Mittwoch, 13. Juni 2012

Hexen

Hexen und Hexentum

Was sind Hexen

Hexen sind Personen, zumeist weiblich, die über Zauberkräfte und das Wissen um Naturkräfte und Kräuter besitzen. Oftmals werden sie als unheilbringende Wesen, ohne skupel und im auftrag des Teufels dargestellt. In der modernen Zeit werden sie jedoch von vielen für ihr Kräuterwissen geschätzt und werden gerne um Rat in alltäglichen Belange befragt.

Wicca Hexentum Heidentum

Hexen im Christentum / Verfolgung

Im Christentum werden sie jedoch als mit dem Teufel oder mit Dämonen paktierende Menschen dargestellt. Im Mittelalter war die Angst vor dem Unheil der Hexen so groß, dass jeder gefoltert und getöten wurde der im Verdacht stand eine Hexe oder ein Hexer zu sein.

In groß angelegten Hexenverfolgungen wurden zahlreiche Menschen umgebracht, weil sie z.B. über Kräuterwissen verfügten oder weil sie angebliche Zauber-Rituale durchführten.

Hexen im Mittelalter

Im Mittelalter wurden gerne von der Bevölkerung weise Frauen um Rat gefragt. Diese nutzten daraufhin ihr aus Erfahrung stammendes Wissen um den Personen zu helfen. Das war der christlichen Kirche natürlich ein Dorn im Auge, da sie meinen das man nur in Jesus Christus und der Kirche heil findet. Die Menschen sollten daher lieber in der Kirche ihren Rat suchen.

Die Ratschläge der Kirche und der Bibel nützten den Bauern und Armen aber nichts in ihrer Not, deshalb gingen sie eben zu den weisen des Dorfes.

Daher begann die Kirche das treiben der weisen Frauen zu beenden, indem sie sie zuerst Verleumden in dem sie sagten diese Personen seien mit dem Teufel im Bunde.

Dann sie zu vertreiben, indem sie sie als Unheilbringer brandmarkten.

Und zuletzt, als sich kein Mensch mehr öffentlich als Zauberer bezichtigen ließ, begann die Kirche mit der Hexenverfolgung. Dabei konnte die Angst der Menschen vor dem Teufel und dem Bösen so ausgenutzt werde das überall Hinrichtungen stattfinden konnten. Jeder der sich gegen die Hexenverfolgung und die Inquisition werte, durfte als Hexe verbrannt werden.

Die Menschen des Mittelalters wurden somit tiefer in die christliche Kirche getrieben und der Klingelbeutel wurde immer Praller. Schließlich wurden in ganz Europa Menschen die in Verdacht standen schlechte Christen zu sein gefoltert und getötet.

Definition Hexe / Was bedeutet das Wort Hexe


Woher kommt das Wort Hexe und was bedeutet es

Wann die Menschen begannen Personen mit bestimmten Eigenschaften als Hexe zu bezeichnen ist unklar. Kräuterfrau und Personen die Natur Rituale ausführten gab es schon seit jeher. Aber erst im Zeitalter der Germanen gab die ersten Personen die man später als Hexen bezeichnen konnte.


Im mittelhochdeutsch wurden Hexen als hecse, hesse bezeichnet.
Im althochdeutsch hagzissa, hagazussa.
Im mittelniederländisch haghetisse,
Im altenglisch haegtesse: (was soviel wie gespenstisches Wesen bedeutet“)



Die genaue Wortbedeutung ist heutzutage ungeklärt; der erste Teil des Wortes hagazussa ist wohl althochdeutsch hag und kann Zaun, Hecke oder Gehege bedeuten.
Der zweite ist wohl aus dem Germanischen oder Norwegischem hergeleitet. tysja kann Elfe, sowie böser oder guter Geist bedeuten.
Und wohl aus dem litauischen kommt dvasia , welches Geist oder Seele bedeuten kann.

Hexen Kräuter Wicca


Hexen in der Mythologie

Schon in der Nordischen Mythologie gibt es Götter und Mythen wie man mit Kräutern bestimmte Taten verbringen kann. Siehe dazu die Göttin Freya oder die Geschichte mit dem Mistelzweig der den Sonnengott Baldr tötete.

Auch in der griechischen Mythologie lassen sich Sagen über Hexen nachweisen.

Später wurden Personen mit Zauberkräften und dem Wissen um die Natur in Märchen und Sagen verwendet. Diese sind jedoch schon stark von der christlichen Vorstellung geprägt und gelten daher als böse.

Das Hexen für die Christen etwas böses sind, entnehmen sie aus ihrer Heiligen Schrift, der Bibel. Darin wurden Menschen die Zauberten oder an Zauberei glaubten stets Verschmäht und bestraft.

