Montag, 12. April 2010

Gnostische Religionen

Die Gnostische Religion

Was ist gnostizismus?

Die Gnostische Lehre befasst sich mit der absoluten Zweiheit der gesamten Schöpfung. In ihr stehen sich seit Ewigkeit die gute und die böse Welt gegenüber. Es gibt aber auch die Lehre der gemilderten Zweiheit. Bei ihr ist die Welt des Bösen nicht ewig. Sondern sie kehrt am Ende der Zeiten bekehrt zur Gottheit zurück.

Die gemilderte Zweiheit

Die erste Religion der gemilderten Zweiheit ist die Religion des Zarathustra. Viele sehen in Zarathustra einen Vorläufer des Christus, der in Persien, dem heutigen Iran, lebte. Nach der Lehre des Zarathustras bekämpfen sich seit Ewigkeiten zwei Prinzipien.

Ahura- Mazda

Das erste Prinzip ist das des Lebens und der Fruchtbarkeit und das des Todes und der Zerstörung. Diese Lehre heißt Ahura- Mazda oder Ormuzd (= Herr der Weisheit).

Ahriman

Das zweite Prinzip heißt Ahriman. Er ist der Zerstörer und das Böse. Sein Symbol ist die Finsternis und die Macht. Er ist ein Lügner und verführt die Menschen zum Bösen.

Nach der iranischen Lehre hat Ahura-Mazda, Himmel und Erde vollkommen erschaffen. Es ist ihm aber nicht ganz gelungen. Denn Ahriman hätte ihn bei der Arbeit gestört. Der Mensch steht hier zwischen Gut und Böse. Die verstorbenen menschlichen Geister, die für das Gute eingetreten sind, kommen in den Garodema, in das Haus der Lieder, in dem Ahura-Mazda wohnt. Die bösen Menschen aber bleiben auf der Erste, dem Haus der Lüge und werden hier wiedergeboren, solange, bis sie sich zum Guten bekehrt haben.


Kampf zwischen Ahura-Mazda und Ahriman

Der Kampf zwischen Ahura-Mazda und Ahriman, zwischen Gut und Böse, dauert 12.000 Jahre. Dann kommt der Retter Sayosat. Er wird den Menschen den Heimweg zu Ahura-Mazda zeigen. Alle Menschen kehren dann heim und auch der bisher böse Ahriman bekehrt sich jetzt zur Guten Gottheit.

Diese Religion ist einfach und klar. Was man jedoch heute im „Zendavest“, der heiligen Schrift des Iran, findet, zeigt nur noch ein entstelltes Abbild der alten Lehre. So wird darin den Menschen befohlen, dass sie alle schädliche Tiere und Pflanzen, besonders aber die „Schlangen als Feinde Gottes“ vernichten sollten. Hier findet man den Einfluss der jüdisch-christlichen Bibel, die rein Jhvh-istisch ausgerichtet natürlich Sofia oder die Schlange der Erkenntnis verabscheute. In Ahura-Mazda findet man die Gottheit der Gnostiker und in Ahriman den satanischen Archon dieser materiellen Welt. Garodema oder das Haus der Lieder ist die Himmelswelt der Gottheit, die Erde oder das Haus der Lügen ist der Planet Erde bzw. das gesamte materielle Weltall.

Die absolute Zweiheit

Die im Sinne der absoluten Zweiheit denkenden Gnostiker halten es allerdings für ganz unmöglich, dass sich das seit Ewigkeit existierende böse Prinzip zur Guten Gottheit bekehren könnte. Sie glauben, dass sich Gut und Böse wie Antimaterie und Materie zueinander verhalten und sich bei Berührung gegenseitig zerstören würden.

Interessant ist, dass Zarathustra den Menschen das Kommen des Christus voraus gesagt hat. Er nennt ihn den Retter Sayosat. Als Befreiungszeit wird die biblische Zeit von 12.000 Jahren genannt. Natürlich muss man eine solche Zeitangabe nicht wörtlich nehmen. Man kennt ja aus der hinduistischen Esoterik die Zeitdauer der Tage und Nächte und auch der Jahre Brahmas (12.000 Götterjahre sind 4.320.000 Menschenjahre ). Auf jeden Fall werden nach der iranischen Lehre am Ende alle Menschen befreit.


Mani oder Manes

Die zweite, ganz speziell zweiheitliche Bewegung ist die des Persers Mani oder Manes im 3. Jahrhundert nach Christus. Mani wurde im Jahre 216 geboren und war Babylonier von Geburt. Mit weißer Haut und blonden Haaren. Zuerst gehörte er zur Religionsgemeinschaft der Mandäer, einer puritanischen (reinheitsfanatischen) Sekte, zu der auch schon sein Vater gehört hatte. Hier erlernte er die Meditation (= Erkenne der Wahrheit durch Versenkung in sich selbst) und hier erkannte er auch seine religiöse Berufung.
Mit 24 Jahren hatte Mani seine große Erleuchtung. Er verließ nun seine bisherige Weltanschauung. Er sah sich von nun an als Erben von Buddha. Zarathustra und Christus an. Er reiste nach Indien und erlangte hier die Weisheit der Brahmanen. Im Besitz der Vollkommenheit kehrte in seine Heimat zurück und predigte hier seine neue Lehre.

Mani hat mehrere Bücher geschrieben. Aber die ihm feindliche römisch-christliche Kirche vernichtete alle seine Werke. Was er geschrieben hat, kennt man nur aus den Streitschriften seiner römisch-katholischen Gegner.

Manischäismus

Als Religion hat der Manischäismus absolut nichts mit der Religion der römischen Kirche zu tun. Wie die Katharer lehrte Mani die beiden Prinzipien: das Gute und das Böse. Mani trat für die Zweiheit ein. „Seit Uranfang oder seit aller Ewigkeit bekämpfen sich beide Prinzipien, bis am Ende das Gute über das Böse siegen wird.

Mani erkannte Christus als das „Licht der Welt“ an. Für ihn gab es nur einen geistigen Christus keinen körperlichen und schon gar keinen Gekreuzigten. Die jüdischen Propheten lehnte er wegen ihrer Irrtümer ab. Er fand im Dekalog (=10 Gebote) nicht den Kult der lichten Gottheit, sondern den einer dämonischen Vielgötterei.

Aber, wie gesagt, kennt man Manis Weltanschauung nur von seinen schärfsten Gegnern. Auf jeden Fall war der Manischäismus eine gnostische Religion. Mani hatte sich mit zwei anderen Gnostikern verbunden: mit Marcion und mit Bardesanes, deren Weltanschauung ebenfalls zweiheitlich ist. Der Manischäismus war zugleich eine Gotteslehre ( Theogonie) wie auch eine Weltentstehungslehre (= Kosmogonie). Er enthielt eine weltumfassende Wissenschaft von den göttlichen und den teuflischen Dingen. Alles Wissenswerte der beiden Welten wurde geschildert.

In die Welt geworfen

Der Manischäer betrachtete sich „als in die Welt geworfen“. Er ist ein Fremder auf dieser Welt. Denn er gehört zu den höheren, kosmischen Wesen. Er lebt in dieser Welt im Exil. Er fühlt in sich ein tiefes Heimweh nach seiner Urheimat, von der er entführt worden ist: „Du kommst nicht von hier, deine Wurzel ist nicht von hier, dein Ort ist der des Lebens.“

Man hat hier eine Vorwegnahme, vielleicht sogar einen der Ursprünge des Katharertums. Die neue Religion genoss von Anfang an den Schutz des persischen Königs Schapur I und konnte sich ohne Schwierigkeiten auf Perien und über seine Grenzen hinaus bis nach Klein-Asien und Afrika verbreiten.

Verfolgung der Manischäer

Nach dem Tode von Schapur I aber wurden die Manischäer verfolgt. Die Macht war auf eine andere Herrscherfamilie übergegangen, in die Hände des sassanistischen Dynastie. Der neue Monarch Bahram I hasste Mani und seine Lehre. Mani wurde gefangen genommen und gefoltert. Bei lebendigem Leibe wurde ihm die Haut abgezogen. Mani starb nach 25-tägiger Folter am 26.2.277.

Der Manischäismus wurde in der Folge zu der am meisten verfolgten Religion der Weltgeschichte. Trotzdem breitete er sich immer weiter aus. Von Klein-Asien gelangte er nach Ägypten und verdrängte hier das römische Christentum. Im 4. Jahrhundert hatte er das ganze, damals bekannte Afrika erobert. Alle Länder am Mittelmeer wurde nach und nach manichäisch. Im 5. Jahrhundert beginnt der römische Stuhl in Rom deutlcih zu wackeln. Daher lässt die römische Kirche von nun an die Manischäer blutig verfolgen. Die Blutbäder dauern bis zum 6. Jahrhundert. Dann befinden sich die Manischäer im Untergrund. Denn wenn sie jetzt noch überleben wollten, durften sie sich nicht mehr als Manischäer zu erkennen geben.

Das Manischäertum im Untergrund

Aus dem Untergrund-Manischäertum entwickelt sich im 8. Jahrhundert die Religion der Paulizianer Armeniens. Es handelt sich um eine gnostisch-manischäische Kirche. Sie unterscheiden einen bösen Gott als Urheber der sinnlichen Schöpfung und des Judentums und einen guten und vollkommenen Gott. Im Gegensatz zur römischen Kirche verwerfen sie die Verehrung der Heiligen, der Bilder, das Mönchstum, die Hierarchie sowie alle sinnlichen Formen des Kultus. Ihren Bibelglauben stützen sie vorzugsweise auf die Paulinischen Briefe, wonach man die Paulizianer genannt hat. Sie selbst nannten sich Christen. Ihr Stifter Konstantin wirkte seit 660 in Kibossa in Armenien, bis er 684 auf Befehl des kaiserlichen Beamten Simeon gesteinigt wurde. Der gleiche Simeon bekehrte sich in der Folge zum Paulizianismus und trat selbst an die Spitze der Bewegung. Im Jahre 690 wurde er lebendig verbrannt. Die Verfolgungen dauerten jahrhundertelang. Im Jahr 970 wurden diese Christen vom Kaiser Tzimisces nach Trakien verbrannt. Hier mussten sie die Reichsgrenzen bewachen. Aus ihnen gingen zu Beginn des 10. Jahrhunderts die Bogumilen hervor.

Der Bogumilismus

Der Bogumilismus beginnt im Jahre 935 mit Bogumil. Ob es sich dabei um eine wirkliche Persönlichkeit gehandelt hat, weiß man nicht. Denn Bogumil heißt einfach „Gottesfreund“. Wie alle anderen zweiheitlichen Lehren ist auch die der Bogumilen verfälscht worden. Die meisten der heutigen Bücher sprechen von einem „mystischen Asketismus“, der die Bogumilen zur „Apatheia“ ( Bewegungslosigkeit“, einer höheren Bewusstseinsstufe geführt hätte.

In der Anfangszeit des Bogumilismus gab es einen Popen (= Priester) namens Bogumil. Er gehört als Priester niederen Ranges zur orthodoxen, christlich-bulgarischen Kirche. Diese Kirche war in ihrer Intoleranz und ihrer Selbstüberheblichkeit genau so schrecklich wie das damalige Raom selbst. Der Prälat Cosmas redete gar nicht erst mit den Bogumilen, sondern er bekämpfte sie von Anfang an mit Feuer und Schwert.

Die bogumilische Lehre

Die bogumilische Lehre ist zweiheitlich. Man findet in ihr eine Anlehnung an Zarathustra, an die Frühgnostiker und an die Manischäer. In Konstantinopel wird die neue Lehre als manischäische und paulizianische Häresie bezeichnet. Da die römische Kirche im 10. Jahrhundert jedoch einen brutalen Kampf gegen die Messaliner, Manischäer und die Paulizianer führt, gelingt es den noch vielerorts unbekannten Bogumilen sich dennoch auszubreiten.

Logik und Erkenntnis

Der Bogumilismus ist auf Logik und Erkenntnis aufgebaut. Darin ist ihm die offizielle Kirche nicht gewachsen. Im 10. Jahrhundert lösen sich immer mehr orthodoxe Christen aus ihrer Kirche. Sie verzichten auf die „christliche“ Messe und den Segen unwissender Priester. Vor allem die Klöster werden bogumilisch. Von Askese ist hier keine Spur, denn die Bogumilen lieben die Liebe und die Freude körperlich wie seelisch und geistig.

Allerdings kennen die Bogumilen nicht die absolute Zweiheit, wie man sie bei den manischäern und Katharern gefunden hat. Für diese beiden Weltanschauungen sind das Gute und das Böse urweltliche und ewige Mächte. Der Bogumile hält jedoch das Böse nicht für eine absolute Macht. Das Böse ist nur ein Phänomen oder Ereignis, das aus dem Guten hervorgegangen sei und das infolgedessen vereint werden könne. Da das Böse nicht ewig ist, kann es vernichtet werden. Ihre Weltanschauung, die auch bei einigen katharischen Gruppen des Mittelalters wieder auftauchte, nennt man die „gemilderte Zweiheit“.

Allerdings waren nicht alle Bogumilen dieser Anschauung. Die bogumilische „Kirche von Dragowischtitza“ blieb bei der absoluten Zweiheit. Bei ihr besteht die Urwelt bereits aus zwei Welten, der Guten Welt der Guten Gottheit und der bösen Welt des bösen Gottes.

Die meisten Bogumilen aber gehörten zur gemilderten Richtung. Sie glaubten an den Sieg des Guten über das Böse. Diese Anschauung ist mehr dem Volksdenken angepasst. Hier findet das Volk einen Weg zur Zerstörung des Bösen. Nach ihrer Lehre hat die Gottheit zwei Söhne: Jesus und Satan. Satan ist der Schöpfer der irdischen Welt.

Über die irdische Welt ist die irdische Macht gestellt. Sie geht von Satan aus. Will man Satan bekämpfen, dann darf man diese Macht nicht anerkennen. Im Buch „Die Vision des Jesaias“ heißt es: „Diese Welt hier stammt vom Bösen. Hier wohnt die Macht des Bösen und des Krieges, eine Macht, die nicht ewig dauern wird.“ Diese Macht findet für den praktisch denkenden Bogumilen ihren Ausdruck in den Machthabern von Staat und Kirche. Diese Einstellung ängstigt den Kirchenfürsten Cosmas und den König Boril von Bulgarien. Sie bangen um ihr Geld und ihren Besitz. Daher werden die Bogumilen von diesen Machthabern so heftig verfolgt. Man nennt sie Manischäer und bekämpft sie mit den bewährten Mitteln der Verleumdung und der Verbrennung.

Offizielle Kirche ist eine satanische Einrichtung

Zuerst zeigten die Bogumilen, dass die offizielle Kirche mit ihren erstarrten Riten und ihrer Hierarchie eine satanische Einrichtung ist. Sie zeigen, dass die Kirche den Menschen weltfremd mache, dass sie die Menschheit in eine Schafherde verwandele. Die Bogumilen nennen die Kirche „den Herodes“, der die Wahrheit tötet, die geboren werden wollte.

Bogumilen reinigten die Bibel

Da die Bogumilen ein Buch brauchen, auf das sie sich berufen können, reinigen sie zuerst die Bibel. Sie verwerfen die moralischen und sittlichen Vorstellungen von Scham und Keuschheit des Alten Testamentes, die die Menschen der satanischen Macht dienstbar machen. Sie führen die guten Vorbilder der Ehe von Lot mit seinen beiden Töchtern an und das von David an, der ein sexuelles Verhältnis mit seiner Magd hatte und überhaupt das Vorbild der Ehe naher Blutsverwandter bei den alten Ägyptern. Auch das Neue Testament erkennen sie nicht voll an. Sie zitieren die Texte der Evangelien mit bestimmten Auslassungen, während sie die Liebe in allen ihren guten Formen betonen.

