im Rahmen einer vorübergehenden Inbesitznahme des Mediums. Olcott zufolge ergriffen an einem Abend oft drei oder vier verschiedene männliche Typen von Blavatsky Besitz und benahmen sich entsprechend unterschiedlich.

Die Theosophischen Gesellschaft 

1882 wurde die Zentrale der Theosophischen Gesellschaft nach Madras (heute Chennai, Indien) verlegt. Sie erlegte nunmehr Verbreitung in der ganzen Welt, wobei es im Laufe der Zeit zu allerlei Misshelligkeiten und Abspaltungen kam. Zur Unterscheidung von den anderen Gruppierungen wurde und wird die ursprüngliche Theosophische Gesellschaft nach einem Vorort von Madras (Adyar-TG) genannt.
Die Meister der TG sollen sich auf verschiedenste Weise bemerkbar gamacht und oft in Diskussionen eingegriffen haben. Annie Besant zufolge kamen die „Meisterbotschaften“ manchmal mit der Post oder sie erschienen plötzlich auf dem Tisch oder in einer Schublade. Am 10.2.1882 sah man einen Brief senkrecht zu Boden fallen und zwar im Freien, zehn Schritte von Madame Blavatskys Stuhl entfernt und sieben von der kleinen Gesellschaft, die ihn fallen sah. Zuweilen sollen die Meister sogar voll materialisiert erschienen sein. Charles W. Leadbeater erzählte, derartige Phänomene hätten sich mitunter auf dem flachen Dach des Hauptgebäudes gezeigt, manchmal in seinem eigenen Zimmer und zuweilen im Garten. Die Materialisationen erhielten sich häufig zwanzig Minuten lang und bei wenigstens zwei Gelegenheiten beträchtlich länger als eine halbe Stunde.
Einen schweren Rückschlag für Helena Blavatsky gab es durch die peinliche Affäre mit dem „Wunderschrein von Adyar“, einem Schränkchen, in welchem sich häufig geschriebene Mitteilungen der Meister fanden. Erstaunlicherweise sollen sie sich oft auf Probleme eines eben geführten Gesprächs bezogen haben. Als nun aufkam, dass jenes Möbelstück einen geheimen Zugang aufwies, gab es unliebsames Aufsehen und Blavatsky verließ Indien.

Blavatskys zweite Ehe

Blavatskys zweite Ehe, die sie am 3.4.1875 mit dem Armenier Michael C. Betanelly unter der Bedingung einging, dass sie ihren Namen behält und der Gatte keinen Anspruch auf die Privilegien der Hochzeitsnacht machen dürfe, wurde bereits ein Jahr danach geschieden. Blavatsky sei darüber herzlich froh gewesen und habe erklärt, der Gedanke, in die Lage zu kommen, ihren Körper einem Manne preiszugeben, sei ihr so entsetzlich und unfassbar, dass sie selber nur durch eine damalige Besessenheit erklären könne.
Dieser von Ihr selbst ausgesprochene Verdacht wird von einem Bericht von Subba Row noch untermauert der sagt: Sie sei vor 20 Jahren aus dem Erdenleben geschieden und seitdem wird ihr Körper von vier Wesenheiten beherrscht.

Reise nach Indien und beginn der "Geheimlehre"

Nach Blavatskys Ausreise aus Indien begann sie mit der Abfassung der „Geheimlehre“. Dieses Werk soll unter dem Einfluss eines Meisters Namens Djwal Kuhl (gesprochen Dschall Kull) gestanden haben. Im Druck erschien das zweibändige Werk 1888 in London. Es enthält über weite Strecken Stellungnahmen und Auseinandersetzungen zu wissenschaftlichen und philosophischen Ansichten des 19. Jahrhunderts, die wohl wegen ihres Eintagsfliegencharakters längst vergessen sind. Einen dritten Band soll später Annie Besant aus nachgelassenen Schrifften zusammengestellt haben.