Erst im Mittelalter wurde der Begriff Hexe so geprägt wie wir ihn noch heute kennen. Als etwas bösen und etwas schaden bringendes. Das lateinische Wort malefica wurde nun für Menschen benutzt die angeblich nicht christliches Wissen und Rituale benutzten und nach der Retorik der Christen demnach mit den Teufel im Bunde sind. Malefica bedeutet aber nicht Hexe, sondern eher Übeltäter.


Andere Worter für Hexe


Witch

Das Wort Witch soll ursprünglich aus dem altenglischen Stammen und wurde wicche geschrieben. Im angelsächsischen wurde daraus dann das Wort wicca oder wicce. Das Wort Wicca wird heute für den Kult der Neu-Hexen verwendet.Eine böse Witch oder Hexe wurde dort als witga bezeichnet, welches sich von witan (sehen und wissen, also Hellsehen) herleiten lässt.

Im isländischen gebrauchte man das Wort vitki für Hexen/Witch, dieses lässt sich aus dem Wort vita (Wissen) oder vizkr (Wissender, Klüger sein) herleiten.

Wizard

Das Wort Wizard stammt aus dem normannischen und französischen wischard. Der Wortteil wit bedeutet soviel wie Verstandeswitz und Geist. Daraus lässt sich Wisdom herleiten, welches Weisheit bedeutet.


Unhold / Unholdin

Im deutschen bezeichnete man Hexen als Unholde oder eben als Unholdin. Aber auch Geister und Dämonen wurden damals so bezeichnet.

Drude

Im Süden Deutschlands würden sie als Drude (Trude, Truderer, Trudner) bezeichnet. Im Norden Deutschland setzte sich dagegen das Wort Töversch und Töverer durch.

Wickersche, Wicker

Wickersche und Wicker ist die Deutsche Ableitung vom englischen witch.

Böterin, Böter

Böterin und Böter bedeuten Heilende und Gesundbetende.



Weitere Namen für Hexen sind

Milchstehler, Bockreiter, Gabelreiter, Weissager, Zeichendeuter, Mantelfahrer, Kristallseher, Malefikanten, bacularius (Besen-Reitende), herbaria (Kräuterfrau), vaudoises, valdenses (Waldenser).


Der Hexenglauben / Woher stammt der Hexenkult


Der Hexenglaube stammt aus der vor europäischen Zeit und hat seine Wurzeln im Glauben an die Alten Götter, also jene Götter die vor dem Christentum da waren. In diesen Kulten wurde die Natur und ihre Kräfte beschworen oder eben so gelenkt das sie dem Menschen helfen.

Im späteren Christentum wurden diese Kulte trotz Verbotes weiter gepflegt, da sie für die damaligen Menschen praktischer und nützlicher waren als der Glaube an Jesus Christus.

In den animistischen Kulten in Afrika gab es ähnliche Bräuche, diese wurden aber im Laufe der Zeit nicht so stark vom Christentum verdrängt wie es in Europa geschah.

Aus dem keltischen kam der glaube an Feen und Morganen, die mal gut und mal schlecht sein konnten. Also glaubten die Kelten an Naturkräfte oder Geister die sie beschwören oder beschwichtigen konnten. Dieses ging dann in das heutige Hexentum über, indem auch Natürkräfte und Geister beschworen werden.

Aus dem germanischen wurden die Elfen, als allgemein gute Wesen übernommen.
Freya Nordische Mythologie

Das Bild der Hexen 

Das allgemein Bild der Hexe, als alte Frau die im Wald lebt und auf einem Besen reitet und von schwarzen Vögeln oder Katzen begleitet wird, ist vom Christentum geprägt und stellt die Dinge dar die die Kirche als Böse ansieht. So sind Frauen sowieso immer Böse und verderbt. Die bösen Kräutersammler mit ihrem Wissen die tief im Wald leben. Die überbleibsel der alten Religionen in den Tierischen Begleiter der Hexe. So sind die schwarzen Vögel eigentlich die Begleiter Odins.

Die Göttin Freya, aus der Nordischen Mythologie besitzt viele der Eigenschaften denen auch den Hexen nachgesprochen wird. Nicht zuletzt wird sie heute noch in den Hexenkulten, auch unter dem Namen Brigid, verehrt.

Schon in der Bibel wird von Zauberern und Hexen berichtet, denen die Todesstrafe angedroht wurde.

die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen


Was sind die Merkmale einer Hexe


 Merkmale einer Hexe im Mittelalter

Die mittelalterlichen Vorstellung was eine Hexe ist und was sie kann sind heutzutage einfach lächerlich. Doch finden sie in der christlichen Kirche, sowie in anderen Religionen immer noch Anhänger.