Moses wird nicht ganz abgelehnt. Aber man soll nicht „Diener des toten Buchstabens eines alten Gebotes sein: Der Buchstabe tötet, der Geist aber belebt.“ Die Bogumilen nennen das Gesetz des Moses „Kamelwolle“, die genau so unrein und verwirrt sei. Sie nennen den Weg des Moses den „engen Weg“, während sie den Weg zur Befreiung des Menschen den „breiten Weg“ nennen. Für sie steht Satan hinter den Mächten dieser Welt und sein Antichrist sitzt als Papst in Rom. Er ist mit dem ungerechten Zustand auf dieser Welt einverstanden. Er sagt bei Moses: „Ich bin es, der den Reichen und den Armen geschaffen hat“. Ferner lobt Moses den Krieg: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Der Krieg aber nützt nur den Reichen, während die Armen als Schlachtvieh hingemordet werden. Beim Exodus der Juden stiehlt Moses Gold und Silber, verkündet aber für das dumme Volk: „Du sollst nicht begehren deines nächsten Hab, Gut, Weib oder Kind!“ Dass die Frau in einem Atemzug it Hab und Gut genannt wird, zeigt das Untermenschliche der mosaischen Weltanschauung. Die Bogumilen nennen Moses „den vom Teufel missbrauchten Menschen.“ Sie sagen: „Moses ist der Böse, eine Verkörperung des Satan.“

Keine heiligen

Die Bogumilen erkennen auch die Heiligen der Kirche nicht an. Sie fragen, wer sie eigentlich heilig gemacht hätte? z.B. Augustinus, der seine manischäischen Freunde aus Gewinnsucht verraten hat oder Hieronymus, der sich selbst kastrierte? Was ihn von jeder Selbstbefriedigung abschnitt oder die Inquisitoren, die in Christenblut gewatet haben? Warum sollten die Bogumilen gerade die Bibelauslegungen solcher Untermenschen als richtig anerkennen? Der kirchliche Prälat Cosmas aber verdammt die Bogumilen, weil sie eine eigene Auslegung gefunden hätten. Er sagt: „Wer nach seiner Weise die evangelischen oder apostolischen Worte auswechselt und sie nicht so annimmt, wie sie von den heiligen Männern gemacht worden sind, der sei verflucht!“

Offizielle Kirche ist unlogisch

Nicht nur Cosmas, sondern auch Eutemie von Arenien und Zigabene regen sich über die logische Übersetzung z.B. des Matthäus-Evangeliums auf. Im Gegensatz zu der offiziellen Kirche erklären sie das Unlogische nicht mit Sprüchen aus dem Alten Testament, sondern lassen es einfach weg. Nachdem die Bogumilen die Schrift gereinigt hatten, beschäftigten sie sich mit der Säuberung des kirchlichen Kultes. Sie verwerfen das Kreuz, den Kult der „heiligen Jungfrau“ und den des menschgewordenen Gottes. Für sie ist Maria keine Jungfrau, sondern eine Frau, die einen Mann geliebt hat, da sie von ihr geschwängert worden ist und ihm ein Kind geboren hat. Für sie ist Maria eine ganz normale Frau, die ein uneheliches Kind geboren hat. Denn der Vater des Jesuskindes sei ein römischer Legionär aus dem germanischen Volke gewesen. Die Bogumilen verwerfen die Heiligenbilder oder Ikonen, die Heiligkeit der Reliquien: „Sie sind nicht heilig, sondern sie bestehen aus ganz gewöhnlicher Materie.“ Die Bogumilen verwerfen ferner die Taufe mit Wasser, den Wunderglauben, die letzte Ölung, die Kommunion als Speisung mit dem Blut und dem Leib Jesu und die Beichte. Sie glauben weder an das Fegefeuer noch an eine Hölle. Sie glauben: „Es gibt keine andere Hölle als die Erde.“ Einen Himmel hielten sie auch für unnütz, denn der Mensch wird wiedergeboren in einen neuen Körper bis zu seiner Heimkehr zur Gottheit. Eine Auferstehung am jüngsten Tag mit allen Leibern, die die Menschen je besessen habe, erscheint ihnen absurd. Ein jüngstes Gericht gibt es auch nicht, denn das könnte nur ein böser Gott veranstalten. Wenn die Menschen aber zur Guten Gottheit heimgekehrt sind, hat der Böse keine Macht mehr.

Beschuldigung der Bogumilen als Heiden

Die Orthodoxen beschuldigen die Bogumilen des Heidentums, weil sie weder an eine Auferstehung im Fleisch noch an ein jüngstes Gericht glauben. Die Kirche will, dass die Menschen glauben, ehe sie die Wahrheit erkannt haben, ja sie sind dagegen, dass die Menschen überhaupt etwas erkennen. Die Bogumilen aber wollen erst erkennen und dann erst glauben. Damit beweisen sie, dass sie echte Gnostiker sind. Sie sind Erkennende durch innere Einsicht oder Versenkung in ihre Gute Gottheit. Dieses Erkennen ist keine Mystik, da dieses Erkennen von jedem Menschen guten Willens gesteuert und erlernt werden kann.

Kultur und verherrlichung des Kreuzes

Auch der Kultur des Kreuzes wird von den Bogumilen abgelehnt. Für die orthodoxen Christen ist das Kreuz das Symbol der Kreuzigung ihres Heilandes auf Golgotha, von dem sie behaupten, er sei für die Sünden der Menschen gestorben. Für die Bogumilen ist diese Vorstellung absurd. Denn sie sagen, dass Christus wie sein Vater – Mutter reiner Geist ist, der bekanntlich nicht sterben kann. Also machen die Bogumilen kein Kreuzzeichen und stellen keine Kreuze auf ihre Gräber. Die Bogumilen empfinden vor dem Kreuz eine ausgesprochene Abscheu. Wie viele Menschen sind sinnlos am Kreuz zu Tode gefoltert worden! Soll man das Kreuz al Marterinstrument deshalb anbeten? Die Bogumilen sagen: “Wenn dein Vater an einem Baum gefesselt ermordet worden ist, wirst du deshalb diesen Baum anbeten und sein Abbild als etwas heiliges betrachten?

Was ist der Unterschied zwischen den Heiligenbildern und den Götzenbildern

Die Bogumilen fragten: „Was ist der Unterschied zwischen den Ikonen (= Heiligenbildern) und den Idolen (= Götzenbildern)?“ Und die Antwort lautete: „Keiner!, denn beide bestehen aus toter Materie.“ Damals wurden in der Kirche nicht nur Bilder von Heiligen, sondern auch von Kirchenfürsten, Königen und reichen Spendern angefertigt und nach Rang und Würden an den Kirchenwänden befestigt. Der Prälat Cosmas sagte damals: „Wer nicht in Furcht und Liebe die göttlichen Ikonen küsst, den treffe das Anathema (= Fluch).“ Ein solcher Fluch bedeutete damals die Ausstoßung aus der christlichen Kirche, die Verfolgung, die Tötung und den Verlust des Vermögens, das an die Kirche fiel. Da die Bogumilen weder die Bilder von den Heiligen noch die von den Fürsten und Spendern küssen wollten, wurden sie verflucht. Die Kirche aber wurde sehr reich dabei.

Christus war kein Gott

Für die Bogumilen war Christus kein Gott. Er war ein einfacher Mensch, der mit seiner Geliebten Maria Magdalena zusammen gelebt hatte. Nach der Kirche, sei Maria Magdalena auch die Ehebrecherin gewesen, von der das Evangelium spricht. Weil diese Maria eine Dirne gewesen sei, hätte sie auch von Jesus keine Kinder bekommen. Aber die Bogumilen lehrten das ganze Gegenteil: jesus hat es keineswegs interessiert, ob Maria Magdalena eine Dirne gewesen sein. Er hat sie zu seiner Frau genommen und sie hat ihm 2 Kinder, einen Jungen und ein Mädchen geboren.

Keine Kirchen und Kathdralen

Ferne verwarfen die Bogumilen die gewaltigen Kirchenbauten ihrer Zeit. Sie sagten: „Eine materielle Kirche ist nicht gut, denn man kann in ihr nicht beten. In ihr selbst nur Dämonenpriester. Sie haben sich Rang und Würde angemaßt. Die Wahre Kirche dagegen besitzt keine Prunkbauten und kein materiellen Güter.“ Sie nennen die christlichen Priester „Tempeldiener, Pharisäer, Menschen mit doppeltem Gesicht, Heuchler, leidenschaftliche Säufer und Fresser auf Kosten des armen Volkes.“ Gerade das alles stößt den einfach gesinnten Bogumilen ab. Er braucht weder Kirchen noch Klöster. Wenn er beten will, geht er in die freie Natur oder bei schlechtem Wetter in eine Wohnung.

Unter den Bogumilen gab es Vollkommene, Gläubig und Hörer. Aber es gab keinen Abstand zwischen diesen Gruppen, die eine einzige Einheit bildeten. Es gab also keine hierarchische Struktur bei ihnen wie in der römischen Kirche. Durch die Handauflegung oder das Konsola mentum wurde man „Vollkommener“, konnte also die Priesterfunktion ausüben. Es gab noch andere solcher Funktionen: Apostel, Alte und Meister. Es gab auch Bischöfe, ohne dass diese über den anderen Angehörigen gestanden hätten. Sie hatten einfach die Funktion, selbst Priester zu weihen. Der älteste Bischof wurde bei ihnen „Papst“ genannt. Er war aber nur der „Primus inter pares“ (=der Erste unter Gleichen).

Erde ist von Satanael erschaffen

Nach bogumilischer Ansicht ist diese Erde von Satanael geschaffen worden. In seinem Namen regieren die Fürsten dieser Welt. Entsetzt stellen die Pfaffen Satanaels nun fest, dass die Bogumilen „keine Kinder wollen“. Man hat das so verstanden, als wenn sie für eine allgemeine Enthaltsamkeit oder gar Keuschheit eingetreten wären. Das darf man aber nicht falsch verstehen, denn sie waren durchaus für die Fortpflanzung. Sonst wäre ihre Lehre ja auch ausgestorben. Die Bogumilen waren nur gegen die wahllose Fortpflanzung, wobei nach dem Wunsch der Kirche alle 9 Monate ein geboren werden sollte, das von Geburt an zum Leibeigenen der weltlichen und kirchlichen Fürsten bestimmt war. Die Bogumilen hatten den revolutionären Grundsatz aufgestellt: „Keine Kinder für die Reichen!“

Ablehnung von Kriegsdienst

Als echte Christen lehnten die Bogumilen den Kriegsdienst und den Krieg ab. Dabei machten sie nur eine Ausnahme: Sie verteidigten ihre Heimat, wenn diese von fremden Mächten angegriffen wurde. Als zu Beginn der 13. Jahrhunderts von den französischen Feudalherren und von Rom ein neuer Kreuzzug zum heiligen Land aufbricht, wird er na den bulgarischen Grenzen aufgehalten. Schon lange haben die Kreuzfahrer in früheren Jahrhunderten die Länder, durch die sie zogen, gebrandschatzt. Seit die Bogumilen sich in Bulgarien ausgebreitet haben, wollen sie diese europäischen Räuber nicht mehr durch ihr Land ziehen lassen. Bei Andiaopol werden die Kreuzfahrer von Bulgaren vernichtend geschlagen. Der 4. Kreuzzug gegen die Ungläubigen konnte nicht stattfinden.



Die Gnosis

Die Gnosis

Was bedeutet Gnosis?

Gnosis bedeutet Erkenntnis und der Gnostiker ist der Erkennende. Die Gnosis ist nicht einfach ein geistiger Strom im Schoss des Christentums, wie man es häufig lesen kann. Sie ist eine Bewegung von ursprünglichen Gedanken. Sie folgt einer der ältesten Bestrebungen der Menschheit. Ihre Wurzle mit der Sofialegende soll aus nördlichen Quellen in die jüdische Geheimlehre gelangt sein und hier verändert worden. So sehen die Juden in der Schlange etwas Böses. Für die nördlichen Menschen dagegen ist die Schlange das Symbol der Weisheit und man spricht in Indien noch heute von „Schlangen der Weisheit“, wenn man heilige oder weise Menschen meint.

Erscheinung der Gnosistiker

Die Gnosis ist viel verfolgt worden und mancher Wundert sich über ihr regelmäßiges Wiedererscheinen in Krisenzeiten. Das ist aber der typische Sofia Impuls, der nach Katharsis-gnostischer Anschauung der Gnosis zu immer neuen Wiedergeburten verhilft. Die Gnosis ist für den Adepten der Weisheit, d.h. Für den wissenden Esoteriker, die Quelle der guten Religion und ihr Untergrund. Die Gnosis zeigt sich lange vor Christus, dann zu seinen Lebzeiten und danach. Sie führt zur geistigen Aufwärtsentwicklung der Menschen durch die „vollkommene Erkenntnis“.

Wie gelangte die Gnosis zum heutigen Europäer? Sie ist mit der Religion der Brahmanen Indiens verwandt und mit Indien haben, wie man es bei Mani gesehen hat, immer Kontakte bestanden. Wer in den Staaten des Mittelmeerraumes nichts mehr lernen konnte, der reiste nach Indien, wo die alte Überlieferung noch lebendig geblieben war. In den anderen Ländern der Alten Welt wurde die Gnosis von der Römischen Kirche systematisch vernichtet.

Die älteste Überlieferung des Gnostizismus

Die älteste Überlieferung der Gnosis aber kommt von Atlantis. Dieser Erdteil befand sich nach Aussage von Plato jenseits der Säulen des Herkules, also im heutigen Atlantik bei Gibraltar. Dieser Kontinent ging nach und nach unter. Der letzte Rest verschwand vor langer Zeit und hat wahrscheinlich zum Sintflutbericht der Juden geführt. Nach Katharsis-gnostischer Anschauung förderte Jhvh die Vernichtung von Atlantis, weil sie dort wohnenden Menschen auf dem Erkenntnisweg sehr weit fortgeschritten waren und direkt vor ihrer endgültigen Befreiung standen. In der bekannteren Esoterik und Theosophie dagegen wird berichtet, dass es hier zu harten magischen Kämpfen zwischen den weißen und schwarzen Magiern gekommen sei, in deren Folge der Kontinent untergegangen sei.

Gnosis in Griechenland

Die Gnosis hat in Griechenland ihre beste geistige Entwicklungsmöglichkeit gefunden. Das Wort „Gnosis“ ist ein griechisches Wort, das mit „Erkenntnis“ übersetzt wird. Griechenland suchte wie der Orient die Erkenntnis, während das spätere Christentum Roms die Gnosis ganz ablehnte und an ihre Stelle einfach den blinden Glauben setzte.


Pythagoras und die Gnosis

Der erste und bekannteste Gnostiker war Pythagoras. Er war nicht nur Mathematiker und Physiker, sondern ein echter Philosoph. Seine Lehre enthält versteckte ägyptische Elemente. Pythagoras hatte alles in Griechenland zu Erkennende bereits erreicht. Daher reiste er nach Ägypten und wurde hier in die höchsten Mysterien eingeweiht.

Im Persischen-ägyptischen Krieg wurde Pythagoras gefangen genommen. Als Gefangener gelangte er nach Babylon. Hier studierte er in der Heimat der babylonischen Astarte oder Liebesgöttin alle damaligen asiatischen Religion und erkannte ihre gemeinsame Abstammung von einer Ur-Religion oder Ur-Erkenntnis.

Nach seiner Rückkehr nach Griechenland weihte er die griechischen Priester in die ägyptischen Mysterien ein und erhob den Pythonissentempel von Delphi zum gnostischen Zentrum Griechenlands. Hier wurde die Lehre der Weisheit unter ihren göttlichen Aspekte von Isis-Astarte-Aphrodite an die Adepten weiter gegeben. Als Pythagoras kurze Zeit nach der Gründung dieses Heiligtums mit 30 Schülern den Tod fand, war seine Lehre durch diese weisen Pythonissinnen für alle Zeit gesichert.

Pythagoräische Schule

Die pythagoräische Schule bestand noch 2 Jahrhunderte lang nach dem Tod ihres Gründers. Seine zahlreichen Schriften befanden sich in der Bibliothek des Seraphäums in Alexandrien. Hier wurden sie im 4. Jahrhundert von den römischen Christen unter Kaiser Theodor vernichtet, weil sie sich nicht im Einklang mit der katholischen Lehre befänden.

Plato

Der Athener Plato ergriff nach Pythagoras die Fackel der Erkenntnis. Durch einen Schüler des Pythagoras namens Argytas erhielt er eine Originalhandschrift des Meisters. Hieraus machte Plato den „Timäus“, der eine Zusammenfassung der pythagoräischen Philosophie darstellt. Aufgrund dieser Erkenntnisse gründete Plato die Akademie von Athen.

Das Wissen des Plato ging später in die Schule von Alexandrien über, deren Hauptvertreter Plotin gewesen ist. Ihm folgte im 4. Jahrhundert sein Schüler Jamblicus. Dieser versuchte, die Gnosis des alten Ägypten wieder zu beleben. Dabei scheiterte er allerdings, weil das römische Christentum inzwischen schon zu stark geworden war.

Die Kirche und die Verfolgung der Gnostiker

Damals erstickte Rom alle Erkenntnis. Rom stellte den blinden Glauben über das Wissen. Die Gnostiker, die überleben wollten, flüchteten in die römische Kirche. Sie wurden also Christen. Allerdings brachten sie ihre gnostische Weltanschauung mit. Diese sickerte unmerklich in die christliche Lehre ein und ist teilweise auch heute noch darin enthalten. Man denke an das „kyrie eleison“ (= Herr, erbarme Dich) in katholischen Messritualen! Kein Katholik kann eine vernünftige Erklärung für das Vorhandensein oder die Bedeutung dieser griechischen Worte geben. Die Gnosis begann nun, den blinden Glauben zu verdrängen. Entsetzt stellte Rom das fest und begann nun den Kampf gegen die Gnosis in ihren eigenen Reihen.

Die syrische Gnosis

Es gab eine syrische Gnosis, die durch Simon Magus, Saturnin und die Ophiten vertreten wurde. Außerdem gab die alexandrinische Gnosis, in der man Basilides, Valentin mit seinen Schülern, Karpokrates u.a. findet. Sie alle brachten ihre gnostische Lehren in das junge Christentum ein und befruchteten es mit echter Erkenntnis. Bald jedoch galt ihre Weltanschauung in Rom als „ketzerisch“ oder „häretisch“. Z.B. behaupteten sie, dass Christus zwar eine göttliche Wesenheit gewesen sei, dass er aber keinen materiellen Körper, sondern nur einen Scheinleib besessen habe. Diese Lehre wurde von Rom verdammt.
In der syrischen Gnosis findet man im 2. Jahrhundert hebräische und vorderasiatische Einflüsse, die das Licht der Gnosis verdunkeln. Die alexandrinische Gnosis ist dagegen eine reine Lichtreligion, die von Griechenland und Ägypten beeinflusst wird. Diese beiden Gnosis formen verwerfen das Alte Testament, die Gesetze des Moses und seinen skrupellosen Dekalog. Denn dieser Moses verlangt die sklavische Unterwerfung an der Stelle von Erkenntnis.