Blavatsky stützte ihre Geheimlehre auf ein rätselhaftes Buch, das sie mit meisterlicher Hilfe hellsichtig wahrgenommen haben will, das „Buch Dzyan“. Außer ihr selbst sah es kein Normalsterblicher.

In der Blavatsky Theosophie begegnen sich Pantheismus mit stark materiellem Enschlag: Aus dem „Strahlenden Heros“ geht das All in verschiedenen Emanationsstufen hervor, um am Ende ins Nichtbewußtsein, in die reine Übersinnlichkeit, zurückzukehren. Und das wiederholt sich in unermesslichen Zeitläufen immer wieder aufs neue gemäß dem Ein und Ausatmen Brahmas. Eine an sich materialistischen-trostlose Perspektive ohne erkennbaren tieferen Sinn, hätten Blavatskys Meister nicht den Evolutionsgedanken eingebaut. Nun vollziehen sich keine ewig gleichen Kreisläufe mehr, sondern alles unterliegt einer spiralförmigen Höherentwicklung.
Der „Geheimlehre“ zufolge sind Kosmos und Mensch von ihrer Entwicklung her siebenfach gegliedert. Eine Art Gott ist zwar auch hier der Urgrund alleer Dinge, aber weder transzendent (über menschliches Beusstsein und Erfahrung hinausgehend) noch persönlich. Dabei wird unterschieden zwischen Gott und Gottheit. Gott alis Brahma ist der Geist und das Leben im All. Die Gottheit dagegen als das Brahman ist weder Geist noch Stoff, weder Form noch Kraft, sie ist das Sein an sich und als solches unwahrnehmbar. Gott ist das Sich-Offenbarende, während die Gottheit das Nichtoffenbare, das Absolute ist.

Die Götter

Sämtliche Personifizierten Götter waren in früheren Entfaltungsperioden Menschen. Denn um ein göttlicher, vollbewusster Gott, ja selbst der höchste, zu werden, müssen die geistigen Urintelligenzen durch den menschlichen Zustand hindurchgehen. Der Mensch beginnt seinen Weg unbewusst als Monade, die ihrerseits ein Atom des Absoluten oder vielmehr der Absolutheit ist. Bewusstsein muss auf dem langen Weg der Entwicklung durch zahlose Existenzformen in der Materie erst errungen werden und zwar ausschließlich in der Materie. Im Jenseits gibt es keine Weiterentwicklung. Im Verlauf eines solchen äonenlangen Werdens entwickelt sich dann aus dem in der Monade sozusagen potentiellen Gott ein effektiver Gott.

In „Isis entschleiert“ schreibt Blavatsky: Die Welt benötigt keine sektiererischen Kirchen weder des Buddha, Jesus, Mohammeds, Swedenborgs, Calvins noch irgendeine andere. Für sie stellt die christliche Auffassung vom Engelsturz, diesem teilweisen Abfall der Urgeister (Erstlinge) von Gott, eine gobe theologische Irreführung dar. Denn die Sonnen oder Feuerengel seien ja nur deshalb zu Aufrührern im Himmel geworden, weil sie sich weigerten, sich in sinnlose Menschengehäuse einzuverleiben. Denen sie ihre Bewusstheit nicht hätten geben, übertragen können. Sie wollten, dass der Mensch seiner selbst bewusst wird und eigenverantwortlich handeln lernt. Blavatsky nennt es eine Selbstaufopferung um der intellektuellen Unabhängigkeit der Menschheit willen.

1888 gründete sie dann die Esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie als letzte ihrer Schriften „Die Stimme der Stille“, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte.
1891 starb Helena Blavatsky in London. An ihrem Todestag am 8. Mai feiern ihre Anhänger jedes Jahr den "Weißen-Lotus-Tag".

Homepage der Theosophischen Gesellschaft http://theosophische-gesellschaft.org/

Download: Blavatsky Geheimlehre
http://rapidshare.com/files/374392305/Blavatsky_Geheimlehre_I.pdf