  1. der Hexenflug auf Stöcken, Tieren, Dämonen oder mit Hilfe von Flugsalben
  2. Treffen mit dem Teufel und anderen Hexen auf dem sogenannten Hexensabbat
  3. der Pakt mit dem Teufel
  4. der Geschlechtsverkehr mit dem Teufel (in Gestalt von incubus und succubus, der sogenannten Teufelsbuhlschaft) und
  5. der Schadenszauber.



Schadenszauber

Für den Schadenszauber spielte die Vorstellung der begrenzten Güter eine Rolle: wenn Ernte, Milchertrag oder sonstiges Gut eines Bauern sinkt, so liegt die Ursache darin, dass jemand durch zauberische Mittel dieses fortgenommen hat.
Frauen, die sich veterinärmedizinisch betätigt hatten, kamen ebenfalls schnell in das Visier der Verfolger, da man davon ausging, sie hätten das Vieh behext und so ihre heilerischen Erfolge erzielt (bzw. im Falle von Misserfolgen vermutete man sofort, dass die Behandlung lediglich dem Versiegen der Milch etc. dienen sollte)
Vor allem Frauen wurden der Hexerei beschuldigt. Zum Teil war die kirchliche Erbsündenlehre der Grund dafür. Sie legte nahe, dass Frauen besonders empfänglich für die Einflüsterungen des Teufels seien. Der Hexenhammer behauptet, Frauen seien von Natur aus schlecht, und die wenigen guten Frauen seien schwach und den Verführungen des Teufels leichter ausgeliefert; gerade in ihrer Funktion als Hebamme kämen sie mit schlechten Säften in Verbindung, die sie verderben und für die Verführung des Teufels anfällig machten.
Von großer Bedeutung war die Idee einer allgemeinen Hexenverschwörung. Aus der Übertragung von Stereotypen, die man jahrhundertelang den Juden zugeschrieben hatte, bildete sich die Vorstellung einer „Synagoga Satanae” (Synagoge des Satans), später „Hexensabbat” genannt. Man glaubte hier einer orgiastischen Versammlung auf der Spur zu sein, bei der Gott und seine Kirche verhöhnt wurden. Man glaubte, dass die gesamte Existenz des Christentums durch diese „Hexensekte“ bedroht sei.
Somit entstand ein vermischtes Neuverständnis der Hexen. Nicht mehr der Schaden, den die Hexen anrichten, war ihr entscheidendes Merkmal, sondern der Abfall vom Glauben und der damit verbundenen Zuwendung zum Teufel. Nunmehr bildeten sie eine geistliche Gefahr; die Kirche ging gegen ihre abtrünnigen Gläubigen, nach den Grundsätzen des Augustinus von Hippo, mit Zwang und Feuer für ihre Seelenrettung vor.
(Merkmale einer Hexe - Auszug Wikipedia)

Kommentare:

  1. Man könnte vielleicht auch erwähnen, dass diese Verfolgungen sehr oft auch ganz banale Gründe hatten. Das teuflische daran war, dass der Inquisitor das Vermögen der beschuldigten Person einbehalten durfte. In einer deutschen Stadt "arbeitete" ein Inquisitor über Jahre hinweg und ließ sehr viele Leute umbringen, bis sich endlich Widerstand regte und man ihn fertig machte.

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  2. Ja die Gründe waren wohl oftmals banal. Aber diese einfachen Beschuldigungen führten meist nicht zur (Tode-) Strafe. Sondern mittels der Folter wurden Geständnisse herausgepresst. Die dann zum Urteil führten.

    Es war schon eine recht undurchsichte und verworrene Sache damals.

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  3. Interessant ist auch der Hexenhammer, worin klar beschrieben wird was böse ist. Erstens die Frauen, zweitens die Juden und nur zum Teil der Teufel. Weil dieser (laut dem Hexenhammer) mit Gottes genemigung handelt.

    So wurde gleich mal die halbe Welt bezichtigt mit dem Teufel im Bunde zu sein.

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  4. So habe ich das eigentlich nicht gemeint. Ich meine banal in dem Sinne, dass es oft nicht um Hexerei ging, sondern einfach nur ums Geld. Man hat Menschen beseitigt indem sie anklagte. Aber banal in anderem Sinne war es schon auch oft. Da wurde ein Mann z. B. verbrannt, weil er sich die Schuhe an einem Haus abgewischt hatte. Kurze Zeit später bracht dort die Pest aus. Im Grunde genommen ein logischer Gedankengang. Man hat Ursache und Wirkung gesucht, aber weil man von Viren und Bakterien nichts wusste, suchte man irgendwelche scheinbaren Zusammenhänge, um sich zu erklären, weshalb eine Krankheit wütete. Auch deshalb wurden Juden oft Opfer. Für die damalige Zeit lebten sie relativ hygienisch und litten deshalb an manchen Krankheiten weniger. das alleine machte sie schon verdächtig. Das war nicht der einzige Grund, aber einer von vielen.

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