Die christliche Gnosis

Die christliche Gnosis schließt sich direkt an die vorchristlich Mystik an. Beide haben gemeinsame Symbole. Die wichtigsten sind die Schale und das Buch, die die Offenbarung überliefern. Man findet hier den „Kult der Großen Mutter“ oder „des weiblichen Prinzips“. Das „Evangelium der Eva“ und besonders die „Pistis Sofia“ sind hebräisch vollständig erhalten geblieben. Sie stellt eine Art von Volkswissen dar, das sich von der Gnosis der Eingeweihten deutlich unterscheidet. In der Pistis findet man zum ersten Mal jene irdisch-satanischen Dämonen, die später den Kern der jüdischen Kabbalah bilden werden.

Körperlichen Liebe ist gnostisch

Die Haltung zur körperlichen Liebe ist gnostisch. Marcion empfiehlt nur eine solche geschlechtliche Vereinigung, die nicht zur Zeugung führt. Denn das sich Fortpflanzen würde bedeuten, dass göttliche Seelen in materielle Körper eingeschlossen werden. Dieser Gnostiker erlaubt durchaus die Ehe, aber nur eine solche Ehe, die nicht von der Materie beherrscht wird.
Diesen gnostischen Schrecken vor der Fortpflanzung findet man später bei den Minnesängern des 13. Jahrhunderts wieder. Ihr Ziel war der Liebesdienst oder die Höfische Liebe. Diese sollte ausschließlich der Aufwärtsentwicklung des Menschen, nicht aber der Zeugung dienen.


Luziferische Gnosis

Dann gibt es eine „luziferische“ (= lichtbringende) Gnosis und die Gnosis der Ophiten (= Schlangenverehrer). Sie besitzen die urweltliche Erkenntnis der Sofia. Bei ihnen wird die Schlange der Bibel als Botschafterin der Guten Gottheit, ja sogar als die Gottheit selbst bzw. ihr Wort angesehen. Nachdem der irdische „Schöpfer“ Eva und Adam an diese Welt gefesselt hatte, brachte ihnen Luzifer (oder Sofia, die Schlange) das Wissen von Gut und Böse, d.h. die göttlich machende Gnosis durch die wollüstige Liebe. Luzifer ist bei diesen Gnostikern also nicht der böse Satan wie bei den übrigen Christen, sondern die Lichtbringerin Sofia, die Tochter der Guten Gottheit.

Sonntag, 11. April 2010

Die Weltanschauung der Katharer


 Die Weltanschauung der Katharer

die Katharer und ihre Religion, Glaube

Die Katharer

Die Katharer (= die Reinen) sind eine Glaubensbewegung des 11. Jahrhunderts. Zum größten Teil breiteten sie sich im Süden Frankreichs aus. Sie selbst nannten sich „veri christiani“ die wahren Christen oder „boni homines“ gute Menschen. Diese Abkehr vom herkömmlichen katholischen Glauben, führte dazu das sie durch Kreuzzüge und Inquisition vernichtet wurden. Die Katholische Kirche nannte sie die „Katzen Satans“ (= Kätzer, Ketzer).Die Verbreitung der Katharer

Das woran die Katharer glaubten und wo sie pflegten zu beten, wurde von der Katholischen Kirch vernichtet und die meisten Aufzeichnungen ihrer Kultur wurde von der Kirch geschrieben. Damit sind diese Quellen natürlich nicht Glaubenswert, da sie aus Verhöhnungen und Verfälschungen bestehen.

Gott ist Geist

Die Katharer glaubten Gott ist Geist. Seit Ewigkeiten ist er die vollkommene Liebe. Er ist in sich vollkommen, unveränderlich, ewig und gerecht. Nichts Böses und nichts Vergängliches kann in ihm sein, noch von ihm kommen. Infolgedessen können seine Werke nur vollkommen, unveränderlich, voller Liebe, gerecht und gut sein wie der Gott selbst.

Welt voller Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Veränderlichkeit

Nun aber haben die Katharer festgestellt, dass unsere Welt den Werken Gottes wenig entspricht. Sie sehen diese Welt voller Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Veränderlichkeit. Sie sagen, dass die Grundsubstanz oder die Materie dieser Erde vergänglich, unvollkommen, veränderlich, voller Übel und Leid sei. Hier gäbe es keine Ewigkeit, sondern nur den Tod für alle Lebewesen.
Die Materie dieser Welt ist also unvollkommen. Die Gottheit aber ist die vollkommene Liebe. Die Geschöpfe dieser Welt werden nur geboren, um nach einem mehr oder minder leidvollen Leben zu sterben. Die Gottheit aber ist das ewige Leben.
Gemäß diesen Behauptungen sahen die Katharer einen deutlichen Widerspruch zwischen der Vollkommenheit Gottes und der Unvollkommenheit der Materie dieser Welt. Vollkommenheit und Unvollkommenheit aber seien nicht ineinander vereinbar.
Unvollkommenes kann aber nicht von etwas Vollkommenen verursacht sein. Daher können die irdische Welt und die irdischen Geschöpfe nicht von einem vollkommenen Gott erschaffen worden sein.
Kommt diese Schöpfung von Gott? Weshalb hat er sie dann nicht vollkommen erschaffen? Hat er sie vollkommen erschaffen wollen, es aber nicht tun können? Dann ist Gott nicht allmächtig und selbst nicht vollkommen.
Wenn Gott diese irdische Welt vollkommen erschaffen konnte, es aber nicht hat tun wollen, so wäre das grausam, hätte das nichts mit vollkommener Liebe zu tun.
Aus dem Gesagten schließen die Katherer, dass Gott diese irdische Welt nicht erschaffen habe. Sie unterscheiden sich mit dieser Feststellung von der üblichen esoterischen Auffassung, nach der die Menschen gerade durch diese Unvollkommenheit der Welt in die Lage gesetzt werden, sich von Leben zu Leben zum Gottmenschentum und zur Gottheit selbst hin zu entwickeln. Eine Welt der Vollkommenheit aber würde ein Stehenbleiben für immer bedeuten. Die Weltanschauung dieser Spätgnostiker entspricht also nicht der heute üblichen esoterischen Lehre.

Die irdische Welt ist nicht von Gott

Diese irdische Welt wäre also nicht von Gott, sondern von seinem Gegenpol, dem Archon oder auch Satan erschaffen worden. Die Katharer berufen sich darin auf den Anfang des Johannes_Evangeliums, den sie folgendermaßen übersetzten:

"...Durch das Wort ist ALLES geworden, (=die Welt Gottes)...
und ohne das Wort ist NICHTS geworden, was gemacht ist (=die Welt der Finsternis oder Satans)"

Hier ist die Lehre vom Dualismus oder der Zweigeteiltheit des Kosmos. Nach dieser Lehre stehen sich seit Uranfang oder schon immer und ewig zwei entgegengesetzte Welten im Kosmos gegenüber: Die Welt Gottes und die Welt Satans.
Die Welt Gottes entspricht dem Wesen Gottes: sie ist vollkommen. Die Welt Satans dagegen ist unvollkommen, vergänglich und voller Leiden. So wie das Wesen Gottes die Liebe ist, so ist das Wesen Satans das Leid.
Die Katharer haben die Materie Satans dam Geist Gottes gegenübergestellt. Dabei sind sie der Überzeugung, dass Satan selbst auch Geist sei.

Gott der Schöpfer, Satan der Nachahmer

Gott wird als der eigentliche Schöpfer dargestellt, Satan dagegen als der Nachahmer Gottes. Als Gott in seinem Weltall seine gute und vollkommene Schöpfung begann, wollte auch der Archon in seinem Weltall etwas Ähnliches beginnen. Gott hatte seine Welt in sieben Himmel eingeteilt. Infolgedessen schuf Satan auch sieben Ebenen von unterschiedlicher Beschaffenheit, in denen die Materie von Ebene zu Ebene immer feiner wird.
Beide Schöpfer hätten nun Sonnensysteme und Milchstraßen geschaffen. Beide hätten sie ihre Planeten mit Pflanzen und Tieren bevölkert.

Die Menschen

Als nun Gott nach seinem Bild Menschen erschuf, hätte Satan auf der irdischen Welt das Gleicher versucht. Es sei ihm aber nicht gelungen, selbstbewusste Menschen- und Tierwesen zu erschaffen. Aus der Erde seiner Welt hätte er nur lebensunfähige Ungeheuer erschaffen können, die er dann immer wieder vernichtet hatte.
Voller Neid sah Satan hinüber zum Reich Gottes. Alle Nachahmungen brachten ihn nur immer neue Enttäuschungen, denn der Welt Satans fehlte eine bestimmte Substanz, die Geistsubstanz Gottes, aus der allein selbstbewusste Menschen und Tiere entstehen können. Satan fehlte die Liebe und die Freude, die die Essenz der menschlichen und tierischen Geistseele ausmachen.

Krieg der Himmel

Da Satan nicht glaubte, dass Gott ihm freiwillig Geistseelensubstanz zur Verfügung stellen würde, beschloss er, sie sich mit Gewalt zu holen. So kam es zum "Krieg der Himmel", über den es in fast allen Religionen ausführliche Berichte gibt. Auch der berühmte "Engelssturz" wird hier ganz anders als üblich interpretiert. Die Grundanschauung entnehmen die Katharer der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes.

"Siehe, ein Drache, ein Drache, feurig und gewaltig groß, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde.“

Die Heimkehr des Drachen

Für die Katharer ist also die Offenbarung keine Zukunftsschau, sondern der Bericht ihrer Erkenntnislehre.
Die Heimkehr des Drachen sah einem Sturz ähnlich, denn er der Drache und sein Dämonenschwanz wurden aus den Himmeln Gottes als Fremdkörper ausgestoßen und in ihr eigenes materielles Weltall zurückgestürzt Nach der katharischen Version, die man auch bereits bei den Manischäern findet, werden nicht himmlische Engel gestürzt, sondern der Archon Satan und sein kriegslüsternen Scharen.
Jetzt fragt man sich natürlich warum Gott nichts unternommen hat, um dieses Drittel seiner gestohlenen himmlischen Sterne zurück zu erobern? Darauf wird geantwortet: "Gott ist so gut, dass er nur die Waffen der Barmherzigkeit und der Liebe zur Verfügung hat. Gott ist nur im Guten allmächtig und auch nur dort schaffen was er will. Gott kann kein Übel wollen und nichts Böses tun. Daher leistet er dem Bösen bei seinem Einbruch in den Himmel auch keinen Widerstand.

Der Archon machte aus den selbstbewussten Geistwesen und später aus der ganzen Geistsubstanz vor allem die Geister der Menschen, dann der Tiere, der Pflanzen und aller Lebewesen. Die ersten Menschen waren Eva und Adam. Aus irdischer Materie schuf Satan nun irdische, tierische Körper. Er schläferte zwei Geistwesen ein. Diese versetzte er in zwei Materiekörper, hauchte sie an, wodurch sie unauflöslich für sehr viel Leben in den Körpern gefesselt wurden.
Man kennt ja eine ähnliche Geschichte aus der Bibel, wo JHVH den ersten Menschen erschafft. Nach der Darstellung der Katharer ist der "Hauch" nicht die unsterbliche Seele, sondern nur eine Fessel des unsterblichen göttlichen Geistwesens.


Eva und Adam

Als die beiden Geistwesen Eva und Adam erwachten, sahen sie sich in irdischen Körpern eingesperrt. Diese Körper waren aus so dichter Materie, dass sie von ihrer Umwelt fast nichts wahrnehmen konnten. Durch die Materiefessel und den festen Körpern waren Eva und Adam sehr behindert. Sie konnten die Welt Satans nicht mehr verlassen. Ihre Körper waren wie die der heutigen Menschen aus vergänglicher Materie geformt, deren Vergänglichkeit sie eines Tages zum Tode führen würde. Aber es ist nur der Körper, der stirbt, nicht aber das göttliche, unsterbliche Geistwesen. Das Geistwesen wird nach dem Tode des Körpers nicht frei und kann nicht in seine geistige Heimat zurückkehren. In Satans Fesselgewänder gehüllt muss es auf Satans Welt bleiben und da die Gesamtzahl der Geistwesen (ein Drittel der himmlischen Sterne) begrenzt ist, wird ein Geistwesen, dessen Körper gestorben ist, bald von Satan zu einer neuen Verkörperung in einem anderen, neu geborenen Körper gezwungen. In diesem neuen Körper das Leiden des Lebens immer wieder erneut erfahren, denn die Schmerzen des Körpers werden auch die Schmerzen des Geistkörpers sein. Mit diesem Körper wird es „die Geistseele“ altern, wird es sich dann zu immer neuen Verkörperungen in anderen, neu geborenen Körpern gezwungen sehen.

Die katharische Sicht zeigt sich hier sehr unterschiedlich von der biblischen. Eva ist hier nicht die „Männin Adams“. Sie ist kein Ableger von Adam, ist nicht aus seiner Rippe gemacht, ist nicht seine Tochter wie die Eva der Bibel. Eva ist ein selbstständiges Wesen, das zugleich mit Adam entstanden ist. Daher ist diese Eva bei den Katharern auch nicht Adam untergeordnet.

Seid fruchtbar und mehret Euch!

Satan oder Jhvh oder der Archon hatten zu den beiden ersten Menschen gesagt:

 „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ In ihre irdischen Tierkörper hatte der Archon von Anfang an den Fortpflanzungstrieb eingebaut, der sich zu immer neuen, unbewusst erlebten geschlechtlichen Vereinigungen zwang deren Resultat immer mehr Kinder waren. Durch den Archon wurden immer mehr neue, aus dem „Sternendrittel“ stammende Geistwesen durch diese unfreiwillige Fortpflanzung in menschliche Körper eingeschlossen. Schon bald bevölkerte sich diese Welt mit immer mehr Menschen, Tieren usw. Durch Leid, Krankheit, Unwetter usw. trat der Tod ein, so dass die Menschen, Tiere und Naturgeister nur immer kürzere Zeit leben konnten. Eva und Adam sollen noch 900 Jahre gelebt haben. Die Menschen des Mittelalters hatten nur eine Lebenserwartung von 30 Jahren, während es in der heutigen Zeit etwa 90 Jahre sein dürften.

Da behauptet der Schriftsteller, der SS-Oberst Otto Rahn in seinem Bch „Der Kreuzzug gegen den Gral“ durch Kain sei der Tod in die Welt gekommen. Schon die Frau Blavatzky schrieb um 1875 dass Abels vergossenes Blut das eines jeden jungen Mädchens gewesen sei das entjungfert wird denn Abel ist und war ein Mädchenname.

Die ersten Menschen

Die ersten Menschen lebten nach den Aussagen der Bibel in einer Welt, die heute das „Paradies“ genannt wird. Dieses „Paradies“ hatte der Archon der Gotteswelt nachempfunden und nachgeahmt. Er hatte es geschafft, um die menschlichen Geistwesen die Himmelswelt Gottes vergessen zu lassen. Und das gelang dem Archon schon bei Eva und Adam, die durch ihre schweren Materiehüllen ohnehin kaum in der Lage waren, allzuviel von ihrer Umwelt wahr zu nehmen. Sie lebten, aßen und tranken von den Früchten des Paradiesgartens. Sie pflanzten sich unbewusst fort, vermehrten sich immer mehr. Die Kinder Eva überquerten die Grenzen des Paradieses und besetzten die ganze Erde, d.h. Das ganze materielle Weltall. Dabei folgten die Kinder unbewusst dem Beispiel ihrer Eltern und vermehrten sich ständig, ohne dass ihnen ihr Tun irgendwelche Schmerzen gemacht hätten. Sie waren ja noch reine Gefangene, die man in Materie wie in einen dicken Panzer eingeschlossen hatte. Wenn sie als Geistwesen denken konnten, besaßen sie keine Möglichkeit, ihrem Denken Ausdruck zu verleihen. Ihre tierischen, archonten ähnlichen Körper folgten dem Vermehrungsgebot, ohne dass ein Einfluss seitens der göttlichen Geister erfolgen konnten.
Bei diesen ersten, unbewusst gezeugten Kindern Evas und Adams handelt es sich nicht um Kain und Abel, denn diese wurden schon bewusst gezeugt. Es geschah in einer Zeit, als die ersten Menschen durch die „Schlange“ (= die erste Erlöserin aus der Welt Gottes) bereits die erste Gnosis (=Erkenntnis) gewonnen hatten. Wenn man in der Bibel liest, Kain sei „nach der Tötung Abels“ zu einem anderen Volk gegangen und hätte sich hier eine Frau genommen, dann stammt diese von Kindern ab, die Eva und Adam nicht oder noch unbewusst gezeugt hatten.
Weder die Katharer, die Manischäer oder sonstige Gnostiker geben einen Zeitpunkt an, bis zu dem dieser unbewusste Zustand gedauert hat. Die Wissenschaft ist aufgrund von Knochenfunden der Ansicht, dass die ersten Menschen plötzlich vor 2 oder 4 Millionen Jahren auf der Erde erschienen seien. Hängt das Bewusstwerden mit einer Formveränderung zusammen? Waren die ersten Menschen das Ergebnis einer plötzlichen Mutation, d.h. Einer sprunghaften Veränderung einer Affen oder schweineähnlichen Tierart? (Anmerkung: Das Schwein nach dem Anatomen Prof. Dr. Sieve wegen der 278 Muskeln am Hinterbein, die auch das menschlich hohen Intelligenzgrad).

Körperliche Verwandtschaft zu den Tieren

Die ersten Menschen haben eine körperliche Verwandtschaft zu den Tieren dieser Welt, denn auch ihr Körper ist der eines Säugetieres, Nicht mal von der Gehirnbildung her unterschieden sich die Tiere von Anfang an von den Menschen. So unterscheidet sich auch das Selbstbewusstsein der Menschen nicht von dem der Tiere.

Was man früher und heute in der Erde gefunden hat, das sind die Reste der Fehlschöpfungen des irdischen Archons, den Rest jener Ungeheuer, als der Archon den Versuch machte, Menschen und Tiere ohne den göttlichen Geist herzustellen oder hat der Archon diese Reste auch bewusst vernichtet, damit keine Spuren seiner Schande zurückblieben. Schon die mittelalterlichen Menschen sahen in den Knochen der vorsintflutlichen Saurier Rest von Fehlentwicklungen bei der Erschaffung von Menschen und Tieren. Und diese Menschen des Mittelalters kannten bereits die Kohle, die ja nur ein Überbleibsel früherer Baumfarnwälder ist. Also hatte es schon vor der Erschaffung des Paradieses völlig anders aussehende Großpflanzen gegeben, als es die heutigen Bäume sind.
In den Höhlen, in denen diese Katharer im Mittelalter in der Verfolgungszeit teils lebten, teils ihre religiösen Feiern abhielten, hatten die Gläubigen Höhlenzeichnungen mit ganz anders gestalteten Menschen gesehen. Daraus schloss man, dass auch die menschliche Körperform sich von der Schöpfung an sehr verändert hatte, denn die im menschlichen Körper wohnende Geistseele hat die materielle Körperform der eigenen geistigen Form angepasst.
Diese Feststellung widerspricht der Bibel, die behauptet, dass sich der Mensch von der Erschaffung an nicht mehr verändert hätte. Die heutige Wissenschaft aber beweist heute, dass sich die menschliche Form seit dem Co-magnon-Menschen und dem Neandertaler deutlich verändert hat.
Der Zustand der unbewusst erlebten Paradieses durch die ersten Menschen dauerte nur bis zu dem Zeitpunkt der ersten Erkenntnis.

Die erste Erkenntnis oder Erlösung

Die Gottheit hat niemals den fruchtbaren Raub vergessen, den der Archont oder der satanische Drache begangen hatte. Inzwischen hatte die Gute Gottheit die Himmelswelten so vollkommen wiederhergestellt, wie sie vor dem Krieg in den Himmeln gewesen waren und der „Hüter der Schwelle“ würde weitere Einbrüche verhindern. Nun begann die lichte Gottheit, an die Befreiung der verschleppten Geistwesen zu denken. Daher sandte die Gottheit ihre Tochter Sofia (=die Weisheit) hinunter in die materielle Welt des Archonten. Sofia sollte den in den Menschen gefangenen Geistwesen den Weg der Befreiung zeigen. Sofia brachte mit ihrem Abstieg in die materielle Welt ein großes Opfer, denn das Leben eines göttlichen Lichtwesens ist in der dunklen Welt des Archonten furchbar.

Welt des Archons

Natürlich ist die Welt des Archons, also die materielle Erdwelt, nicht ganz dunkel, denn auch hier gibt es Sonnen, die die Dunkelheit aufhellen. Aber ihr Licht ist nur veränderte Dunkelheit gegenüber dem Licht der Guten lichten Gottheit. Der besseren Unterscheidung dieser beiden Lichtarten wegen sprechen die Gnostiker und die Katharer von „Gotteslicht“ oder auch von „Überlicht“. Die Gottheit selbst ist das Gotteslicht und die Menschen haben das gefangene Gotteslicht in sich. Es ist das menschliche göttliche Ego oder Selbstbewusstsein.
Die Tochter der Gottheit heißt Sofia oder Weisheit. Sie umkleidet sich für ihren Aufenthalt in der Welt des Archon mit einem Scheinkörper, damit sie sich hier bewegen, also hier handeln kann. So bekleidet dringt sie nun in das Paradies ein und gelangt zu den ersten Menschen, zu Eva und Adam. Die erste Erlöserin wird in der Bibel eine „Schlange“ genannt, weil sie sich schlangen gleich in die materielle Welt eingeschlichen hätte. Sie wird in der Bibel als teuflisch und böse geschildert. Darin sehen die gnostischen Katharer den satanischen Einfluss in der Bibel, die ein gutes und göttliches Wesen verteufelt. Die heutigen Menschen, denen die entstellte Paradieslegende erzählt wird, glauben noch immer, die Schlange sei ein böses Wesen gewesen, das die ersten Menschen zur Sünde verführt hätten. Da der Archon selbst teuflisch ist, kann Sofia es gar nicht sein.

Die Ophiten

Diese Feststellung ist rein gnostisch. Sie erinnert an die Ophiten oder Schlangenverehrer, die die Schlange deshalb angebetet haben, weil sie gegen Jhvh opponiert hätten. Für die Ophiten ist die Schlange sogar die Gute Gottheit selbst.
Der Archon Jhvh muss eine Befreiungsaktion von Seiten der Gottheit geahnt haben. Daher hatte er Eva und Adam verboten, die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ zu pflücken und zu essen. Jhvh hatte den Menschen die Todesstrafe angedroht, wenn sie sein Gebot oder Verbot übertreten würden. Aber Leid und Tod sind auf dieser materiellen Welt ohnehin schon in die Materie und die materiellen Körper einprogrammiert. Durch dieses Gebot oder Verbot wollte sich der Archon nur seiner ewigen Herrschaft über die Menschen versichern, denn alle Menschen, die noch nicht vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen haben, sind unwissend, blind und unfähig zur Selbstbefreiung.

Die Frucht vom Baum der Erkenntnis

Was ist das nun für eine „Frucht“ die am „Baum der Erkenntnis“ wächst? Ist es ein Apfel, wie es die Dichter und Maler dargestellt haben? Ist es eine Feige, und war der Baum der Erkenntnis ein Feigenbaum? Oder bedeutet das „Essen der Frucht“ etwas Geistiges? Ist die „Frucht“ nur ein Symbol?

Die Bibel hat den Menschen diesen Punkt verschwiegen. Die Antwort findet man zum Teil in den jüdischen Geheimlehren und in der gnostisch-katharischen Lehre. Hier findet man folgende Anschauung:
Bei der „Frucht“ handelt es sich nicht um eine Frucht. Beim „Baum der Erkenntnis“ handelt es sich nicht um einen Baum. Diese Frucht kann man weder pflücken noch essen. Die Frucht ist nur ein Symbol. Die Frucht ist das Symbol für den wollüstigen Geschlechtsverkehr, bei dem die körperliche Fortpflanzung ausgeschlossen bleibt. Der Baum der Erkenntnis ist der Gummi- der Feigenbaum, aus dessen Saft die Gnostiker und die Katharer das erste Empfängnisverhütungsmittel der Welt herstellten. Man könnte es mit einem Schutzmittel oder der heutigen Pille vergleichen. So wie heute die katholische Kirche und ihr Papst die Pille verbieten, so verbot schon der alttestamentarische Jhvh den Menschen die „Frucht“. Wenn die Gnostiker und die Katharer hier von „wollüstigem Geschlechtsverkehr“ sprechen, dann meinen sie nicht nur, dass die Wollust eine angenehme Freude sei. Für sie ist die Wollust nicht Selbstzweck, sondern sie ist es, die die Menschen über die „Erkenntnis“ zur Befreiung führt. Die Erkenntnis ist nicht nur das Wissen um Gut und Böse. Nach gnostischer Anschauung befreit diese Befreiung die Menschen als göttliche Wesen von den Fesseln Satans. Denn der Geschlechtsverkehr in allen seinen guten Formen wie auch die Selbstbefreiung öffnen die Tore im Gefängnis des menschlichen Körpers, durch die die Menschen den Heimweg zur göttlichen himmlischen Heimat antreten können. Das ist übrigens der besondere Sinn des 18. Grades, das diesbezügliche Geheimwissen der Einweihung zur Anwendung zu bringen.

Sofia erscheint im Paradies

Sofia, die Tochter der Gottheit, erscheint also eines Tages im Paradies bei Eva und Adam, als sich der müde Jhvh gerade zu einem Mittagsschläfchen hingelegt hat. Die Gelegenheit ist also günstig. Sofia spricht mit Eva, erzählt ihr von der „Frucht vom Baum der Erkenntnis“, die klug mache. Eva wehrt sich zuerst, erwähnt das Verbot durch ihren sogenannten „Schöpfer“, will nicht essen, hat Furcht vor dem angedrohten Strafe. Aber Sofia verkündet Eva, dass sie nicht sterben werde, sondern dass sich selbst wieder göttlich werden wird: „Ihr werdet Götter werden“. Durch das „Essen der Frucht“, durch die „Wollust“ also, werdet ihr wie Gott. Mit „Gott“ meint Sofia hier nicht den „schöpferischen“ Archon Jhvh, sondern die wahre Gottheit, deren Tochter Sofia ist. Durch die Kraft der Gottheit gelingt es Sofia, Eva und Adam zu überzeugen, die nachdem sie durch die „Frucht“ die Empfängnis ausgeschlossen haben, sich sogleich ans „Essen“ machen, also eine reine Wolllustvereinigung durchführen.

Noch während sie in den ersten Wonnegefühlen erbeben, öffnen sich ihre geistigen Augen. Eva und Adam erkennen einander als göttliche Wesen, als Götter, wie es ihnen die „Schlange“ verheißen hat. Die erste Öffnung in der satanischen Körperfessel hat sich bei ihnen durch die Wollust eröffnet. Nach der esoterischen Anatomie der gnostischen Katharer befindet sich die Öffnung in der Gegend der Geschlechtsorgane beider Partner. Hier befindet sich der Hauptsitz des göttlichen Geistwesens, des Bewusstseins oder des Ego. Durch die wollüstige Liebe und ihren Höhepunkt treten beide Geistwesen miteinander in Kontakt.

Gotteslicht

Gleichzeitig mit dieser Kontaktaufnahme öffnet sich bei beiden Partnern ein göttliches Schwingungszentrum, das freies Gotteslicht in die Körper aufnehmen kann. Dieses freie Gotteslicht bewirkt die endgültige Befreiung. Dieses Gotteslicht wird Eva und Adam und auch allen anderen Menschen durch Sofia übermittelt. Freies Überlicht unterliegt nicht der satanischen Fessel, und es kann vom Archon nicht beeinflusst werden. Freies Gotteslicht stärkt das in den Menschen als Geistwesen gebundene Gotteslicht und bewirkt mit ihm zusammen die „Durchlichtung“ der Körper des Menschen. Je mehr freies Gotteslicht die Menschen in sich aufnehmen, desto dünner wird die Fessel Satans. Eines Tages ist die Fessel so aufgelichtet, dass sich das göttliche Geistwesen befreien und zu Gott heimkehren kann.
Daraus ergibt sich aber auch, dass der Archon-Gott-Jhvh die Wollust in den Religionen der Menschen als „Todsünde“ verboten hat. Fortpflanzen soll sich der Mensch. Er soll es aber wie ein bewusstloses Tier tun, das nur den Trieb, nicht aber die wollüstige Liebe kennt. Vom Standpunkt des Archons aus ist es sehr verständlich, dass er den Menschen die wollüstige Freude verbreitet, denn sie befreit die Menschen aus dem Zyklus der Wiedergeburten.

Bekenntnis zur Wollust

Bei diesen Gnostikern findet man etwas Einmaliges: Die Bekenntnis zur Wollust. Sie glauben nicht an die Gnade irgendeines „Gottes. Sie erkennen die Welt, benutzen ihre Kräfte, um zu ihrer himmlischen Gottheit heimzukehren.

Als Eva und Adam nun den Höhepunkt der Wollust überschritten hatten, wurden sie sich ihrer Schutzlosigkeit bewusst. Denn mit der Erkenntnis von Gut und Böse hatten sie begriffen, das ihr sogenannter „Schöpfer“ in Wirklichkeit ihr größter Feind und Sklavenhalter war.
Die Katharer behaupten, dass die Bibel falsch übersetzt oder bewusst gefälscht worden sein, wenn es darin heißt, dass Eva und Adam sich geschämt und sich deshalb Feigenblätter vor die Geschlechtsorgane gebunden hätten und dass sie vor Jhvh in ein Versteck im Wald geflohen seien. Die Feigenblätter sind nur das sind nur das Symbol für die Empfängnisverhütung und das Verbergen ist die positive Folge ihrer Erkenntnis über den bösen Charakter Jhvhs.
Man weiß, mit welcher Wut Jhvh die Menschen aus seinem Pardies vertreibt, wie er sie verflucht, in einem Jammertal zu leben und wie er auch die „Schlange“ verflucht, die von nun an nur noch auf der Erde kriechen und Erde fressen sollte.
Diese verschlechterten Lebensbedingungen erschweren nun das Leben der Menschen, die nun Not und Krankheit kennen lernen. Dennoch können sie von nun an durch die Erkenntnis den Weg der Aufwärtsentwicklung gehen, der ihnen vorher versperrt war.

Sofia die Erlöserin

Für die gnostischen Katharer ist Sofia die Erlöserin. Sie bleibt bei den Menschen. Sie zeigt ihnen Mittel und Wege, das Jammertal der Erde langsam zu einer Basis für den geistigen Aufstieg zu entwickeln. Sofia schützt die Erkennenden, während Jhvh einen „Weltuntergang“ nach dem anderen sendet oder das Feuer auf Sodom und Gomorrha herunter regnen lässt. Aber die von Sofia geschützten Menschen überleben wie Lot und seinne Töchter, die sich durch die körperlich-seelische Liebe aufwärts entwickeln und zur Befreiung gelangen. Die esoterische Praxis, die sich auf Lot und seine Töchter bezieht, nennt man Seidr. Kinder, die aus einer solchen Liebesbeziehung geboren werden, werden wie ihre Eltern Seidris genannt. Sie sind Vollkommene, denn sie sind befreit. Wenn sie aber noch hier in der materiellen Welt bleiben, dann weil sie freiwillig bereit sind, anderen Menschen auf dem Weg der Befreiung zu helfen.
Die Befreiung erfolgt nach katharischer Ansicht entgegen dem Schicksal oder Karma. Während die meisten Esoteriker der Meinung sind, dass das Karma selbst verschuldetes Schicksal darstelle, sind die Gnostiker davon überzeugt, dass es ihnen vom Archon auferlegt wird, damit sie sich nicht aufwärts entwickeln und befreien können. Nur durch ErkenntnKatharer auf dem Scheiterhaufenis, Liebe und Freude und enge Zusammenarbeit mit Sofia kann so viel freies Gotteslicht aufgenommen werden, dass eine Befreiung von den Fesseln der Materie erfolgt.

Katharer lehnen das übliche Kirchentum ab

Die gnostischen Katharer lehnen das übliche Kirchenchristentum ab. Sie demaskieren die römische Kirche, sie versuche, aus den Menschen Schlachtvieh zu machen. Sie versuche weiterhin, durch die zehn Gebote und die tausend von ihnen abgeleiteten Kirchengebote die Menschheit noch weiter zu verdummen.

Doch der Weg der Aufwärtsentwicklung durch Erkenntnis, Liebe und Freude hat seine Schwierigkeiten. In der Zeit vor etwa 2000 Jahren befindet sich die Menschheit im Feudalismus. Wenige Adlige herrschen diktatorisch über die wenigen Freien und die weitaus zahlreichen Sklaven. Wo bleibt da für die große Volksmassen der Weg der Freude und der Liebe? Außer den wenigen Herrschenden kann niemand der geistig-seelisch-körperlichen Liebe und Wollust hingeben. Die Menschen sind so versklavt, dass sie nicht mal ihre Liebespartner selbst wählen können. Der Weg der Erkenntnis ist damit so ziemlich versperrt.

Samstag, 10. April 2010

Helena Petrowna Blavatsky


 Helena Petrowna Blavatsky

Blavatsky´s Leben

 Helena (eigentlicher Geburtsname Jelena von Hahn) Petrowna Blavatsky (1831-1891), Tochter des russischen Generals Peter von Hahn, gilt in Esoterikerkreisen als die Sphinx des 19. Jahrhunderts. Über ihr abenteuerliches Leben wurde viel geschrieben. Ihre Mutter Helena de Fadeyev entstammte einem alteingesessenem russischem Adel und war eine bekannte Romanautorin. Sie starb jedoch bei der Geburt von Helena´s Schwester Vera.
Den Rest ihrer Kindheit verbrachte sie bei den Großeltern, sie lebte zeitweise in Saratow, Odessa und in Sankt Petersburg: Der Großvater war hoher Regierungsbeamter in den neu entstandenen Provinzen des russischen Großreichs und wechselte öfters den Standort.
Helena war zwar von rascher Auffassungsgabe, suchte sich aber dem Zwang von Unterrichtsstunden nach Möglichkeit zu entziehen. Lieber reitete sie durch die Steppe oder verlor sich in ihren Phantasien. Ihre Schwester Vera schrieb später: „ Sie trug zwei deutliche unterschiedene Naturen in sich, so dass man dachte, es wären zwei Wesen in einem Körper. Das eine schadenfroh, streitsüchtig und hartnäckig, in jeder Weise lasterhaft. Das andere zum Mystischen und Metaphysischen neigend, gleich der Seherin von Prevorst“. Als Seherin von Prevorst bezeichnete man Friederike Hauffe, welche Stimmen und Lichterscheinungen erschienen und eintreffende Geschehnisse voraus sagen konnte.
Der geringste Widerspruch konnte bei Helena leidenschaftliche Ausbrüche bewirken, die in Schüttelkrämpfen endeten. Aufgrund besessenheitsartige Erscheinungen wurde mehrfach Exorzismus angewendet.
Helena zeigte von Kindheit an nicht nur ein oft extrem zwiespältiges Wesen, sondern war auch stark medial veranlagt. Schon als Zwölfjährige begann sie automatisch zu schreiben und verfasste Stöße von Manuskripten, die angeblich von einer gestorbenen Deutschrussin stammten. Als Kind von fünf Jahren hatte Helena mit Bildern und Briefen jener Dame gespielt und mag auch manches über sie gehört haben. Nach Jahren stellte sich jedoch heraus, dass die Frau noch lebte.
Fast alle, die später mit Helena in Berührung kamen, kennzeichnen ihr Wesen als „männliche Seele in einem weiblichen Körper“. Dieser männliche Wesenszug blieb während ihres ganzen Lebens vorherrschend.
 

Flucht vor die Ehe und Reise durch die Welt

Im Alter von siebzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren Staatsrat Blavatsky, dem sie sich als Frau jedoch verweigert haben will. Nach ihrer Hochzeit floh sie, als Schiffsheizer in Matrosenkleidung, nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Von dort aus erklärten sie ihrem Vater kategorisch, dass sie unter keinen Umständen zu ihrem Mann zurückkehren wolle. So ließ man sie dann ziehen. In Begleitung wechselnder Freundinnen reiste sie über Ägypten und Griechenland nach Paris. Dort wollte ein Magnetopath sich ihrer paranormalen Fähigkeiten bedienen. Helena Blavatsky aber war anderen Sinnes und begab sich über London nach Nordamerika, das sie angeblich durchreiste um die Geheimnisse indianischer Medizinmänner und des Voodookultes zu studieren.
Nach zehnjähriger Abwesenheit kehrte sie 1858 nach Russland zurück und tauchte bei ihrer mittlerweile verheirateten Schwester Vera auf deren Landgut in Rugedowo bei Pleskau, an der Grenze zu Estland, auf. Dort war sie infolge ihrer medialen Veranlagung bald gesellschaftlicher Mittelpunkt, zumal das Interesse am Spiritismus damals hoch war. Es kam jedoch bei Helena Blavatsky zu erheblichen psychischen Störungen und sie reiste zur Erholung in den Kaukasus. Dort, bei ihren Großeltern, traten ihre Persönlichkeitsstörungen erneut auf. Das sich manifestierende „Spalt-Ich“ gab sich als Mann aus. In diesem „Mann“ meinte sie später einen Sendboten ihrer „Meister“ erblicken zu dürfen.
Nach ihrer Genesung widmete sie sich eine Zeitlang geschäftlichen Interessen und ging 1863 nach Italien, wo sie unter Giuseppe Garibaldi gekämpft haben und in der Schlacht von Mentana verwundet worden sein will.

Über den Zeitraum von 1848 bis 1872 hat Helena Blavatsky keine klaren Angaben hinterlassen. Angeblich soll sie versucht haben nach Tibet einzureisen.

Blavatsky in den USA

Im Juli 1873 traf Helena in den USA ein. Dort lernte sie im folgendem Jahr, in einem Spiritistenzirkel, den Journalisten Henry Steel Olcott kennen, der fortan ihr treuer Begleitet wurde. Offenbar erkannte er ihre außerordentliche Medialität und gründete mit ihr den spiritistischen „Mirackle-Club“. Infolge einiger Betrugsaffären kam aber der Spiritismus zu jener Zeit in den USA in Verruf und so wurde dieser Kreis am 17.4. 1875 umbenannt in „Theosophical Society“, Theosophische Gesellschaft.

Studium okkulter Literatur

Während der folgenden zwei Jahre studierte sie okkultistische Literatur und verfasste das Werk „Isis entschleiert“, das 1877 erschien. Dieses Buch fand Anerkennung teils auch bei Nichttheosophen, obwohl oder vielleicht gerade weil es eine kirchen- und wissenschaftsfeindliche Tendenz aufweist. Der wegen seiner Fachkenntnisse und Objektivität geschätzte deutsche Parapsychologe General Josef Peter schrieb: „Ich gebe zu, man mag mit manchen Folgerungen dieser Blätter nicht einverstanden sein, dies hindert jedoch nicht, dass das fesselnd geschriebene Werk tausend Anregungen gibt.

Blavatsky selbst schrieb an ihre Angehörigen, man solle sie wegen der „Isis“ nicht loben, denn sie empfinde das nicht als Arbeit. Wenn ich gehalten bin zu schreiben, sositze ich nieder und gehorche. Dann schreibe ich leicht über alle Dinge wie Metaphysik, Psychologie, Philosophie, Religionsgeschichte, Zoologie, Naturwissenschaft oder was es sei. Ich lege mir niemals die Frage vor: Kann ich über diesen Gegenstand schreibe? Oder: Bin ich dieser Arbeit gewachsen? Ich sitze einfach nieder und schreibe. Warum? Weil etwas, das alles weiß, mir diktiert.

Blavatsky´s Visionen

In einem anderen Brief heißt es, sie würde in einer Art ständiger Bezauberung leben: mit Visionen und Gesichtern, bei offenen Augen und im Normalzustand, ohne jede Trance oder Schlafzustände. Dabei spricht sie zuweilen von ihrem „inneren Ich“, von ihrem „erleuchteten Selbst“, wird dann aber wieder unsicher und schreibt schließlich alle Urheberschaft den „Meistern“ zu.
Diese Meister beginnen nunmehr eine immer stärker hervortretende Rolle im Schaffen Helena´s zu spielen und wurde schließlich zu „Mahatmas“ (=große Seele). Während der Niederschrift von „Isis entschleiert“ traten sie erstmalig auf und zwar ganz auf spiritistische Weise im Rahmen einer vorübergehenden Inbesitznahme des Mediums. Olcott zufolge ergriffen an einem Abend oft drei oder vier verschiedene männliche Typen von Blavatsky Besitz und benahmen sich entsprechend unterschiedlich.

Die Theosophischen Gesellschaft 

1882 wurde die Zentrale der Theosophischen Gesellschaft nach Madras (heute Chennai, Indien) verlegt. Sie erlegte nunmehr Verbreitung in der ganzen Welt, wobei es im Laufe der Zeit zu allerlei Misshelligkeiten und Abspaltungen kam. Zur Unterscheidung von den anderen Gruppierungen wurde und wird die ursprüngliche Theosophische Gesellschaft nach einem Vorort von Madras (Adyar-TG) genannt.
Die Meister der TG sollen sich auf verschiedenste Weise bemerkbar gamacht und oft in Diskussionen eingegriffen haben. Annie Besant zufolge kamen die „Meisterbotschaften“ manchmal mit der Post oder sie erschienen plötzlich auf dem Tisch oder in einer Schublade. Am 10.2.1882 sah man einen Brief senkrecht zu Boden fallen und zwar im Freien, zehn Schritte von Madame Blavatskys Stuhl entfernt und sieben von der kleinen Gesellschaft, die ihn fallen sah. Zuweilen sollen die Meister sogar voll materialisiert erschienen sein. Charles W. Leadbeater erzählte, derartige Phänomene hätten sich mitunter auf dem flachen Dach des Hauptgebäudes gezeigt, manchmal in seinem eigenen Zimmer und zuweilen im Garten. Die Materialisationen erhielten sich häufig zwanzig Minuten lang und bei wenigstens zwei Gelegenheiten beträchtlich länger als eine halbe Stunde.
Einen schweren Rückschlag für Helena Blavatsky gab es durch die peinliche Affäre mit dem „Wunderschrein von Adyar“, einem Schränkchen, in welchem sich häufig geschriebene Mitteilungen der Meister fanden. Erstaunlicherweise sollen sie sich oft auf Probleme eines eben geführten Gesprächs bezogen haben. Als nun aufkam, dass jenes Möbelstück einen geheimen Zugang aufwies, gab es unliebsames Aufsehen und Blavatsky verließ Indien.

Blavatskys zweite Ehe

Blavatskys zweite Ehe, die sie am 3.4.1875 mit dem Armenier Michael C. Betanelly unter der Bedingung einging, dass sie ihren Namen behält und der Gatte keinen Anspruch auf die Privilegien der Hochzeitsnacht machen dürfe, wurde bereits ein Jahr danach geschieden. Blavatsky sei darüber herzlich froh gewesen und habe erklärt, der Gedanke, in die Lage zu kommen, ihren Körper einem Manne preiszugeben, sei ihr so entsetzlich und unfassbar, dass sie selber nur durch eine damalige Besessenheit erklären könne.
Dieser von Ihr selbst ausgesprochene Verdacht wird von einem Bericht von Subba Row noch untermauert der sagt: Sie sei vor 20 Jahren aus dem Erdenleben geschieden und seitdem wird ihr Körper von vier Wesenheiten beherrscht.

Reise nach Indien und beginn der "Geheimlehre"

Nach Blavatskys Ausreise aus Indien begann sie mit der Abfassung der „Geheimlehre“. Dieses Werk soll unter dem Einfluss eines Meisters Namens Djwal Kuhl (gesprochen Dschall Kull) gestanden haben. Im Druck erschien das zweibändige Werk 1888 in London. Es enthält über weite Strecken Stellungnahmen und Auseinandersetzungen zu wissenschaftlichen und philosophischen Ansichten des 19. Jahrhunderts, die wohl wegen ihres Eintagsfliegencharakters längst vergessen sind. Einen dritten Band soll später Annie Besant aus nachgelassenen Schrifften zusammengestellt haben.

Blavatsky stützte ihre Geheimlehre auf ein rätselhaftes Buch, das sie mit meisterlicher Hilfe hellsichtig wahrgenommen haben will, das „Buch Dzyan“. Außer ihr selbst sah es kein Normalsterblicher.

In der Blavatsky Theosophie begegnen sich Pantheismus mit stark materiellem Enschlag: Aus dem „Strahlenden Heros“ geht das All in verschiedenen Emanationsstufen hervor, um am Ende ins Nichtbewußtsein, in die reine Übersinnlichkeit, zurückzukehren. Und das wiederholt sich in unermesslichen Zeitläufen immer wieder aufs neue gemäß dem Ein und Ausatmen Brahmas. Eine an sich materialistischen-trostlose Perspektive ohne erkennbaren tieferen Sinn, hätten Blavatskys Meister nicht den Evolutionsgedanken eingebaut. Nun vollziehen sich keine ewig gleichen Kreisläufe mehr, sondern alles unterliegt einer spiralförmigen Höherentwicklung.
Der „Geheimlehre“ zufolge sind Kosmos und Mensch von ihrer Entwicklung her siebenfach gegliedert. Eine Art Gott ist zwar auch hier der Urgrund alleer Dinge, aber weder transzendent (über menschliches Beusstsein und Erfahrung hinausgehend) noch persönlich. Dabei wird unterschieden zwischen Gott und Gottheit. Gott alis Brahma ist der Geist und das Leben im All. Die Gottheit dagegen als das Brahman ist weder Geist noch Stoff, weder Form noch Kraft, sie ist das Sein an sich und als solches unwahrnehmbar. Gott ist das Sich-Offenbarende, während die Gottheit das Nichtoffenbare, das Absolute ist.

Die Götter

Sämtliche Personifizierten Götter waren in früheren Entfaltungsperioden Menschen. Denn um ein göttlicher, vollbewusster Gott, ja selbst der höchste, zu werden, müssen die geistigen Urintelligenzen durch den menschlichen Zustand hindurchgehen. Der Mensch beginnt seinen Weg unbewusst als Monade, die ihrerseits ein Atom des Absoluten oder vielmehr der Absolutheit ist. Bewusstsein muss auf dem langen Weg der Entwicklung durch zahlose Existenzformen in der Materie erst errungen werden und zwar ausschließlich in der Materie. Im Jenseits gibt es keine Weiterentwicklung. Im Verlauf eines solchen äonenlangen Werdens entwickelt sich dann aus dem in der Monade sozusagen potentiellen Gott ein effektiver Gott.

In „Isis entschleiert“ schreibt Blavatsky: Die Welt benötigt keine sektiererischen Kirchen weder des Buddha, Jesus, Mohammeds, Swedenborgs, Calvins noch irgendeine andere. Für sie stellt die christliche Auffassung vom Engelsturz, diesem teilweisen Abfall der Urgeister (Erstlinge) von Gott, eine gobe theologische Irreführung dar. Denn die Sonnen oder Feuerengel seien ja nur deshalb zu Aufrührern im Himmel geworden, weil sie sich weigerten, sich in sinnlose Menschengehäuse einzuverleiben. Denen sie ihre Bewusstheit nicht hätten geben, übertragen können. Sie wollten, dass der Mensch seiner selbst bewusst wird und eigenverantwortlich handeln lernt. Blavatsky nennt es eine Selbstaufopferung um der intellektuellen Unabhängigkeit der Menschheit willen.

1888 gründete sie dann die Esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie als letzte ihrer Schriften „Die Stimme der Stille“, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte.
1891 starb Helena Blavatsky in London. An ihrem Todestag am 8. Mai feiern ihre Anhänger jedes Jahr den "Weißen-Lotus-Tag".

Homepage der Theosophischen Gesellschaft http://theosophische-gesellschaft.org/

Download: Blavatsky Geheimlehre
http://rapidshare.com/files/374392305/Blavatsky_Geheimlehre_I.pdf

Donnerstag, 1. April 2010

Nordische Mythologie

 Nordische Mythologie

Die Edda

Über die alten Götter ist nur wenig konkretes bekannt. Das meiste Wissen ents Nordische Mythologie die Eddapringt den Edden. Dieses Wort ist die Mehrzahl von Edda = Großmutter. Es handelt sich bei den Berichten um mündliche Überlieferungen. Als Edda werden zwei Werke aus dem 13. Jahrhundert im christianisierten Island bezeichnet. Die erste Aufzeichnung wird um das Jahr 800 nach der Zeitenwende verfasst, also erst 200 Jahre nach dem Erlöschen der alten Religion. Der Verfasser Snorri Sturluson hat im Jahr 1220 die uns heute bekannte Edda zusammengetragen. Die Motivation Snorris, dieses Buch zu verfassen, lag in seiner Befürchtung, dass im Zuge der weitreichenden Christianisierung des Nordens die für das Verständnis der skaldischen Dichtungen notwendigen Kenntnisse der altnordischen Mythologie verloren gehen könnten.
Durch die vergleichende Religionsphilosophie kann man heute jedoch Rückschlüsse auf die alte, wenig verfälschte Religion ziehen. Denn die nordischen Völker sind während der vielen Völkerwanderungen nach Süden und Osten gezogen. Sie haben neue Elemente in ihr System von anderen Religionen aufgenommen, verändert oder herausgenommen.

Gut und Böse, Götter und Riesen

Die Religion der nordischen Völker ist streng zweiheitlich. Gut und Böse, Götter und Riesen stehen sich gegenüber. So glaubten sie das alles aus Feuer und Eis entstanden ist.

Ginnungagap

Am Anfang war Ginnungagap (=die gähnende Leere, die Schlucht, Kluft der Klüfte, auch Himthusen genannt). Darin war Platz für Milliarden von Universen.

„Urzeit war es, da Ymir hauste:
nicht war Sand noch See noch Salzwogen,
nicht Erde unten, noch oben Himmel,
Gähnung grundlos, doch Gras nirgend.”

Muspelheim und Niflheim

Darin entstanden 2 Welten. Die erste hießt Muspelheim und lag im Süden von Ginnugagap. Es ist das Reich des Feuers, der Feuerriesen, der Weltzerstörer. Die zweite heißt Niflheim (=Nebelheim, Dunkelheim) diese Welt lag im Norden von Ginnungagap und war ein Reich Nordische Mythologie die Welten Niflheim, Muspelheim aus Eis, Schnee und Nebel. Beide Welten sind im ewigen Weltengrund Ginnungagap durch den Willen Fimbultýrs entstanden. Durch das zusammentreffen der Eisströme (Eliwagar) aus dem Norden und der kommenden Glut aus dem Süden wurde der Riese Ymir (=Zwilling, Zwitter, heißt auch Aurgelmir) erschaffen und damit das Sein der Materie ermöglicht. Zudem wurde die Urkuh Audhumbla erschaffen. Ymir ernährte sich aus der Milch von Audhumbla und erzeugte das Geschlecht der Hrimthursen (=Frost- oder Reif-Riesen). Der Stammvater und als erstes gezeugte Riese war Wafthrudir (=der im Verwickeln Starke), ihm folgte Thrudgelmir (=Jötun). Wafthrudnir verlor später seinen Kopf an die Asen bei einem Wissenwettbewerb mit Odin.

Wergelmir

In Niflheim gibt es 2 Quellen: 1. Wergelmir (=der brüllende Kessel,auch Hvergelmir). Diese Quelle befindet sich in der Mitte von Niflheim unter einer der drei Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil. Alle Zeiteinflüsse entspringen daraus. An dieser Stelle haust auch der Drache Nidhögg 2. Eliwagar (=Eiswellen, Eisströme). Diese Quelle besteht eigentlich aus elf Flüssen die da heißen Fimbulthul, Fjorm, Gjoll, Gunnthra, Hrid, Leipt, Slid, Svol, Sylg, Vid und Ylg.

Die ersten Menschen

Zu Beginn des Weltzeitalters der Menschen begegneten sich Feuer und Eis. An dieser Stelle entsprang wie oben erwähnt der Riese Ymir, der Vater der bösen Reif-Riesen. Er war ein zwei geschlechtlicher Riese mit sechs Köpfen. Als er von der Milch der Urkuh Audhumbla getrunken hatte schlief er ein und bemerkte nicht das neben ihm das Schwert des Feuerriesen Surtr (=“der Schwarze, auch Surt) einschlug. Da dieses Schwert eine enorme Hitze ausstrahlte, begann Ymir zu schwitzen. Aus diesem Schweiß entstand dann das Geschlecht der Hrimthursen. Surtr, der Heerscher Muspelheims, wird im Ragnarök mit seinem Schwert Surtalogi die Brück Bifröst, welches die Verbindung zwischen Midgard und Asgard ist, zerschlagen und mit den Söhnen Muspels steckt er die Welt in Brand. Zudem wird er Freyr im Kampf besiegen.

Odin, Wili und We töteten Ymir

Die ersten Götter Odin, Wili und We töteten Ymir und erbauten aus seinen Körperteilen die Welt. Aus seinem Fleisch wurde die Erde,aus dem Blut das Meer, aus seinen Zähnen Steine und Felsen, aus seinem Haar die Bäume, aus seinen Augenbrauen Midgard, aus seinem Schädel der Himmel und aus seinem Gehirn die Wolken gemacht. Die vier Eckpunkte des Himmels werden dabei von den Zwergen Norðri, Suðri, Austri und Vestri gestützt.

Audhumla, Buri, Bor und Bestla

Audhumla ist dieNordische Mythologie die Urgötter Audhumla, Buri, Bor und Bestla Urkuh. Diese Kuh beleckte ein paar salzigen Eisblöcke; da kamen am Abend des ersten Tags Menschenhaare hervor, den andern Tag eines Mannes Haupt, den dritten Tag ward es ein ganzer Mann, der hieß Buri (der/die Gebärende), und war groß und stark und schön von Angesicht. Dieser Urmensch ist androgyn. Sie schwängert sich selbst und gebiert aus sich selbst die Göttin Bestla und den Gott Bor. (Es heißt auch das Bestla die Tochter des Riesen Bölthorn ist, jedoch ist es schwer verständlich wie ein Riese eine Göttin gebären kann). Bor schwängert Bestla und sie gebar ihm 3 Söhne: Odin (=Wotan), Wili und We.

Die von Buri, Bor und Bestla abstammenden Götter sind gut. Zwischen den beiden Kräften des Guten und des Bösen, der Götter und der Riesen entbrannte sogleich ein Kampf, welcher erst am Ende der Zeit (am Ragnarök) zu Ende geht.

Die Nacht Narfi

Die Nacht ist laut der Edda die Tochter des Riesen Narfi. Ihre Hautfarbe und ihre Haare sind dunkel und in ihren Haaren trägt sie die Sterne. Ein anderer Name für Nacht ist Nott, Nut oder Nuit. Die Nacht hat drei Ehemänner: 1. Naglfari (= Dunkler). Ihr beider Sohn ist der Raum. 2. Der Andere. Ihrer beider Tochter heißt Erde. 3. Delling (Morgendämmerung=. Ihr beider Sohn heißt Tag.

Odin, Wili und We gaben Nacht und Tag je 12 Stunden. Auf ihren zweirädrigen Pferdegespannen reisen sie in 24 Stunden einmal um die Erde. Das Leitpferd von Nacht heißt Reifmähne, weil es den Tau bringt. Das Leitpferd Tag heißt Leuchtmähne.

Mundilfari 

Ein Gott namens Mundilfari (=Weltumdreher der sich nach bestimmten Zeiten bewegt, auch Mundilföri) bekam die Aufgabe, die Welt zu drehen. Mundilfari war ein Riese, der in Midgard lebte und weil er seine Kinder nach der Sonne und den Mond benannte die Asen erzürnte. Zur Strafe wurden seine Kinder gezwungen die göttlichen Streitwagen durch den Himmel zu ziehen.

Seine zwei Kinder heißen: 1. die Tochter Sol (=Sonne) und 2. den Sohn Muni (=Mond, auch Mani). Sol reitet auf einem der Pferde, die den Sonnenwagen ziehen (Arvakr = Frühwach und Alsvidr = Allbehend). Damit die Sonne die Sonnenpferde nicht verbrennt, befestigten die Götter den unzerstörbaren Schild Swalin (=Erzkühle) vor der Sonne.

Muni

Muni reitet das eine der Mondpferde. Da die Mondbahn zu kompliziert ist, helfen Muni und sein Sohn Bil und seine Tochter Hjuki. Sie sind es, die den Mond zu- und abnehmen lassen.
Damit die beiden Wagen von Nacht und Tag schnell genug fahren, folgen ihnen der Wolf Skali (=Skoll). Erst am Ende der Welt wird der Wolf die Wagen einholen und Sonne und Mond verschlingen.

Die drei Söhne Bors und Bestlas und die ersten Menschen

Die drei Söhne Bors und Bestlas werden nicht nur Odin, Wili und We bezeichnet. Odin heißt auch Wodan (=Wotan). Wili heißt auch Hönir und We. Aus diesen drei Urgöttern gehen die Göttergeschlechter der Asen und Wanen hervor.
Odin, Wili und We schufen die ersten Menschen aus zwei Baumstämmen, die sie am Meeresufer angeschwemmt gefunden hatten. Es waren eine Ulme (=Embla) und eine Esche (=Askr). Odins Schatten fiel zuerst auf die Ulme: Es entstand die erste Frau. Odin hauchte Geist in sie hinein. Da lebte Sie. Odins Schatten fiel sodann auf die Esche: Es entstand der erste Mann. Odin hauchte Geist in ihn ein. Da lebte Er.

Embla und Askr

Den beiden ersten Menschen Embla und Askr fehlt es am Anfang noch an sieben bestimmten Eigenschaften die sie erst richtig zu Menschen macht. Denn die beiden sind kraftlos und ohne Schicksal.

Die sieben Eigenschaften sind 1. Kraft oder Macht 2. Schicksal 3. Seele oder Atem 4. Geist oder Verstand 5. Lebenswärme oder Blut 6. Stimme 7. göttliches Aussehen

Durch den Hauch sind die Menschen als Geistwesen unsterblich. Sie sind von göttlicher Essenz und pflanzen sich wie Götter fort. Götter und Menschen sind miteinander fruchtbar. Menschen sind als Körper sterblich, nicht aber als Geistwesen. Nach ihrem Tode kommen sie entweder nach Wallhal oder in das Lichtland der Seelen.

Walhall 

Walhall (=Wohnung der Gefallenen, auch Valhöll) ist der Ruheort der Einherjer (=die im Kampf gefallenen). Walhall ist eine Halle mit 540 Toren. Sie befindet sich in Gladsheim in Asgard. Dort messen die Einherjer am Tage ihr Kampfkräfte und in der Nacht vergnügen sie sich mit Met. Dabei werden sie von den Walküren bedient. In ihrer Mitte thront Odin auf seinem Thron Hlidskialf (=Schelf des Mitgefühls, auch Lidskialf oder Lidskjälf). Von diesem Thron kann Odin alle neun Welten überblicken.

Das Dach von Walhall besteht aus Schilden und das Sparrengerüst aus Speeren. Überall sind funkelnde Körperpanzer und Schwerte und an einer der Wänden hängt ein Hirschgeweih und erinnert an die alten noch im Leben durchgeführten Jagden. Über dem Westtor hängt ein Wolf und über diesen schwebt ein Adler. Dieses sind die Tiere der Schlacht.

Andhrimnir

Für die Verköstigung der Krieger sorgt Andhrimnir (=Rußgesicht). Sein schwarzes Gesicht kommt daher das er tagelang in den Kessel (=Eldrimnir) schaut, in dem der Eber Sährimnir (=rußiges Seetier, Kochgrube) jeden Tag aufs neue zubereitet wird.

Andhrimnir läßt in EldhrimnirNordische Mythologie Andhrimnir
Sährimnir sieden,
Das beste Fleisch; doch erfahren Wenige,
Wieviel der Einherjer eßen.

Odin aber ist niemals vom Fleisch des Eber Sährimnir. Er gibt seine Portion immer seinen Wölfen und trinkt nur Met.

Ziege Heidrun

Auf dem Dach weidet sich die Ziege Heidrun. Aus ihren Eutern fließt Met für die Einherjer. Ernähren tut sich Heidrun vom Baum Lärad (Lärad soll gleich der Weltenesche Yggdrasil sein). Unterhalb Lärads befindet sich die Quelle Wergelmir und an ihm steht der Hirsch Eikthyrnir.

„Heidrun heißt die Ziege,
die auf der Halle Heervaters steht
und von Lärads Zweigen frisst;
die Kellen füllen soll sie mit reinem Met,
dieser Trank kann nicht versiegen.,

Eikthrynir heißt der Hirsch,
der auf der Halle Heervaters steht
und von Lärads Zweigen frisst;
und von seinem Gehörn
tropft's nach Hwergelmir,
von dort nehmen alle Flüsse ihren Weg.“

Rings um die Hallen Walhalls liegen die Wohnhäuser der anderen Götter.

Der Sage nach durfte der Einherjer Helgi Walhall nach seinem Tode noch einmal verlassen um mit seiner Frau eine letzte Liebesnacht zu verbringen.

Die Weltesche Yggdrasil


Die Weltesche hat eine gottgleiche-menschliche Gestalt und wird als "Ross Odins" bezeichnet. Sie befindet sich in der Mitte des Weltalls. Die Zweige dieses Weltbaumes bilden die verschiedenen physischen und geistigen Welten. Darin wohnen die Asen, die Wanen, die Menschen, die Naturgeiser und Riesen.
Asen, Wanen, Naturgeister und Menschen enthalten in sich ein Abbild dieser Nordische Mythologie der Weltenbaum YggdrasilWeltesche Die Zentren dieses inneren Baumes sind miteinander verbunden. Den inneren Zentren entsprechen bestimmten Runen.
Yggdrasil hat 3 Wurzeln. Die erste Wurzel reicht nach Asgard, dem Heim der Asengötter. Die zweite Wurzel reicht nach Jotunheim, den Wohnort der Riesen. Die dritte Wurzel reicht nach Niflheim hinunter.

Die drei Wurzeln Yggdrasils und die drei Brunne

Diese drei Wurzeln werden vom Wasser dreier Brunnen genährt. Der Brunnen in Asgard heißt Urd.
Die zweite Wurzel geht in Richtung der Reifriesen. Sie wird von der Quelle von Mimirs Brunnen gespeist. Mimir ist der weiseste aller Asengötter, der nur als Haupt existieren soll.
Die dritte Quelle ist Wergelmir in Niflheim. Darin wohnt der geflügelte Drache Nidhög (=der schreckliche Beisser). Er nagt an Yggdrasils Wurzeln.
An der Weltesche Yggdrasil hing Odin an einem Bein 9 Tage und 9 Nächte. Darin erinnert die Tarotkarte "der Gehenkte". Als Odin die magische Kraft der Runen erfahren hatte, erlangte er durch sie die Freiheit.

Die drei Ebenen von Yggdrasils


1. Der Himmel

• Asgard (Asenstätte) Hier wohnen die Asen.
• Die beiden großen Säle Folkwang (Volksplatz) und Walhall. In Folkwang befindet sich, umgeben von einem Garten, der Saal Sessrumnir (=Sitze-Räume). Die Herrscherin dieser Halle ist Freya. In Sessrumnir versammeln sich die Krieger die nicht nach Walhall kommen.Nordische Mythologie die Welten der Wikinger und Germanen
• Vingólf (=freundliches Haus oder Weinhaus) ist der Tempel der Asengöttinnen. Hier halten sich vernehmlich die weiblichen Gottheiten auf. Es heißt auch das sich hier sowohl die Bewohner Asgard als auch Midgard gefahrlos treffen.
• Bifröst (=schwankende Himmelsstraße, auch Bilröst oder Beberast) ist die dreistrahlige Regenbogen- oder Asenbrücke, welche Asgard mit Midgard verbindet. Die Asen überschreiten diese Brück jeden Tag um an den Brunnen Urd zu gelangen. Um die Bösen Riesen davon abzuhalten über die Brücke zu schreiten brennt darauf ein helles rotes Feuer.
• Wanaheim (= Wohnort der Wanen, Wanenheim, Vanaheimr): Heimat des Göttergeschlechts der Wanen.
• Alfheimr (= Alfheim, Albenheim, Lichtelfenheim oder Liusalfheim) ist der Wohnort der hohen und lichten Elfen. Diese Welt ist der Gegenpol zur Welt Svartalfheim.

2. Die Erde

• Midgard (= Midjungards, Mittelstätte) ist die Welt der Menschen und liegt zwischen vier hellen und vier dunklen Welten. An den Enden wird Midgard durch die Midgardschlange begrenzt. Erschaffen wurde diese Welt aus den Augenbrauen Ymirs.
• Utgard (= Außenwelt) ist eine von Menschen und Göttern unbewohnte Welt. Hier leben die die Riesen und Trolle. Der Herrscher Utgards nennt sich Utgardloki.
• Jötunheim (=Riesenheim) ist das Land, welches Odin den Reifriesen nach der Schöpfung schenkte.
• Muspelheim (=Flammenheim, auch Muspellsheimr) ist das Feuerreich, welches im Süden liegt. Der Herrscher in Muspelheim heißt Surtr.

3. Die Unterwelt

• Svartalfheim (=Schwarzelfenheim, auch Schwarzalbenheim) Dies ist die Heimat der Zwerge und Gnome. Diese Welt ist der Gegenpol zur Welt Alfheimr.
• Niflheim (= Nebelheim, Dunkelheim) ist die Heimat der Reif- und Frostriesen, das Reich des Eises, des Nebels und der Finsternis.
• Hel ist das Totenreich. Dessen Herrscherin heißt ebenfalls Hel und ist die Tochter von Loki und Angrboda (=Angstbotin, Kummerbereitende). Hels Hautfarbe ist teils normal, teils blau-schwarz. Ihre Hautfarbe soll ein Symbol dafür sein das sie halb tot und halb lebendig ist. Zusammen mit ihren beiden Geschwistern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange, wurde sie von den Asen nach Asgard gebracht, da die Götter sich vor den Kindern Lokis fürchteten. Während der Fenriswolf an die Kette Gleipnir gebunden und die Midgardschlange von Odin ins Meer geworfen wurde, verbannte man Hel aus Asgard, woraufhin sie im Norden ihr eigenes Reich gründete.
• Die Unterwelt Hel liegt unter den Wurzeln Yggdrasils und liegt an den Todesfluss Gjöll. Die Brücke nach Hel heißt Gjallarbru und wird von der Riesin Modgudr bewacht und der unmittelbare Zugang wird von dem Höllenhund Garm bewacht. Garm ist ein riesiger, vieräugiger Hund der in der Höhle Gnipahellir (=überhängende Höhle) haust. Am Ragnarök wird er den Gott Tyr töten und dabei selber umkommen. Modgudr befragt jeden der dar überschreitet nach der Herkunft und dessen Namen. Die verlorenen Seelen wandern freiwillig und ohne Zwang Richtung Hel und niemand darf ihnen den Zugang verwehren. Jedoch werden diese Seelen nie wieder frei gelassen.
• In Hels Burg befinden sich große Säle. Kein Sonnenstrahl dringt in die Gemächer ein, selbst die Eingangspforte zeigt zum unwirtlichen Norden. Die Wände sind aus Schlangenleibern gebildet, und durch das Rauchrohr im Dach rinnt giftiger Regen. Wilde Ströme umgeben die Burg, die Vergewaltiger und Mörder durchwaten müssen. Der Drache Nidhöggr nährt sich von den Leichen verstorbener Verbrecher, und ein Wolf zerfleischt sie.

Die Asen


Die Asen (= Pfähle) sind das jüngste Göttergeschlecht. Das älteste Geschlecht bilden die Wanen. Laut der Edda wohnen 12 Asen in Asgard. Sie herrschen über die Menschen und die Welt. Jedoch sind ihre Geschicke, wie auch das der Menschen, an das Schicksal geknüpft, welches die Nornen weben. Ihre Eigenschaften sind die Stärke, die Macht und die Kraft. Die Götter verbringen ihren Alltag ähnlich wie die Menschen. Sie sind sogar sterblich und halten sich nur dadurch jung und gesund, weil sie von der Göttin Idun die Äpfel essen.

Allvater Odin

Odin wird Allvater gNordische Mythologie Odin mit Raben und Wolfenannt. Außer seinen Brüdern Wili und We sind alle Asengötter und Wanen seine Kinder.
Mit Bestla bekommt Odin Frigga als Tochter. Er nimmt sie nach germanischer Sitte zur Frau und sie wird zur Allmutter , zur Mutter der Götter.

Odins Raben Hugin und Munin

Odin ist überaus weise. Sein Wissen verdankt er zwei Raben, Hugin (= Denken, Gedanke, Sinn) und Munin (= denken an, sich erinnern, die Erinnerung), die auf seinen Schultern sitzen und ihm alles erzählen, was auf der Welt geschieht, weshalb er auch der Hrafnass (= Rabengott) heißt.

Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen.
Ich (Odin) fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.

Mimirs Brunnen

Weiterhin bezieht Odin sein Wissen aus einem Trunk von Mimirs Brunnen. Bevor er jedoch einen Schluck aus dem Brunnen nehmen durfte musste er eines seiner Augen in den Brunnen werfen. Daher wird er auch der Einäugige genannt.
Den köstlichen Skaldenmet, wodurch Odin die Eigenschaften des guten Singens und des Dichtens erlangte, hat er sich mit einer List von Gunlöda zu verschafft. Daher nennt man Odin auch den Dichterkönig und gibt ihm den Beinamen Liodasmieder (=Liedermacher, Verseschmieder).
Odins Frauen und Geliebten sind Jörd (= Mutter des Thor, die Erde), Rinda (=Mutter des Vali), Frigga die Asenkönigin (Mutter des Balder, Bragi, Hermode und Tyr), Grydur (Mutter des Vidar), neun reine Riesenjungfrauen von unendlicher Schönheit, welche alle neun, am Meeresstrand schlafend, zugleich Mütter des Heimdall wurden; Skade, früher Njörds Gattin (von O. Mutter des Semming und vieler anderer Söhne), Gritha (Mutter Skiolds); ferner erfreuten ihn mit ihrer Gunst die Riesentochter Gunlöda und Laga, die Göttin der Gewässer.

Odins Hallen in Asgard

Odin wohnt in Asgard, in verschiedenen Palästen oder Hallen. Er wohnt in Walaskialf, Gladsheim und dort auch in Walhall.
Von dem ersten vermag er die ganze Welt zu überschauen

„Die dritte Halle hebt sich,
wo die heitern Götter
Den Saal mit Silber deckten.
Walaskialf heißt sie, die sich erwählte
Der As in alter Zeit.

Von der zweite ist zu den Versammlungen des Götterrats bestimmt; darin befindet sich die Halle, in der sich um ihn alle Helden (= Einherjer) der Erde sammeln, um mit ihm gegen die den Weltuntergang herbeiführenden Mächte zu kämpfen.

„Gladsheim heißt die fünfte, wo golden schimmert
Walhalls weite Halle:
Da kiest sich Odin alle Tage
Vom Schwert erschlagne Männer. “

Walküren Rista und Mista

Selbst ein Freund des Zechens und der Schlachten, lässt Odin sich stets von zwei Walküren, Rista und Mista, mit goldenen Pokalen bedienen und kämpft mit den Einherjern auf seinem achtfüßigen Ross mit einem nie das Ziel verfehlenden Speer Gungnir (= der Schwankende), doch helfen ihm weder seine Helden noch seine Waffen: Der Weltuntergang bringt auch ihm den Tod. Mit dem Speer Gungnir brachte Odin den ersten Krieg in die Welt, indem er ihn in das Heer der Wanen warf. Hergestellt wurde Gungnir von den Söhnen Ivaldis (= Iwalt), welch ihm den Speer als Geschenk übergaben. Ivaldi ist ein Zwergenschied und der Vater von Idun, Sindr und Brock. Er fertigte auch Freyrs Schiff Skidbladnir und Thors Hammer Mjöllnir.

Suche nach Weisheit

Odin ist immer auf der Suche nach Weisheit. So raubte er von der Riesin Gunnlöd den Skaldenmet Odrörir und bringt ihn in Adlergestalt zu den Göttern. Als Opfer für die Menschen hängt er im Weltenbaum Yggdrasil, verwundet von seinem eigenen Speer. Er hängt dort während neun Tagen und Nächtenn wobei er die Runen ersinnte.
„Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,mir selber ich selbst, am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann, aus welcher Wurzel er spross“,

Odin trägt einen Wunschmantel, der ihn an die Orte bringt, an denen er sich aufhalten will und durch welchen er sich unsichtbar machen kann.

Die Beinamen Odins


Alföðr= Allvater
Atriðr= Angreifer
Báleygr= der mit den flammenden Augen
Bileygr= der schlecht Sehende
Biflindi= der mit dem bemalten Schild
Bifliði= der die Heere zittern macht
Bölverkr= der Übelstifter
Farmatýr= Gott der Last (Warenhandel)
Fimbulþulr= mächtiger Redner/mächtiger Weiser
Fimbultýr= gewaltiger Gott
Fjölnir= der viel Wissende
Fjölsviðr= der sehr Weise
Gangleri= der vom Gehen Müde
Gagnráðr= der Entgegen-Rater
Gautatýr= Göten-Gott
Glapsviðr= der geübte Verführer
Grímnir= der Maskierte
Göndlir= der Zauberer
Hangatýr (Hangagud)= Hänge-Gott (bezieht sich auf sein Selbstopfer)
Hár= der Hohe
Hárbarðr= Graubart
Herblindi= der das feindliche Heer Blendende
Herföðr= Heervater
Herjann= Führer des wütenden Heeres bzw. Heerführer
Herteitr= der Heer-Frohe
Hjálmberi= Helmträger, Odin mit dem Goldhelm
Hjarrandi= was bewegen, springen, aufhängen bedeuten kann
Hnikarr= Aufhetzer
Hrafnaguð= Rabengott
Hroptatýr= Verleumdung, Gerücht, Ruf, Schrei, Anspielung auf Odin als Rabengott, oder auf ihn als Kriegs- und Schlachtengott, also ein Schlachtruf, oder Anspielung auf seine Stimme Jafnhárr
Jalkr= Wallach
Kjalarr= Schlittenfahrer
Miðvitnis= Mitte und Verstand, Wissen = der Mitwisser. Ein Name Odins, nicht eines Riesen Laut Simek alternativ Meerwolf oder Wolf der Mitte
Ófnir= der Aufhetzer
Ómi= der Lärmer
Óskí= der Wunscherfüller
Saðr= der Wahre
Sanngetall= der die Wahrheit Erratende
Síðskeggr= Langbart, der mit langem Schnauzbart
Síðhöttr= Langhut
Sígtýr= Kampf- oder Sieggott (
Sigvaðir= Kampfvater oder wahrscheinlicher Siegvater
Skilfingr= der auf einem Berg oder Felsen Wohnende
Sváfnir= der in den Schlaf versetzt
Sviðrir= Speer, Speergott
Svipall= veränderlich, bezieht sich auf seine Vielgestalt, bzw. auch auf die häufig wechselnden Namen
Þekkr= der Beliebte
Þriði= der Dritte
Þuðr= der Mächtige, deutet auf die Macht des Germanischen Volkes hin
Uðr= der Gönner
Vakr= der Tüchtige
Valföðr= Vater der Erschlagenen
Váfuðr= Wind
Viður= Töter
Yggr oder Yggir= der Schreckliche
Ennibrattr= schroffe Stirn
Fjallgeiguðr= Fels/Berg, oder auch Fell/Haut
Geiguðr= am Galgen Baumelnder
Gollnir wie Gollor Gollor= der Goldene, der Glänzende
Hléfreyr= Herr des Schutzes
Hrami= Reißer
Hrjóðr= Vernichter
Hvatmóðr= der zur Aufhetzung strebt
Jolfuðr= Bär
Rọgnir= der Zänker, der Streiter
Sigðir= Schwert/Sense; Schwertträger oder Sensenmann
Skollvaldr= Mächtiger Sonnenwolf
Viðrimnir= der weit Umzäunte
Yjungr, Yggjungr= Nachkomme des Gottes Yggr, König oder Fürst

Odins Söhne und Töchter

Thor 

Odins erster und mächtigster Sohn heißt Thor (=Donar). Er ist bei der zusammenkunft von OdinNordische Mythologie Thor auf Wagen, Hammer und Ziegen und Jörd (=der Erde) entstanden. Thors Wagen wird von zwei Ziegenböcken gezogen. Der eine heißt Tanngnjost (=Zahnknirscher), der andere Tanngrisnir. Thor sind die Ziegen heilig. Wegen seines Wagens wird er auch "Wagenthor" genannt. Thor besitzt 3 wichtige Gegenstände: 1. Sein Hammer Mjöllnir. Er ist männlich. Er zeigt böse Riesen an, vertreibt und tötet sie. Mjöllnir ist der Blitz. 2. Der weibliche Kraftgürtel. Er verdoppelt Thors Asenkraft. 3. die weiblichen Eisenhandschuhe. Er braucht die, um den Hammerschaft zu umfassen. Thor wohnt in Asgard in Trudheim. Seine Halle heißt Bilskirnir. Bilskinir hat 540 Räume die jeder mit einem Tor versehen ist.

„Fünfhundert Gemächer und viermal zehn
Weiß ich in Bilskirnirs Bau.
Von allen Häusern, die Dächer haben,
Glaub ich meines Sohns das größte. “

Thor ist für die zur See fahrenden Stämme ein wichtiger Gewitter- und Wettergott und für die bäuerlichen Stämme auch ein Vegetationsgott.
Thor ist mit seiner Schwester Sif verheiratet. Zusammen haben sie eine Tochter Thrud (= Kraft). Der Zwerg Alviss (= Allwissender) hält um Thruds Hand an. Jedoch ist Thor gegen diese Heirat. Deshalb fragt er Alviss eine ganze Nacht nach den Namen von Naturobjekten und Wesen, wie die Asen, Alfen, Zwerge, Riesen und Menschen, aus. Als dann die ersten Sonnenstrahlen des neuen Morgens auf Alviss trafen, erstarrte er sofort zu Stein.

„Thor hat den Vorsitz in der Luft, er lenkt Donner und Blitz, gibt Wind und Regen, heiteres Wetter und Fruchtbarkeit. Wenn Pest und Hungersnot drohen, wird dem Götzen Thor geopfert“

„Meinen Namen sollst du erfahren, wenn ich auch friedlos bin, und meine Abkunft auch: ich bin Odins Sohn, Meilis Bruder und Magnis Vater, der Rater Kraftherrscher“

Sif

Sif (= Verwandte, Gesippin) brachte in die Ehe mit Thor, ihren Sohn Uller (= Ull, Holler, Oller oder Vulder) mit. Uller ist der Gott des Winters, der Jagd, des Zweikampfes, des Weidelandes und des Ackers. Er wohnt in der Halle Ydalir die er selbst erbaut hatte. Aus dem Holz der Ydalir-Eiben fertigte Uller seinen Bogen an und stellt auch Bögen für andere her.

„Ydalir heißt es, wo Uller hat
Den Saal sich erbaut. “

Als Loki das schöne goldene Haar von Sif hinterlistig abschnitt, zwang Thor ihn einen neuen Haarschmuck für Sif herzustellen. Loki wand sich dazu an die kunstbegabten Zwerge, welche ihr ein Haarschmuck aus Gold herstellten der wie echtes Haar wuchs.

Balder

Der zweite Odinssohn ist Balder (= Badr, Baldur, Baldr, Phol, der Herr). Von ihm geht ein lichter Glanz aus. Entstanden ist er aus der Zusammenkunft Odins mit Frigg. Seine Brüder sind Hödur und Hermodr.Er ist der Gott des Lichtes, der Güte und der Reinheit. Balders Halle heißt Breitglanz (= Breidablik, Weltenglanz). Hier lebt er mit seinem Bruder Hödur. Breitglanz ist eine leere Halle, wohin nur diejenigen dürfen die Rein sind.

„Breitglanz heißt der siebente, dort hat Balder sich
die Halle hingebaut;
auf jener Flur, der Freveltat
nimmer nahen mag. “

Balders Frau ist Nanna

Balders Frau ist Nanna (= Mutter, Wagemutige). Zusammen haben sie eine gemeinsamen Sohn Forseti (= Vorsitzender). Er ist ein Gott des Rechtes und des Gesetzes und der Vorsitzende der Thing Gerichtsversammlung. Diese Versammlungen wurden in alten Zeiten an einem erhöhten Platz, unter einem Baum abgehalten (Gerichtslinde). Der Zweck dieser Versammlungen war die gemeinsame politische Meinungsfindung und Rechtsprechung. Balder ist auch ein Sommergott. Nachdem er eine Traum seines eigenen Todes hatte, forderte seine Mutter Frigg jedes Tier und jede Pflanze auf eine Eid darauf zu sprechen das sie niemals Balder töten werden. Nur der Mistelzweig musste keinen Eid ablegen, weil Frigg ihn zu unbedeutend fand. Nun begann ein Spiel unter den Asen-Göttern, indem sie die Unverwendbarkeit des Balders auf die Probe stellten. Die Asen schlugen und beschossen ihn mit alles Waffen und Mitteln, ohne das Balder verletzt oder gar getötet wurde. Nur Loki nutzte es aus das der Mistelzweig keinen Eid ablegen musste. Er nahm einen Mistelzweig und schnitzte eine Pfeil daraus, denn er dann Balders blinden Bruder Hödur gibt. Loki sagte sodann zu Hödur das er diesen Pfeil auf Balder schießen solle und Hödur schoss ihn ab ohne zu Wissen das der Pfeil aus einem Mistelzweig entstand. Der Pfeil trifft Balder und dieser fällt sofort Tod zu Boden. Der Leichnam wird auf einem Schiff aufgebahrt,Nordische Mythologie Balders, Baldrs tot welches so groß ist das nur die Riesin Hyrokkin es ins Wasser stoßen kann. Durch die Wucht des stoßes fangen die Rollen unter dem Schiff an zu brennen und entzünden das ganze Schiff und den Leichnam. Thor segnet danach den verbrennenden Balder mit seinem Hammer Mjölnir und Odins gibt des Ring Draupnir (=der Töpfler) mit auf Balders Fahrt in die Hel. Seine Frau Nanna stirbt an ihrem gebrochenem Herzen und folgt ihrem Mann in die Unterwelt.
Balders Bruder Hermodr versucht mit allen Mitteln ihn aus dem Totenreich der Hel zurück zu holen. Er begegnet dort Balder und Nanna, die ihm Folgende Untensilien mitgaben, 1. den Ring Draupnir für Odin, 2. ein Kopftuch für Frigg und einen goldenen Fingerreif für Fulla. Hel entlässt Balder aber erst wenn alle Dinge ihm nachweinen. Die Asen schickten deshalb Boten in alle Himmelsrichtung und erreichten es das das Lebewesen und Mineralien um ihn trauern. Doch der hinterlistige Loki, verweigert ihnen diese Geste. Darum darf Balder nicht nach Asgard zurückkehren, d.h. Balder verbringt den Winter im Totenreich. Im Frühling kehrt Balder ins Leben zurück. Balders Frau Nanna (=das Pflanzenleben) folgt Balder in Tod und Auferstehung.

Hödur

Hödur (= Höd, Kämpfer) ist der Zwillingsbruder von Balder. Er ist blind und verkörpert die blinde Gewalt. Daher beurteilt er niemals jemanden nach dem Äußeren, sondern nur nach seinen inneren Werten. Obwohl Hödur den tödlichen Pfeil auf Balder abschoss, versöhnen sich beide wieder und helfen nach dem Ragnarök mit eine neue Welt zu erschaffen.

Hermodr

Hermodr (= Heermut) bekam von Odin das Pferd Sleipnir um nach Hel zu Reiten und Balder und Nanna, durch Verhandlungen frei zu bekommen. Neun Tage dauerte der Ritt durch die dunklen Täler der Unterwelt.

Sleipnir

Das Pferd Sleipnir (= Dahingleitende) hat acht Beine und wird das „Ross Odins“ genannt. Sleipnir entstand als Loki die rechtzeitige Ferigstellung von Asgard verhindern wollte. Loki entführte in Gestalt einer Stute das Pferd des Riesen Svadlifari. Svadlifari hatte die Aufgabe Asgard in einer bestimmten Zeit zu erbauen und dabei half ihm sein Pferd. Loki zeugte sodann als Stute mit mit dem Hengst das Pferd Sleipnir, welches er dann Odin schenkte.

Ring Draupnir 

Der Ring Draupnir (= der Tröpfler) ist der Zauberring Odins, von welchem in jeder neunten Nacht, acht gleichartige Ringe tropfen. Der Zwergenschmied Sindri erschuf ihn zusammen mit einem goldenen Eber für Freyr und den Hammer Mjölnir für Thor. Draupnir ist ein Symbol für Reichtum und Überfluss, aber auch für die wiederkehrende Fruchtbarkeit.

Forseti

Forseti (= Vorsitzende) wohnt in dem von Gold und Silber glänzendem Saal Glitnir ( =Glastheim), wo er er als oberster Richter Asgards täglich Recht spricht unter den Göttern und Menschen. Forseti übernimmt in den Thing-Versammlungen gerne die Rolle des Schlichters. Im Gegensatz zu Tyr, welcher meistens den Streit und den Kampf befürwortet. Forseti sieht in allen Dingen nur das Gute und sorgt für die Einhaltung der Gesetze in der Gemeinschaft. Er sieht im Streit eine Reinigung aus dessen Folge neues entstehen kann.

Glitnir ist die zehnte;
auf goldnen Säulen ruht.
Des Saales Silberdach
Da thront Forseti den langen Tag
Und schlichtet allen Streit

Fulla

Fulla ist die Dienerin der Göttin Frigg. Sie ist ein Jungfrau und hütet das Schmuckkästchen der Göttermutter.

Tyr

Der Odinssohn Tyr (= Tiw, Tig, Ziu, Tiu, Tiuz, Tiwaz= Tyr-Rune, bedeutet Gott, göttlich, auch Vater- und Himmelsgott) soll gleichrangig mit dem Gott Zeus sein. Seine Mutter ist Frigg. Tyr war in den alten Zeiten der Hauptgott der Germanen und und wurde dann , vom Nordwestdeutschland aus vom Wodankult verdrängt. In anderer Schriften ist der Vater von Tyr der Riese Hymir.
Er gilt als der tapferste der Götter und wird als „die Macht aus dem Norden“ bezeichnet. Als Beschützer des Thing gilt er und sein Symbol ist das Schwert, mit dem er sich in die Schlacht stürzt. Um den Fenrizwolf durch eine magische Fessel binden zu können, sieht sich Tyr genötigt, dem gefährlichen Wolf die eigene Hand als Pfand ins Maul zu legen. Als Fenrir bemerkte das die Asen ihn fesseln wollten, beißt er Tyr die Hand ab und dieser muss fortan mit der linken Hand kämpfen. Im Ragnarök tötet Tyr den Höllenhund Garm, wobei er aber selbst stirbt.Tyr ist mir Sig (=Sieg) verheiratet.

Bragi

Der Odinssohn Bragi (= Bragr, der Vornehmste, Häuptling, Fürst, Dichtung) ist der Gott der Klugheit und der Redekunst (Dichtung). In Walhall begrüßt er die Einherjer. Bragis Frau ist Idun (=die Erneuernde, die Verjüngende). Sie ist die Göttin der Jugend und der Unsterblichkeit. Als Hüterin der goldenen Äpfel (Äpfel der Jugend) ist ihr der Apfelbaum heilig. Die Äpfel erhalten die Götter jung bis zum Weltuntergang.
Nachdem Loki von dem Riesen Thiazi (= Thjazi, Thjalzi, Thjaffi, Thiassi) entführt wurde, wollte dieser ihn nur freilassen wenn er ihm Idun mit ihren goldenen Äpfeln ausliefere. Nachdem Loki dies getan hatten alterten die Götter und sie zwangen ihn Idun wieder zurück zu holen. Also bekleidete Loki sich mit dem Falkengewand, welches er von Freya nahm und schlich sich zur gefangenen Idun. Diese verwandelte er sogleich in eine Nuss und brachte sie nach Asgard zurück. Dem Riesen Thiazi blieb diese Rettungsaktion nicht verborgen und er eilte sofort hinter den Flüchtenden Loki hinterher. Jedoch konnte er ihn nicht mehr einholen. Als Rache töteten die Asen den Riesen, indem sie seine Flügel verbranten.
Rechtzeitig vor dem Ragnarök verlassen Bragi und Idun die Weltenesche und tauchen in die Unterwelt ein.

Heimdall

Heimdall (= Heimdallr, Heimglanz, auch Rig) ist ein weiser Asen. . Als Schutzgott, Lichtgott oder auch Himmelswächter bezeichneten ihn die alten Germanen. Geboren wurde Heimdall am Rande der Erde, von neun Müttern, die neun Schwestern sind. Der Vater selbst ist unbekannt. Die Mütter hießen Gjalp, Greip, Eistla, Eyrgjafa, Ulfrun, Angeya, Imd, Atla und Jahnsaxa. Diese sind die Töchter des Meerriesen Ägir.
Von allen Göttern erwacht er als erster, den er braucht nur wenig Schlaf und sieht bei Tag und bei Nacht gleich gut. Zudem kann er so gut hören das er die Wolle auf den Schafen, sowie das Gras auf den Weiden wachsen hören kann. Daher ist er der Wächter des Himmels. Sein Palast Himinborf (=Himmelsburg) liegt an der Brücke Bifröst. Sie führt von der Welt der Asen zu den anderen Welten, die Heimdall überwacht. Himinbjörg liegt am Rande von Asgard. Jeden Tag reitet Heimdall auf seinem Pferd Gulltopp (= Goldzopf) zum Gerichtsplatz an der Esche Yggdrasil.

Himinbjörg, ist die achte, wo Heimdall soll
Der Weihestatt walten.
Der Wächter der Götter trinkt in wonnigem Hause
Da selig den süßen Met.

Das Gjallarhorn am Ende der Welt

Am Ende der Welt wird er das Gjallarhorn blasen und die Götter zum letzten Kampf aufrufen.
Zusammen mit seiner Frau Modiv hat er 3 Söhne gezeugt. Der erste Sohn hieß Jarl (= Fürst), der zweite Karl (= Bauer) und der dritte Thrall (= Knecht)

Unter dem Namen Rig begattet er eine Edelfrau. Von ihr stammen die Edlen ab. Dann begattete er eine Freifrau. Von ihr stammen die Freien ab. Zuletzt begattete er eine Knechtfrau und von ihr stammen die Knechte ab. Dieser Dreiteilung gemäss heißen die Menschen auch die "Heimdallskinder". Heimdalls Frau ist Gefion, die Beschützerin der Dirnen und ledigen Frauen.

Widar

Widar (= Vidar, der weithin Herrschende), der schweigsame Ase, ist ein weiterer Odinssohn. Er entstand in der Vereinigung Odins mit der Riesin Grid. Sein Wohnsitz heißt Landvidi (= Vidi Weites Land, Weite). Welches von hohem Gras und Gesträuch überwachsen ist und die Halle selbst ist mit viele Pflanzen bewachsen.

Mit Gesträuch begrünt sich und hohem Grase
Widars Land Widi.
Da steigt der Sohn auf den Satell der Mähre
Den Vater zu rächen bereit.

Für jeden Asen ist er ein guter Freund und wird nicht mitgerissen von den hetzenden Reden Lokis, welche er in der Halle Agirs hält. Nach Thor ist Widar der stärkste Ase. Er ist fast so stark wie Thor.
Am Ragnarök spaltet er den Kiefer des Fenriswolfes um den Tot seines Vaters Odin zu rächen.

Alsbald kehrt sich Widar gegen den Wolf und setzt ihm den Fuß in den Unterkiefer.
An diesem Fuß hat er den Schuh, zu dem man alle Zeiten hindurch sammelt,
die Lederstreifen nämlich, welche die Menschen von ihren Schuhen schneiden, wo die Zehen und Fersen sitzen.
Darum soll diese Streifen ein jeder wegwerfen, der darauf bedacht ist, den Asen zu Hilfe zu kommen.
Mit der Hand greift Widar dem Wolf nach dem Oberkiefer und reißt ihm den Rachen entzwei und das wird des Wolfes Tod.

Widar wird schließlich das Ragnarök überleben und mithelfen ein neues Universum zu gründen.

Wali 

Wali (= Vali), ein Odinssohn ist kühn in Kämpfen und ist ein besonders glücklicher Bogenschütze. Nach der Ermordung Balders überlistete Odin mit Geschick und Magie die Riesin Rind und zeugte mit ihr Wali. Als er ein Tag alt wurde rächte er sich zugleich an dem blinden Hödur, welcher ja durch eine List von Loki eine Mistelpfeil auf Balder abschoss der ihn tötete. Wali ist der Bruder von Widar und überlebt mit ihm das Ragnarök.

Uller

Uller (= Ullr, der Ehrenhafte, Glanz, Ruhm, auch Wuldor, Ull, Holler, Oller, Vulder) ist ein Sohn von Odin und Sif, der Frau von Thor. Daher wird er auch "Stiefsohn von Thor" genannt. Er ist ein Gott des Winters, der Jagd, des Zweikampfes, der Weide und des Ackers, wo schließlich gejagt und gekämpft wird. Er ist ein guter Bogenschütze und Skiläufer. Wohnen tut er in der Halle Ydalir (= Eibentahl) in Asgard.

Ydalir heißt es, wo Uller hat
Den Saal sich erbaut.

Aus dem Holz der Ydalir-Eibe fertigte er seinen Bogen und er stellte auch Bögen für andere Götter her.

Loki

Ein weiterer wichtiger Ase ist Loki (= Loptr). Gezeugt wurde er von zwei Riesen, dennoch ist er einer der Asen. Weil er durch eine Blutsbrüderschaft mit Odin vereint ist. Sein Vater ist Farbauti (= Gefährlicher Schläger) und seine Mutter ist Laufey (= Nal). Seine Brüder heißen Byleist und Helblindi. Seine Frau ist Sigyn.Nordische Mythologie Loki

Loki ist schmuck und schön von Gestalt,
aber bös von Gemüt und sehr unbeständig.
Er übertrifft alle andern in Schlauheit und in jeder Art von Betrug.

Loki ist sehr listig und Gerissen. Sein wirken haben aber nicht nur schlechte, sondern auch gute Eigenschaften. Oftmals wird er wegen seiner Kreativität von den Asen mit Aufträgen bedacht, welche aussichtslos scheinen. Obwohl sein Verhältnis zu den Asen zwiespältig ist, wird er von Odin geachtet.

Obwohl Sigyn seine Frau ist und ihm zwei Söhne schenkt, zeugte er mit der Riesin Angurboda (Angstbotin, Angstbringerin, Kummerbereitende) drei Feinde der Asen. 1. Die Midgardschlange, 2. die Totengöttin Hel und 3. den Wolf Fenrir. Da diese drei Kinder so eine große Gefahr für die Götter darstellten mussten sie gebändigt werden.

Fenrir

Fenrir wurde mit der Fessel Gleipnir (= Verschlinger) gebunden.Gleipnir ist ein besonderer Faden, welcher von den Alben geferigt wurde und von ihnen mit einem Zauber besprochen wurde. Es heißt das er aus Dingen hergestellt wurde, die es seidem nicht mehr gibt. Diese Dinge sind die Geräuscher des Tritts der Katzen, den Bärten der Frauen, den Nerven der Bären, den Wurzeln der Berge, dem Atem der Fische und dem Speichel der Vögel. Diese Fesseln halten Fenrir solange bis der letzte Tag angebrochen ist und er er gegen Odin in den Kampf zieht und stirbt.

Midgardschlange

Die Midgardschlange (= Jormungand, Jörmungandr, Weltenschlange) wird ins Meer geworfen. Seitdem umspannt diese Schlange Welt. Thor begegnet ihr dreimal und tritt zweimal an, sie zu vernichten. Einmal rudert Thor mit dem Riesen Hymir aufs Meer hinaus, um die Midgardschlage zu erlegen. Als Köder reißt Thor von einem der Stiere Hymirs den Köpf ab und lässt ihn an einer Angel gebunden zu Wasser. Als die Schlange anbeißt, zieht Thor sie aus dem Wasser und will sie mit einem Schlag seines Hammers erledigen. Hymir jedoch erschreckt sich beim Anblick der Schlange derart, dass er die Leine kappt und ihr damit die Flucht ermöglicht.
Während eines Aufenthaltes Thors in Utgard trifft er die Midgardschlange ein zweites Mal. Jedoch kann er sie nicht erkennen den sie in in Gestalt einer Katze. Thor muss als Prüfung diese Katze stemmen, was ihm aber wegen des enormen Gewichts nicht gelingt.
Das dritte und letzte Mal trifft Thor auf die Midgardschlange am Ragnarök. Dort erschlägt er sie mit seinem Hammer. Wurde aber zuvor von ihr gebissen, sodass er nur neun Schritte machen konnte bis auch er stirbt.

Hel

Hel wird in die Unterwelt verbannt und ist fortan die Herrscherin der Toten.

Einmal half Loki dem Thor seinen Hammer Mjöllnir, der von den Riesen gestohlen wurde, wiederzubeschaffen und er zeugt das Pferd Sleipnir (Das achtbeinige Pferd). Nachdem Tot von Balder wird er jedoch von Odin verbannt.

Loki ist schmuck und schön von Gestalt,
aber bös von Gemüt und sehr unbeständig.
Er übertrifft alle andern in Schlauheit und in jeder Art von Betrug.

Lokis Zankrede

Die entgültige Feindschaft zwischen Loki und den Asen, entstand durch Lokis Zankrede (= Lokasenna, Oegisdrecke = Oergirs Trinkgelage). Als die Göttter in der Friedenshalle des Meerriesen Ägir ein Festmahl zu sich nahmen, verspottete er die Götter. Mit dieser Zankrede überschreitet Loki jedoch das Gebot der Friedenshalle. In der niemand angegriffen werden darf.
Bragi nannte Loki eine Bankzierde, welche nur tapfer ist wenn er in der Gemeinschaft sitzt und starke Sprüche von sich lässt. Doch im Kampf sei er schwach und Feige.
Idun bezeichnet er als Hure.
Die Liebe von Gefjon ist käuflich. So sagt er. Wenn man ihr ein Geschenk macht so ist man ihrer Liebe sicher.
Zu Odin sagt er das er das Kriegsgeschick in die Hände der Feigen gibt.
Frigg wirft er vor das sie gleichzeitig mit Wili und We verkehrt.
Freya soll sogar mit allen Anwenden in dieser Haller verkehrt haben.
Njörd soll nur eine Geisel des Wanenkrieges sein.
Als minderwertig bezeichnet er Tyr, weil dieser nur noch eine Hand hat.
Freyr soll Übermütig sein, weil er sein Schwert aus liebe verschenkt hat.
Über seinen Erzfeind Heimdall lästert er das er nur ein armer Wächter Asgards ist. Dieser stehe von früh bis spät und halte ausschau.
Skadi wird verletzt indem sie an den Tod ihres Vaters erinnert wird.
Sif wird Untreue gegen Thor vorgeworfen.
Über Thor sagt er das er zu impulsiv mit seinem Hammer umgehe und erniedrigt ihn, indem er sagt sein Herr Odin wird schwächlicherweise von einem Wolf besiegt.

Beendet wurde die Spottrede von Thor der zu seinem Hammer griff und Loki drohte ihn Nordische Mythologie Loki an Felsen gefesselt - Lokis Strafezu erschlagen, daraufhin floh er. Die Götter wahren so verbittert über diese Rede das Loki sich von da an verstecken musste. Auf einem Berg baute er sich ein Haus mit vier Türen, die alle in eine andere Himmelsrichtung zeigten, damit er jeden Angriff kommen sehen konnte. Am Tage verwandelte Loki sich ein Lachs um sich im Wasserfall Franangr zu verstecken. Als ihm einmal Langweilig war, nahm er etwas Garn und verflochtete es zu Maschen. So erfand er das Fischernetz. Eines Tages sah er das sich die Asen ihm näherten und so verwandelte er sich wieder in einen Lachs und sprang ins Wasser. Als die Asen das Netz fanden bemerkten sie das sich dieses hervorragend zum Fische fangen eignen würde. So warfen sie das Netz im Wasser auf und Loki verfing sich sogleich in diesem. Sogleich sprang Loki aus dem Netz heraus und Thor versuchte diesen mit seiner Hand zu ergreifen. Zuerst erwischte er ihn in der Mitte, doch glitt er ihm aus der Hand. Danach schaffte Thor es ihm am Schwanz zu packen. Es heißt wegen dieser Begebenheit seien die Lachse seitdem hinten spitz. Die Asen zeigten Loki gegenüber kein erbarmen und bestraften ihn, indem sie ihn auf spitze, dreikantige Felsen fesselten. Die Fesseln bestanden aus den Eingeweiden seiner Söhne. Über seinem Kopf hängte man eine giftige Schlange, die ätzenden Speichel auf ihn herab tropfen ließ.
Damit ihm der Speichel nicht traf, hielt seine Frau Sigyn ein Schüssel darunter. Nur wenn sie die Schüssel wegnahm, um sie zu leeren, traf der Speichel das Gesicht von Loki und verätzte ihn. Unter den Schmerzen regt und wand er sich so stark das so die Erdbeben entstanden. Am Ragnarök wir sich Loki seiner Fesseln entledigen und als Rache die Vernichtung der Götter anführen. Bis sich Loki und Heimdall im Kampf gegenseitig töten.

Riesin Sigyn

Mit der Riesin Sigyn (= Siegesbringerin) gebar Loki den Sohn Narfi (= Nari) und Ali, welche ebenfalls Riesen sind. Die Asen lassen beide nach einem Trinkgelage in Ägirs von einem Wolf in Stücke reißen, um mit ihren Gedärmen Loki fesseln zu können.

Riesin Angrboda

Die Riesin Angrboda (Angstbotin) wird auch als „Alte vom Eisenwald (Alte im Jarnwith) bezeichnet. Sie zeugte Fenrir, Hel und die Midgardschlange mit Loki. Ausserdem hatte sie noch drei weitere Kinder mit Fenrir. 1. Hati, 2. Skalli, 3. Managarm.

Hati 

Hati (= Hate, Hass) ist ein Wolf, der den Mond auf seinen Bahnen verfolgt. Sein Zwillingsbruder Skalli verfolgt die Sonne. Hati folgt also dem Wagen des Mondgottes Mani über den Himmel und treibt ihn so zur Eile an.

Skalli 

Skalli (= Skoll, Sköll, Skjöl, Schatten, Spötter, Trug) jägt hinter dem Wagen der Sonnengöttin Sol hinterher und treibt diese zur Eile an. Wenn eine Sonnenfinsternis eintritt kommt Skalli dem Sonnenwagen sehr nahe.

Managarm

Managarm (= Mondshund) wandert auf der Erde und verschlingt das Fleisch der Toten. Er ist durch das ganze Fleisch der stärkste von seinen Brüdern geworden.